Das Wichtigste in Kürze
- Die Heizkurve regelt über zwei Parameter – Steigung und Niveau – wie die Vorlauftemperatur mit sinkender Außentemperatur ansteigt.
- Fußbodenheizungen in gut gedämmten Gebäuden benötigen meist eine Steigung von 0,3 bis 0,5, gut gedämmte Heizkörper-Systeme 1,0 bis 1,2, unsanierte Altbauten mit Heizkörpern 1,4 bis 1,6.
- Eine um 5 Kelvin zu hoch eingestellte Heizkurve kann die Jahresarbeitszahl um etwa 0,1 bis 0,15 Punkte (4 bis 10 %) verschlechtern.
- Private Haushalte zahlten im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 40,55 Cent pro Kilowattstunde Strom.
- Die Feinjustierung der Steigung erfolgt in Schritten von 0,05 bis 0,1 mit 24 bis 72 Stunden Wartezeit zwischen den Anpassungen.
- Die Wärmepumpen-Förderung läuft seit der Reform hauptsächlich über das KfW-Programm 458 mit einer maximalen Förderquote von 70 %; BEG-Strukturen und BAFA bleiben für einzelne Maßnahmen weiterhin relevant.
- Ein hydraulischer Abgleich kostet im Schnitt rund 925 € und senkt den Heizenergieverbrauch häufig um 10 bis 15 %.
Was ist die Heizkurve einer Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Die Heizkurve, auch Heizkennlinie genannt, ist die im Regler der Wärmepumpe hinterlegte Funktion, die aus der gemessenen Außentemperatur automatisch die passende
Vorlauftemperatur berechnet. Sinkt die Außentemperatur, steigen die Wärmeverluste über Wände, Fenster und Dach, sodass die Anlage mehr Wärme liefern muss. Diese zusätzliche Wärme wird über eine höhere Vorlauftemperatur bereitgestellt, die die Heizkurve automatisch nachregelt, ohne dass manuell eingegriffen werden muss.
Vereinfacht lässt sich die Heizkurve als lineare Funktion beschreiben: Vorlauftemperatur = Niveau + Steigung × (Soll-Raumtemperatur − Außentemperatur). Die Steigung liegt in der Praxis meist zwischen 0,2 und 1,5, wobei für gut gedämmte Gebäude mit Wärmepumpen häufig ein Bereich von 0,2 bis 0,8 empfohlen wird. Das Niveau – auch Fußpunkt oder Parallelverschiebung genannt – verschiebt die gesamte Kurve unabhängig von der Außentemperatur nach oben oder unten.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Formel: Bei einer Steigung von 0,8, einem Niveau von +2 K und einer Soll-Raumtemperatur von 20 °C ergibt sich bei −10 °C Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von 20 + 0,8 × (20−(−10)) + 2 = 20 + 24 + 2 = 46 °C. Wird die Steigung auf 0,5 reduziert, sinkt die Vorlauftemperatur bei gleicher Außentemperatur auf 20 + 0,5 × 30 + 2 = 37 °C – ein Unterschied von 9 Kelvin, der sich nach den unten genannten Effizienz-Faustregeln in einem spürbaren Zugewinn bei der Jahresarbeitszahl niederschlägt.
Für die Effizienz ist die Heizkurve deshalb zentral, weil der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe direkt vom Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur abhängt. Je niedriger die tatsächlich benötigte Vorlauftemperatur, desto weniger Arbeit muss der Kompressor verrichten und desto höher fällt die
Jahresarbeitszahl aus.
Welche Heizkurven-Steigung passt zu meinem Heizsystem?
Die passende Steigung hängt vor allem vom Wärmeabgabesystem und dem Dämmstandard des Gebäudes ab. Fußbodenheizungen verteilen die Wärme über eine große Fläche und kommen deshalb mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus, während Heizkörper eine deutlich kleinere Fläche haben und höhere Temperaturen benötigen, um dieselbe Wärmemenge abzugeben. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto flacher darf die Heizkurve gewählt werden.
Heizkörper reagieren binnen Minuten auf eine veränderte Vorlauftemperatur, während Fußbodenheizungen wegen der im Estrich gespeicherten Wärme mehrere Stunden benötigen, um sich auf eine neue Einstellung einzuschwingen. Diese thermische Trägheit ist einer der Gründe, warum Anpassungen bei Fußbodenheizungen besonders lange Beobachtungszeiträume erfordern.
| Heizsystem / Gebäudetyp | Empfohlene Steigung | Typische Vorlauftemperatur |
|---|
| Fußbodenheizung, gut gedämmtes Gebäude | 0,3 – 0,5 | 30 – 35 °C |
| Niedertemperatur-Heizkörper, sanierter Bestand | 0,7 – 0,9 | 40 – 50 °C |
| Gut gedämmtes Haus mit Standard-Heizkörpern | 1,0 – 1,2 | über 50 °C |
| Ältere, freistehende Altbauten mit Heizkörpern | 1,4 – 1,6 | meist über 55 °C |
Passivhäuser mit Außenwand-U-Werten unter 0,15 W/(m²K) und einem maximalen Heizwärmebedarf von 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr benötigen wegen ihrer sehr geringen Heizlast von höchstens etwa 10 W/m² oft die flachste Steigung innerhalb der Fußbodenheizungs-Spanne. Oberhalb von rund 55 °C Vorlauftemperatur verschlechtert sich die Effizienz von Wärmepumpen deutlich, weshalb unsanierte Heizkörper-Altbauten wirtschaftlich an ihre Grenzen stoßen können. Die genannten Steigungswerte sind Orientierungsgrößen aus Herstellerangaben und Praxiserfahrung, keine feste physikalische Konstante – die tatsächlich optimale Einstellung muss am jeweiligen Gebäude ermittelt werden.
Wie stark wirken sich 5 Grad mehr Vorlauftemperatur auf JAZ und Stromkosten aus?
Jedes vermiedene Kelvin Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz einer Wärmepumpe, weil der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizsystem sinkt. Als Faustregel gilt: Bei einer angenommenen Effizienzänderung von etwa 2 bis 3 % pro Kelvin führt eine um 5 Kelvin zu hohe Vorlauftemperatur häufig zu rechnerischen Effizienzverlusten in der Größenordnung von 10 bis 15 %, bei 10 Kelvin zu viel entsprechend etwa 20 bis 30 %. Diese Werte sind Orientierungsgrößen aus thermodynamischen Faustregeln und keine feste physikalische Konstante – die tatsächliche Auswirkung hängt vom Gerät, der Außentemperatur und der Anlagenauslegung ab.
Feldmessungen an Luft-Wasser-Wärmepumpen in Neubauten mit Fußbodenheizung zeigen bei Vorlauftemperaturen um 35 °C durchschnittliche Jahresarbeitszahlen um 3,7, während bei rund 50 °C Vorlauftemperatur nur noch etwa 2,9 erreicht werden. Sole-Wasser-Wärmepumpen erzielen unter ähnlichen Bedingungen im Mittel rund 5,7 und liegen damit deutlich über dem Luft-Wasser-Durchschnitt. Feldmessungen und Herstellerangaben zeigen für Fußbodenheizungen bei 30 bis 35 °C Vorlauf typische Jahresarbeitszahlen von etwa 3,8 bis 4,5 – ein Hinweis darauf, dass viele reale Anlagen unter ihrem Effizienzpotenzial betrieben werden.
Für ein Haus mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf verdeutlicht eine Beispielrechnung die Tragweite: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,7 ergibt sich ein Stromverbrauch von rund 4.054 kWh; bei aktuell rund 40,55 Cent pro Kilowattstunde Haushaltsstrom entstehen Jahreskosten von etwa 1.644 €. Sinkt die Jahresarbeitszahl durch eine zu steile Kurve auf 2,9, steigen Verbrauch auf rund 5.172 kWh und Kosten auf etwa 2.098 € – eine Mehrbelastung von rund 454 € pro Jahr beziehungsweise etwa 28 %. Über 20 Jahre Betriebsdauer summiert sich diese Differenz auf rund 9.000 €.
| Szenario | Vorlauftemperatur | Jahresarbeitszahl | Stromverbrauch bei 15.000 kWh Wärmebedarf | Jahreskosten bei 40,55 ct/kWh |
|---|
| Typischer Bereich laut Feldmessungen (Fußbodenheizung) | 30 – 35 °C | 4,2 – 5,0 | rund 3.333 kWh | rund 1.352 € |
| Feldmessung Luft-Wasser-WP (Durchschnitt) | rund 35 °C | 3,7 | rund 4.054 kWh | rund 1.645 € |
| Feldmessung Luft-Wasser-WP (zu hoch eingestellt) | rund 50 °C | 2,9 | rund 5.172 kWh | rund 2.098 € |
| Sole-Wasser-WP zum Vergleich | rund 35 °C | 5,7 | rund 2.632 kWh | rund 1.067 € |
Der Effekt konzentriert sich vor allem auf die Heizperiode, in der der überwiegende Teil des Jahreswärmebedarfs anfällt. Eine im Winter um 5 Kelvin zu hohe Heizkurve kann die Jahresarbeitszahl einer Luft-Wasser-Wärmepumpe dadurch deutlich verschlechtern, während dieselbe Abweichung im Sommer bei reinem Warmwasserbetrieb kaum ins Gewicht fällt.
Neben den direkten Stromkosten sinkt bei einer gut eingestellten Heizkurve häufig auch die Taktung des Kompressors, weil die Anlage seltener stark über- oder untersteuert. Das schont den Verdichter und sorgt gleichzeitig für gleichmäßigere Raumtemperaturen im Alltag.
Wie stelle ich die Heizkurve Schritt für Schritt richtig ein?
Vor jeder Heizkurven-Optimierung sollte geprüft werden, ob ein hydraulischer Abgleich aller Heizkreise vorliegt, da ohne korrekte Wasserverteilung keine belastbaren Optimierungsergebnisse erzielbar sind. Erst danach folgt die eigentliche Justierung in zwei getrennten Phasen: zunächst das Niveau in der Übergangszeit, anschließend die Steigung im Winterfrost.
Niveau in der Übergangszeit justieren
Die Niveau-Einstellung erfolgt am besten bei Außentemperaturen zwischen etwa 5 und 15 °C, weil hier die Steigung kaum wirkt und sich der Effekt des Niveaus isoliert beobachten lässt. Dabei werden alle Thermostatventile im Referenzraum vollständig geöffnet, damit die Heizkurve allein die Raumtemperatur bestimmt. Weicht die gemessene Raumtemperatur nach 2 bis 3 Tagen stabiler Bedingungen vom Sollwert ab, wird das Niveau in kleinen Schritten angepasst und erneut 48 bis 72 Stunden gewartet, bevor die nächste Messung erfolgt.
Steigung im Winterfrost anpassen
Die Steigung wird ausschließlich bei stabilen Frostperioden angepasst, da hier die höchsten Vorlauftemperaturen gefahren werden und Fehleinstellungen am stärksten wirken. Praxisgerecht erfolgt die Anpassung in Schritten von etwa 0,1 bis 0,2, wobei wegen der thermischen Trägheit von Gebäuden und Fußbodenheizungen Beobachtungszeiträume von mindestens 24 bis 72 Stunden pro Änderung notwendig sind. Bleibt die Raumtemperatur bei Frost dauerhaft unter dem Sollwert, ist die Steigung zu flach und wird leicht erhöht; wird der Sollwert deutlich überschritten, ist eine Reduktion angezeigt. Während dieser Phase sollte ausschließlich die Steigung verändert werden, nicht das Niveau, damit sich beide Effekte nicht überlagern.
Extremfrost verifizieren und Einstellungen dokumentieren
Bei Außentemperaturen unter −15 °C, die in Deutschland nur an wenigen Tagen pro Winter auftreten, geht es nicht mehr um Optimierung, sondern um Verifikation: Erreicht die Wärmepumpe hier noch ausreichende Vorlauftemperatur, ohne dass der Heizstab dauerhaft einspringt, war die Einstellung erfolgreich. Ein gelegentlicher, kurzer Heizstab-Einsatz an Extremtagen ist unproblematisch; erst wenn er regelmäßig über viele Stunden läuft, sollte die Steigung nochmals leicht erhöht oder die Gebäudedämmung geprüft werden. Die gefundenen Werte für Steigung und Niveau sollten notiert werden, damit sie in der nächsten Heizperiode nicht erneut komplett ermittelt werden müssen.
Wie stelle ich die Heizkurve bei Vaillant, Stiebel Eltron, Bosch & Co ein?
Die größte praktische Hürde bei der Heizkurven-Optimierung ist meist nicht die Physik, sondern die uneinheitliche Terminologie der Hersteller. Wer weiß, wonach er im Menü suchen muss, findet die passende Einstellung meist innerhalb weniger Minuten.
Bosch: Heizkurve über EasyControl einstellen
Bei Bosch-Wärmepumpen mit EasyControl-Regler heißt die Steigung meist 'Kurvensteigung', das Niveau 'Sollwert' oder 'Raumsolltemperatur'. Viele Modelle bieten zusätzlich eine adaptive, selbstlernende Heizkurve an, die sich über mehrere Wochen automatisch an Gebäude und Nutzerverhalten anpasst. Für volle manuelle Kontrolle muss meist der Automatik-Modus verlassen und auf 'Manuell' umgestellt werden; die App Home Connect erlaubt zusätzlich den Fernzugriff auf Verbrauchsdaten.
Stiebel Eltron: Steigung Heizkurve und Komfort Temperatur
Stiebel Eltron-Wärmepumpen mit WPM-Manager verwenden direkte physikalische Bezeichnungen: 'Steigung Heizkurve' für die Neigung und 'Komfort Temperatur' für das Niveau. Zusätzlich lassen sich eine minimale und eine maximale Vorlauftemperatur separat begrenzen, was besonders bei Fußbodenheizungen vor einer Überhitzung des Estrichs schützt.
Vaillant: Heizkurve und Raumsolltemperatur im sensoCOMFORT-Menü
Vaillant-Wärmepumpen mit sensoCOMFORT-Regler nennen die Steigung schlicht 'Heizkurve' und das Niveau 'Raumsolltemperatur'. Die grafische Darstellung zeigt eine Kurve im Koordinatensystem, die sich bei Änderungen sofort verschiebt oder dreht – Änderungen der Steigung drehen die Linie, Änderungen der Raumsolltemperatur verschieben sie parallel nach oben oder unten.
| Hersteller | Bezeichnung Steigung | Bezeichnung Niveau | Besonderheit |
|---|
| Vaillant | Heizkurve | Raumsolltemperatur | Grafische Kurvendarstellung im sensoCOMFORT-Menü, App MyVaillant |
| Stiebel Eltron | Steigung Heizkurve | Komfort Temperatur | Min./Max.-Vorlauftemperatur separat einstellbar |
| Bosch | Kurvensteigung | Sollwert / Raumsolltemperatur | Adaptive, selbstlernende Kurve über Home Connect verfügbar |
| Wolf | HK-Steilheit | Raum-Solltemperatur / Verschiebung | Bei Mehrkreis-Systemen mit Pufferspeicher komplexer |
| Daikin | Steilheit | Korrektur | Alternativ 2-Punkt-Kurve möglich |
| Viessmann | Neigung | Niveau | Service-Ebene für Endnutzer oft zugänglich |
Was kostet der hydraulische Abgleich und lohnt er sich vor der Heizkurven-Optimierung?
Ohne
hydraulischen Abgleich sind Optimierungsergebnisse an der Heizkurve kaum belastbar: Sind einzelne Heizkreise falsch eingestellt, kompensieren Nutzer das oft durch eine insgesamt zu hohe Vorlauftemperatur, statt das eigentliche Verteilproblem zu lösen. Typische Symptome sind zu warme Heizkörper in Raumnähe zum Wärmeerzeuger und dauerhaft kühle, entfernte Räume. Ein fachgerechter Abgleich sorgt dafür, dass jeder Raum die richtige Wassermenge erhält, sodass die anschließende Kurvenoptimierung tatsächlich die minimal nötige Temperatur findet.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet ein hydraulischer Abgleich mit neuen Thermostatventilen in Deutschland typischerweise zwischen etwa 650 und 1.250 €, im Mittel rund 925 €. Laut Auswertungen von co2online lässt sich der Heizenergieverbrauch dadurch im Mittel um etwa 10 bis 15 % senken. Bei einem angenommenen Jahreswärmebedarf von 15.000 kWh und den oben berechneten Stromkosten von rund 1.644 € entspricht das einer Ersparnis von grob 165 bis 245 € pro Jahr, womit sich die Investition häufig innerhalb von 4 bis 6 Jahren amortisiert.
Wie funktioniert die Heizkurve bei Mischsystemen aus Fußbodenheizung und Heizkörpern?
In vielen Altbauten ist im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung nachgerüstet, während im Obergeschoss weiterhin Heizkörper arbeiten. In der Praxis wird die Wärmepumpe in solchen Mischsystemen meist auf die höhere, vom Heizkörperkreis benötigte Vorlauftemperatur ausgelegt; für den Fußbodenheizungs-Kreis wird die Temperatur anschließend über einen Mischer reduziert. Damit fährt die Wärmepumpe selbst eine steilere Kurve, während der Fußbodenheizungs-Kreis separat auf niedrigem Niveau gehalten wird. Voraussetzung für ein effizientes Ergebnis ist, dass beide Kreise hydraulisch abgeglichen sind, da sonst der ohnehin wärmere Heizkörperkreis noch mehr Vorlauftemperatur einfordert, als eigentlich nötig wäre.
Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpe und Heizkurven-Optimierung?
Für den Tausch einer alten Heizung gegen eine Wärmepumpe war bis zum 20. Juli 2026 ausschließlich die
KfW im Programm 458 zuständig, wobei Anträge beim BAFA für diese Maßnahme nicht möglich waren. Bis dahin betrug die Grundförderung 30 % der förderfähigen Kosten, ergänzt um Klimageschwindigkeitsbonus (20 %), Einkommensbonus (30 %) und Effizienzbonus (5 %), womit eine maximale Förderquote von 70 % der förderfähigen Investitionskosten erreichbar war. Seit der BEG-Reform zum 21. Juli 2026 wurden diese Bonussätze verändert bzw. teils abgesenkt und stärker einkommensabhängig gestaltet, wodurch in bestimmten Fällen Gesamtförderquoten von bis zu 80 % möglich sind.
Mit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 wurde der Förderhöchstbetrag der berücksichtigten Kosten für die erste Wohneinheit von 30.000 € auf 28.000 € gesenkt, während die Grundförderung von 30 % unverändert bleibt. Bei maximaler Förderquote von 70 % ergibt sich damit ein maximaler Zuschuss von rund 19.600 € pro Wohneinheit. Eine separate Förderung nur für die Heizkurven-Optimierung existiert nicht – sie ist jedoch Teil jeder fachgerechten Inbetriebnahme und sollte bei neu installierten Anlagen zum Leistungsumfang gehören.
| Förderbaustein | Höhe | Anmerkung |
|---|
| Grundförderung | 30 % | Für den Einbau einer Wärmepumpe als Heizungsersatz (bis 20. Juli 2026) |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Galt bis 20. Juli 2026; seit der BEG-Reform verändert bzw. abgesenkt |
| Einkommensbonus | 30 % | Galt bis 20. Juli 2026; seit der Reform stärker einkommensabhängig gestaffelt |
| Effizienzbonus | 5 % | Galt bis 20. Juli 2026; seit der Reform teils verändert |
| Maximale Förderquote | 70 % | Summe aller Boni gemeinsam begrenzt (bis 20. Juli 2026; seither bis zu 80 % möglich) |
| Kostenobergrenze 1. Wohneinheit | 28.000 € | Seit der Reform vom 21. Juli 2026 (vorher 30.000 €) |
| Maximaler Zuschuss | rund 19.600 € | 70 % von 28.000 € Kostenobergrenze (Stand vor Reform-Bonusanpassung) |
Häufige Fragen zur Heizkurve
Was bedeutet Parallelverschiebung bzw. Niveau bei der Heizkurve?
Niveau, Fußpunkt und Parallelverschiebung bezeichnen bei den meisten Herstellern denselben Parameter: Er verschiebt die komplette Heizkurve nach oben oder unten, ohne die Steigung zu verändern. Eine Erhöhung des Niveaus hebt die Vorlauftemperatur bei jeder Außentemperatur um denselben Betrag an, eine Absenkung senkt sie entsprechend gleichmäßig ab.
Was ist die Heizgrenze und wie hoch sollte sie eingestellt sein?
Die Heizgrenze ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe die Heizfunktion automatisch abschaltet, um unnötigen Betrieb im Sommer zu vermeiden. Sie wird meist im Bereich zwischen etwa 12 und 20 °C eingestellt und sollte mit der Gebäudeträgheit und dem persönlichen Wärmeempfinden abgestimmt werden. Bei Fußbodenheizungen mit hoher Speichermasse kann eine niedrigere Heizgrenze sinnvoll sein, da das System träger auf Temperaturschwankungen reagiert.
Wie berechne ich meine aktuell gefahrene Heizkurven-Steigung?
Die aktuell gefahrene Steigung lässt sich aus Messwerten zurückrechnen: Steigung = (Vorlauftemperatur − Soll-Raumtemperatur) ÷ (Soll-Raumtemperatur − Außentemperatur). Bei einer Außentemperatur von −8 °C, einer gemessenen Vorlauftemperatur von 48 °C und einer Soll-Raumtemperatur von 20 °C ergibt sich beispielsweise eine Steigung von (48−20) ÷ (20−(−8)) = 28 ÷ 28 = 1,0.
Was ist eine adaptive bzw. selbstlernende Heizkurve?
Manche moderne Regler, etwa von Bosch, bieten eine adaptive oder selbstlernende Heizkurve an, die das Verhalten von Gebäude und Bewohnern über mehrere Wochen analysiert und die Einstellung automatisch nachjustiert. In der Praxis überschreibt der Automatik-Modus dabei häufig manuelle Einstellungen nach einer Lernphase von einigen Wochen; wer die volle Kontrolle behalten möchte, sollte auf den manuellen Modus umstellen.
Was tun, wenn es in der Übergangszeit trotz Heizkurve zu kalt ist?
Bleibt die Raumtemperatur in der Übergangszeit unter dem Sollwert, liegt das meist am zu niedrig eingestellten Niveau und nicht an der Steigung, die bei milden Außentemperaturen kaum wirkt. Zunächst sollte geprüft werden, ob alle
Thermostatventile im Referenzraum voll geöffnet sind; erst danach wird das Niveau in kleinen Schritten angehoben und die Raumtemperatur erneut über mehrere Tage beobachtet.
Muss ich die Heizkurve im Sommer anders einstellen als im Winter?
Die Heizkurve soll über die gesamte Heizperiode ohne saisonale Umstellung funktionieren; lediglich die Heizgrenze sorgt dafür, dass die Anlage im Sommer bei ausreichend hohen Außentemperaturen automatisch pausiert. Häufiges manuelles Nachregeln zwischen Sommer und Winter deutet meist darauf hin, dass Steigung oder Niveau noch nicht optimal eingestellt sind.
Für wen lohnt sich die Heizkurven-Optimierung?
Die Heizkurven-Optimierung lohnt sich für praktisch jede Wärmepumpe, weil Werkseinstellungen aus Sicherheitsgründen meist konservativer gewählt werden, als es das jeweilige Gebäude erfordert. Der Aufwand von einigen Wochen Beobachtung steht dabei einer potenziellen Ersparnis von mehreren hundert Euro pro Jahr gegenüber.
Neubau mit Fußbodenheizung
Wer einen Neubau mit Fußbodenheizung besitzt, sollte direkt nach Inbetriebnahme mit einer flachen Steigung im Bereich von 0,3 bis 0,5 starten und diese in der ersten Heizperiode feinjustieren. Da die Vorlauftemperaturen hier ohnehin niedrig sind, ist das Optimierungspotenzial in absoluten Euro-Beträgen kleiner, relativ aber ebenso relevant für eine hohe Jahresarbeitszahl.
Sanierter oder unsanierter Altbau mit Heizkörpern
In Altbauten mit Heizkörpern ist das Sparpotenzial meist am größten, weil hier die Spanne zwischen Werkseinstellung und tatsächlich benötigter Vorlauftemperatur häufig am weitesten auseinanderliegt. Vor der Heizkurven-Optimierung sollte in solchen Fällen zuerst ein hydraulischer Abgleich erfolgen, da sonst kalte Räume die Vorlauftemperatur unnötig in die Höhe treiben.
Bestandsanlagen mit jahrelanger Werkseinstellung
Wer seine Wärmepumpe seit der Installation nie an der Heizkurve angepasst hat, sollte die nächste stabile Frostperiode nutzen, um Steigung und Niveau systematisch zu überprüfen. Angesichts aktueller Strompreise von rund 40,55 Cent pro Kilowattstunde kann sich bereits eine einzige Optimierungsrunde über wenige Wochen finanziell deutlich stärker lohnen als noch vor einigen Jahren.