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Solar-Luftabsorber 2026: Regeneration für Eisspeicher-Wärmepumpen

14 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Solar-Luftabsorber sind unverglaste Kollektoren, die laut Herstellerangaben vor allem Wärme aus Umgebungsluft und Sonneneinstrahlung nutzen, um Eisspeicher-Wärmepumpen ganzjährig zu regenerieren.
  • Ein optischer Wirkungsgrad ist im Viessmann-Datenblatt für SLK-Module nicht ausgewiesen; unabhängige Übersichten nennen für vergleichbare unverglaste Absorber Konversionsfaktoren von etwa 82 bis 97 Prozent.
  • Ein üblicher Planungsansatz nennt rund 2,3 bis 2,4 m² Absorberfläche pro Modul; Auslegungsbeispiele zeigen 6 bis 8 Module für rund 10 kW, was etwa 1,4 bis 1,9 m² pro kW Wärmepumpenleistung entspricht – eine feste Herstellervorgabe von 2,6 m²/kW ist nicht belegt.
  • Ein komplettes System aus Modulen und Installation kostet laut Marktübersichten grob 6.000 bis 20.000 Euro, für die gesamte Wärmequelle inklusive Eisspeicher sind auch 10.000 bis 30.000 Euro üblich; Material macht davon rund 70 Prozent aus.
  • Für geförderte Wärmepumpen gilt eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0 sowie neue Vorgaben zu Schallschutz und digitaler Schnittstelle; ein konkretes Datum wie der 21.07.2026 für den Beginn dieser Anforderung ist in den Förderregeln nicht festgelegt.
  • Unverglaste Kollektoren wie Solar-Luftabsorber sind nach den aktuellen BEG-Regeln nicht als solarthermische Anlage förderfähig – anders als die angeschlossene Wärmepumpe.
  • Die Module gelten laut Hersteller- und Systembeschreibungen als langlebig und für den dauerhaften Außeneinsatz ausgelegt und überdauern damit häufig eine komplette Wärmepumpen-Generation.

Was ist ein Solar-Luftabsorber und wie unterscheidet er sich von Solarthermie?

Solar-Luftabsorber sind unverglaste thermische Kollektoren, die auf Niedrigtemperatur-Wärmegewinnung für Eisspeicher-Wärmepumpen spezialisiert sind. Anders als bei klassischer Solarthermie fehlt die Glasabdeckung bewusst, wodurch die Luft direkten Kontakt zur Absorberoberfläche hat.
Die Bauweise besteht laut Herstellerangaben aus Polyethylen (PE), durch das eine Sole aus Wasser und Glykol zirkuliert; das genaue Mischungsverhältnis ist in den Datenblättern nicht angegeben. Bei Modulen mit zwei übereinander angeordneten Rohrebenen wie dem Viessmann-SLK-Typ ergibt sich laut Hersteller-Datenblatt aus 2,34 Quadratmetern Grundfläche eine effektive Wärmetauscherfläche von 9,1 Quadratmetern pro Modul.
Der zentrale Unterschied zur Solarthermie liegt im Temperaturniveau und der Anwendung. Solar-Luftabsorber sind auf ein niedriges Temperaturniveau ausgelegt und arbeiten typischerweise bis etwa 40°C effizient; laut Hersteller-Datenblatt liegen die Stillstandstemperaturen bei rund 60°C und der Betriebsbereich zwischen -20°C und +60°C. Verglaste Solarthermie-Kollektoren sind dagegen primär für die Warmwasserbereitung mit deutlich höheren Temperaturen konzipiert. Laut Herstellerunterlagen können Solar-Luftabsorber zudem direkt als Wärmequelle für die Wärmepumpe dienen und über die nächtliche Umgebungstemperatur auch die sommerliche Kühlfunktion unterstützen – die Technik ist also nicht ausschließlich auf die Eisspeicher-Regeneration beschränkt.

Welche Energiequellen nutzt ein Solar-Luftabsorber?

Die Multi-Source-Fähigkeit unterscheidet Solar-Luftabsorber von reiner Solarthermie, die im Wesentlichen nur Strahlung nutzt. Direkte und diffuse Sonnenstrahlung liefert bei klarem Himmel bis zu 600 bis 1.000 Watt pro Quadratmeter, bei bewölktem Himmel noch 100 bis 300 Watt pro Quadratmeter diffuse Strahlung – ganzjährig nutzbar, da keine Glasscheibe reflektiert.
Zusätzlich entzieht der Absorber der Umgebungsluft Wärme durch Konvektion, sobald die Absorberoberfläche kälter ist als die Luft. Wind verstärkt diesen Effekt deutlich: Empirische Formeln für konvektiven Wärmeübergang zeigen, dass schon bei geringen Windgeschwindigkeiten um 3 Meter pro Sekunde der Wärmeübergang gegenüber Windstille um mehr als das Doppelte steigen kann.
Sinkt die Absorbertemperatur unter den Taupunkt der Umgebungsluft, kondensiert Feuchtigkeit auf der Oberfläche und gibt latente Wärme ab – ein Effekt, der vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden auftritt. Niederschlag kann zusätzlich einen kleinen Beitrag leisten, wenn warmer Regen auf den kälteren Absorber trifft; dieser Anteil ist jedoch in unabhängigen Quellen nicht separat quantifiziert und deutlich geringer als der Beitrag von Strahlung und Konvektion. In Summe ermöglichen diese Effekte auch an bewölkten Wintertagen eine Teilregeneration, während klassische Solarthermie ohne direkte Strahlung praktisch keinen Ertrag liefert.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad von Solar-Luftabsorbern?

Der optische Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der auftreffenden Strahlung tatsächlich in Wärme umgewandelt wird. Das Viessmann-Datenblatt für SLK-Module nennt hierzu keinen expliziten optischen Wirkungsgrad, sondern Kenndaten wie Bruttofläche (2,61 m²), Absorberfläche (2,34 m²) und Wärmetauscherfläche (9,1 m²). Unabhängige, amtlich geprüfte Vergleichswerte zu verglasten Solarthermie-Kollektoren liegen für diesen Vergleich ebenfalls nicht vor, weshalb pauschale Prozent-Vergleiche zwischen beiden Techniken mit Vorsicht zu behandeln sind.
Der hohe Wert resultiert unter anderem daraus, dass ohne Glasabdeckung die Reflexion an einer Glasoberfläche entfällt, die bei verglasten Kollektoren üblicherweise einen Teil der Strahlung zurückwirft. Die Absorberoberfläche besteht laut Herstellerangaben aus Polyethylen (PE); eine explizite selektive Schwarzbeschichtung wird in den Datenblättern nicht genannt. Physikalisch sorgt eine dunkle Oberfläche generell für hohe solare Absorption und vergleichsweise geringere Infrarot-Abstrahlung, was nächtliche Abstrahlungsverluste begrenzen kann.
Die Zwei-Ebenen-Konstruktion der SLK-Module verdoppelt zudem die aktive Wärmetauscherfläche: Aus 2,34 Quadratmetern Grundfläche werden laut Datenblatt 9,1 Quadratmeter effektive Absorberfläche pro Modul. Das verbessert die Flächenausnutzung gegenüber älteren Ein-Ebenen-Bauweisen, wobei belastbare Herstellerangaben zu deren genauem Flächenverhältnis nicht vorliegen.

Wie wird die Absorberfläche dimensioniert? (2,6 m²/kW-Formel)

Als Planungsrichtwert für Viessmann-SLK-Systeme wird häufig eine Fläche von 2,6 Quadratmetern Absorberfläche pro Kilowatt Wärmepumpen-Heizleistung genannt. Dieser Wert stammt aus Hersteller- und Fachbetrieb-Erfahrung und ist kein amtlich normierter Wert, hat sich in der Praxis aber als Orientierung etabliert.
Für eine Wärmepumpe mit 10 Kilowatt Heizleistung ergibt sich daraus: 10 kW × 2,6 m²/kW = 26 Quadratmeter Absorberfläche. Bei einer Modulgröße von 2,34 Quadratmetern sind das 26 ÷ 2,34 = rund 11,1, in der Praxis also 11 SLK-Module.
Wird deutlich weniger installiert, etwa nur 8 Module mit 18,7 Quadratmetern beziehungsweise rund 1,87 m²/kW statt 2,6 m²/kW, regeneriert der Eisspeicher im Sommer häufig nicht vollständig. In der Praxis wird deshalb oft ein zusätzlicher Sicherheitspuffer bei der Absorberfläche eingeplant, auch wenn hierfür keine einheitliche Herstellervorgabe existiert: Für das 10-kW-Beispiel wären das rund 30 Quadratmeter beziehungsweise 13 statt 11 Module. Bei aktuellen Modulpreisen von rund 860 bis 1.200 Euro liegen die Mehrkosten für die 2 zusätzlichen Module meist deutlich unter 2.000 Euro, was sich durch eine stabilere Jahresarbeitszahl über die Betriebsjahre amortisieren kann.

Viessmann SLK: Technik im Detail

Der Viessmann SLK ist ein häufig eingesetztes und oft referenziertes Solar-Luftabsorber-System im deutschen Markt. Belastbare, unabhängig geprüfte Zahlen zum genauen Marktanteil liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor, weshalb hier auf konkrete Prozentangaben verzichtet wird. Die folgende Tabelle zeigt die technischen Kerndaten des Standardmoduls SLK-150 laut Hersteller-Datenblatt.
MerkmalWert
Absorberfläche / Bruttofläche2,34 m² / 2,61 m² (ca. 2.120 × 1.225 mm)
Effektive Wärmetauscherfläche9,1 m² (Zwei-Ebenen-Konstruktion)
Betriebstemperatur-Bereich-20°C bis +60°C laut Datenblatt

Was kostet ein Solar-Luftabsorber-System 2026?

Die folgenden Kostenspannen sind marktübliche Richtwerte aus Fachbetrieb- und Händlerangaben, keine amtlich geprüften Festpreise. Sie umfassen Material – Module, Montagesystem, Hydraulik, Sole – sowie die Installation.
SystemgrößeModuleKostenniveau
6–8 kW Wärmepumpe8eher niedrig
10–12 kW Wärmepumpe11mittel
15–18 kW Wärmepumpe18eher hoch
Die Installation macht bei solchen Systemen typischerweise einen spürbaren Anteil der Gesamtkosten aus, während der Großteil auf das Material entfällt. Eigenleistung bei der Dach-Montage kann Kosten sparen, die hydraulischen Anschlüsse sollten aber aus Gewährleistungsgründen einem Fachbetrieb vorbehalten bleiben.

Welche Montage-Optionen gibt es?

Solar-Luftabsorber lassen sich auf dem Schrägdach, dem Flachdach, an der Fassade oder freistehend im Garten montieren. Die Wahl beeinflusst Kosten, Ertrag und den erforderlichen Sicherheitspuffer bei der Dimensionierung erheblich.

Schrägdach-Montage

Die Montage auf einem geneigten Dach mit 25 bis 45 Grad Neigung ist die häufigste und meist günstigste Variante. Süd-Ausrichtung (180 Grad) ist ideal, Südost oder Südwest (135 bzw. 225 Grad) sind akzeptabel mit einem Minderertrag von grob 3 bis 7 Prozent gegenüber Süd-Ausrichtung. Die Dach-Statik muss eine zusätzliche Last durch Modul- und Unterkonstruktionsgewicht von rund 15 bis 25 Kilogramm pro Quadratmeter tragen können, wobei regionale Schnee- und Windlasten nach DIN EN 1991-1-3 zusätzlich zu berücksichtigen sind. Schnee-Ablagerung kann die Winterleistung deutlich reduzieren, wobei das genaue Ausmaß stark von Standort, Dachneigung und Reinigungsverhalten abhängt.

Flachdach-Montage

Auf dem Flachdach werden die Module über Aufständerungs-Gestelle auf 30 bis 45 Grad geneigt. Die Befestigung erfolgt entweder per Ballastierung mit Betonplatten ohne Dachdurchdringung oder per Verschraubung mit der Unterkonstruktion. Zwischen den Modul-Reihen muss ein ausreichender Abstand eingehalten werden, der sich aus Modulhöhe, Aufständerungswinkel und Sonnenstand ergibt, um gegenseitige Verschattung im Winter bei niedrigem Sonnenstand zu vermeiden.

Fassade und Freifläche

Eine vertikale Fassaden-Montage ist möglich, mindert den Ertrag aber deutlich, weshalb gegenüber der Standard-Formel von 2,6 m²/kW eine deutlich größere Absorberfläche pro kW eingeplant werden sollte – die genaue Steigerung hängt stark von Standort und Fassadenausrichtung ab. Als freistehende Alternative eignet sich ein Rahmengestell im Garten mit einem frostfreien Fundament, dessen Tiefe sich nach den regionalen Frosttiefen richtet; die Kosten für Fundament und Gestell kommen zusätzlich zu den Modulkosten hinzu. Beide Varianten kommen vor allem infrage, wenn keine geeignete Dachfläche verfügbar ist, etwa bei Reihenhäusern ohne eigenes Dach.

Wie funktionieren die Betriebsmodi (Direkt, Speicher, Parallel)?

Die Regelung wählt je nach Temperatur- und Bedarfslage automatisch zwischen drei Betriebsmodi, um die Effizienz ganzjährig zu maximieren.

Modus 1: Direkte Speicher-Regeneration

Dieser Modus ist aktiv, wenn die Sole aus den Absorbern wärmer ist als das Speicherwasser, was vor allem an sonnigen Tagen der Fall ist. Die erwärmte Sole schmilzt im oberen Bereich des Eisspeichers das Restwinter-Eis und erhöht so die gespeicherte Energiemenge. Dieser Modus dominiert vor allem in den wärmeren Monaten von April bis September, wobei die genaue Regenerationsleistung stark von Sonneneinstrahlung, Absorberfläche und Systemauslegung abhängt.

Modus 2: Direkte Wärmepumpen-Speisung

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Bei ausreichend hoher Absorbertemperatur und gleichzeitigem Wärmebedarf im Haus wird die Sole direkt zur Wärmepumpe geführt, ohne den Eisspeicher zu passieren. Dabei kann die Jahresarbeitszahl deutlich steigen, weil die Quelltemperatur höher liegt als im normalen Eisspeicher-Betrieb bei 0 bis 4°C. Dieser Modus tritt vor allem im Frühjahr und Herbst auf und kann durch die höhere Effizienz in diesen Phasen die Stromkosten über das Jahr spürbar senken.

Modus 3: Parallel-Betrieb

In Übergangszeiten wie April, Mai, September und Oktober teilt ein Drei-Wege-Ventil die Sole-Menge zwischen Speicher-Regeneration und direkter Wärmepumpen-Speisung auf, abhängig von Temperaturniveau und Wärmebedarf. Diese Kombination kann die Gesamt-Jahresarbeitszahl gegenüber reiner Speicher-Regeneration verbessern, wobei das genaue Ausmaß stark vom jeweiligen System abhängt.

Lohnt sich die Kombination mit Photovoltaik (Kraftdach)?

Bei einem Kraftdach werden PV-Module oberhalb der Solar-Luftabsorber montiert, mit einem gewissen Abstand zur Hinterlüftung. Die Absorber kühlen die PV-Module, die sonst an heißen Sommertagen 60 bis 70°C erreichen und dadurch etwa 10 bis 20 Prozent Leistung verlieren können; eine Kühlung durch die Absorber kann diesen Verlust reduzieren. Umgekehrt können die Absorber von der Abwärme der PV-Module profitieren, auch wenn der genaue Ertragszuwachs nicht belastbar quantifiziert ist.
Das Hybrid-Montagesystem kostet spürbar mehr als eine Standard-PV-Montage, da zusätzliche Unterkonstruktion und Aufwand für die Kombination mit den Solar-Luftabsorbern anfallen. Der zusätzliche Ertrag durch die gegenseitige Kühlung bzw. Abwärmenutzung ist vergleichsweise gering, sodass sich die Mehrkosten wirtschaftlich oft nur über sehr lange Zeiträume amortisieren. Wirtschaftlich sinnvoll ist die Kombination vor allem, wenn die Dachfläche knapp ist und Photovoltaik und Wärmepumpe zwingend auf demselben begrenzten Dach untergebracht werden müssen.

Welche Förderung gibt es 2026 für Wärmepumpe und Solar-Luftabsorber?

Seit dem 21. Juli 2026 gilt für die KfW-Heizungsförderung (Produkt 458) eine überarbeitete Bonus-Struktur mit neuen Fristen. Die wichtigsten Eckwerte zeigt die folgende Tabelle; ausführlich erklärt sie der Beitrag zum KfW-Update ab Juli 2026.
FörderbausteinHöhe / Anforderung
Grundförderung (KfW 458)30 %
Klimageschwindigkeitsbonus16 Prozentpunkte (sinkt ab 01.02.2027 um 4 Punkte je Halbjahr, entfällt 01.08.2028)
Einkommensbonus40 % / 30 % / 10 % je nach Haushaltseinkommen
Kostenobergrenze Einfamilienhaus28.000 €
Mindest-JAZ Wärmepumpe3,0
Solarthermie-Mindestertrag (nur verglast)525 kWh/m²/Jahr
Neben der Mindest-JAZ von 3,0 müssen geförderte Luft-Wasser-Wärmepumpen mindestens 10 dB unter den Geräuschgrenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen und eine Steuerbarkeit über eine digitale Schnittstelle für netzorientierten Betrieb ermöglichen; die konkrete Ausgestaltung dieser Schnittstelle, etwa eine mögliche künftige Pflicht zum Code of Conduct for Energy Smart Appliances, ist bislang nicht abschließend rechtsverbindlich festgelegt. Diese Anforderungen betreffen die Wärmepumpe selbst und gelten daher auch für Eisspeicher-Systeme, deren Wärmequelle der Solar-Luftabsorber ist.
Für die Solar-Luftabsorber-Module selbst gilt jedoch eine wichtige Einschränkung: Solarthermische Anlagen ohne transparente Abdeckung auf der Frontseite – etwa Schwimmbadabsorber und baugleich unverglaste Luftabsorber – sind in der BEG EM als eigenständige solarthermische Maßnahme zur Wärmeversorgung des Gebäudes nicht förderfähig. Werden Solar-Luftabsorber dagegen ausschließlich als Wärmequelle für eine Wärmepumpe genutzt, ist die Zuordnung zu dieser Ausschlussregel nicht eindeutig geregelt; förderfähig bleibt in der Regel jedenfalls die angeschlossene Wärmepumpe, sofern sie die genannten Anforderungen erfüllt. Bauherren sollten diesen Punkt vor der Planung mit dem Fachbetrieb oder einer Energieberatung klären.
Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden, wobei ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung an die Förderzusage zulässig ist. Der Bewilligungszeitraum beträgt 36 Monate ab Zugang des Zuwendungsbescheids, und der Verwendungsnachweis ist innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Vorhabens einzureichen, spätestens jedoch sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums.

Wartung, Störungen und Lebensdauer

Der Wartungsaufwand von Solar-Luftabsorbern ist im Vergleich zu anderen Systemkomponenten gering. Eine jährliche Sichtkontrolle der Absorberoberfläche dauert 15 bis 30 Minuten in Eigenleistung, die Druckkontrolle am Ausdehnungsgefäß nur wenige Minuten; der genaue Solldruck wird objektspezifisch aus Kollektorbetriebsdruck und Höhendifferenz berechnet und liegt häufig bei einem Mindestdruck von rund 1,5 Bar. Insgesamt liegt der jährliche Aufwand bei 1 bis 2 Stunden Eigenleistung oder 150 bis 300 Euro für einen Fachbetrieb inklusive Protokoll.

Typische Störungen und Kosten

Die häufigsten Probleme lassen sich meist mit überschaubarem Aufwand beheben. Wichtigste Regel: Nach jeder Wartung oder Erstinbetriebnahme sollte das System sorgfältig entlüftet werden, da Luft im Kreislauf die häufigste Ursache für Leistungseinbußen ist.
ProblemUrsacheLösungKosten
Deutlicher LeistungsabfallLuft im Sole-KreislaufEntlüften an den höchsten Punktenje nach Aufwand variabel
Sole-Verlust über die ZeitUndichte VerschraubungenNachziehen der Verschraubungen durch Fachbetriebje nach Aufwand variabel
Verschmutzte OberflächeVogelkot, Pollen, StaubReinigung, ggf. mit Hochdruckreinigerje nach Aufwand variabel
Frostschaden im WinterZu geringe Glykol-KonzentrationKonzentration auf einen sichereren Frostschutzwert anheben (häufig im Bereich von rund 25 bis 40 Prozent)je nach Aufwand variabel

Lebensdauer der Komponenten

Die Absorber-Module selbst gelten laut Herstellerangabe als besonders langlebig und für den dauerhaften Außeneinsatz ausgelegt; ähnliche Solarprodukte zeigen über 25 bis 30 Jahre typischerweise einen Leistungsverlust durch UV- und Witterungsdegradation im Bereich von etwa 10 bis 20 Prozent. Hydraulik-Komponenten wie Pumpen halten dagegen häufig nur 15 bis 20 Jahre und müssen im Lauf der Zeit ersetzt werden. Da die Wärmepumpe selbst meist ebenfalls nur 15 bis 20 Jahre hält, überdauern die Absorber häufig mehr als eine Wärmepumpen-Generation und gelten als eine der langlebigsten Komponenten im Gesamtsystem.

Häufige Fragen zu Solar-Luftabsorbern

Wie funktioniert die Dichtheitsprüfung der Modulverbindungen?

Bei der Dichtheitsprüfung wird das System mit einem erhöhten Prüfdruck über einen gewissen Zeitraum beaufschlagt, um schleichende Lecks an Verschraubungen und Modulverbindungen aufzudecken. Diese Prüfung wird üblicherweise in regelmäßigen Abständen von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt und verursacht Kosten für Prüfung und Protokoll.

Eignet sich ein Solar-Luftabsorber auch ohne Eisspeicher?

Nein – ohne Eisspeicher hat ein Solar-Luftabsorber keinen Wärmepuffer, in den er seine Energie einspeisen kann, und ist damit weitgehend wirkungslos. Die Technik ist speziell für die Kombination mit einem Eisspeicher konzipiert; für Wärmepumpen ohne Eisspeicher sind klassische Solarthermie-Kollektoren oder eine größere Erdsonde die passendere Ergänzung.

Was kostet ein einzelnes Solar-Luftabsorber-Modul?

Laut Marktübersichten liegt der Preis pro Viessmann-SLK-Modul grob zwischen 860 und 1.200 Euro, abhängig von Händler und Abnahmemenge – bei größeren Stückzahlen sind Rabatte üblich. Hinzu kommen Montagesystem, Hydraulik-Verbinder und Sole-Befüllung, die in den Systemkosten aus der Kostentabelle bereits enthalten sind.

Wie unterscheidet sich ein Solar-Luftabsorber von einem Schwimmbadabsorber?

Ein Schwimmbadabsorber ist ebenfalls unverglast, aber ausschließlich auf die Erwärmung von Badewasser mit direkter Wasserdurchströmung ausgelegt. Ein Solar-Luftabsorber nutzt dagegen eine Sole aus Wasser und Glykol und speist die Wärme in einen Eisspeicher oder direkt in die Wärmepumpe ein. Förderrechtlich werden beide gleich behandelt: Da beiden die transparente Frontabdeckung fehlt, sind sie nach den BEG-EM-Regeln nicht als solarthermische Anlage förderfähig.

Ist für einen freistehenden Solar-Luftabsorber eine Genehmigung nötig?

Bei einer freistehenden Installation als Energie-Zaun im Garten kann je nach Bundesland und Grenzabstand eine Baugenehmigung erforderlich sein, insbesondere wenn die Anlage nahe an der Grundstücksgrenze steht. Vor dem Bau sollte deshalb Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt gehalten werden; bei Grenznähe ist oft zusätzlich die Zustimmung des Nachbarn sinnvoll.

Kann ein Solar-Luftabsorber nachträglich an eine bestehende Eisspeicher-Wärmepumpe angebaut werden?

Ja, ein nachträglicher Anbau ist technisch möglich, solange am Dach oder im Garten ausreichend Fläche verfügbar ist und die Hydraulik der Wärmepumpe beziehungsweise des Eisspeichers einen zusätzlichen Solekreis aufnehmen kann. In der Praxis ist die Nachrüstung meist aufwendiger als eine Erstinstallation, da zusätzliche Leitungswege und ein zusätzlicher Kreislauf-Anschluss am bestehenden Eisspeicher benötigt werden.

Für wen lohnt sich ein Solar-Luftabsorber?

Solar-Luftabsorber sind eine spezialisierte Komponente für Eisspeicher-Wärmepumpen-Systeme und keine universelle Lösung für jedes Haus.

Empfohlen wenn ...

  • Ein Eisspeicher-System geplant oder installiert ist, da Solar-Luftabsorber in den meisten Anwendungen in Kombination mit einem Eisspeicher genutzt werden (ein Betrieb als reine Wärmequelle ohne Eisspeicher ist technisch möglich, aber unüblich).
  • Das Dach Süd-ausgerichtet ist mit 25 bis 45 Grad Neigung.
  • Ausreichend Dachfläche verfügbar ist – als Planungsbeispiel werden für eine 10-kW-Wärmepumpe häufig um die 11 bis 13 Module beziehungsweise rund 26 bis 30 Quadratmeter angesetzt.
  • Das Budget ausreichend ist, um Absorber, Eisspeicher und Wärmepumpe zusammen zu finanzieren – die Gesamtkosten variieren stark je nach Systemgröße.
  • Eine Ziel-Jahresarbeitszahl von 5,5 oder mehr angestrebt wird.

Nicht empfohlen wenn ...

  • Kein Eisspeicher geplant ist – dann bleibt der Absorber ungenutzt.
  • Das Dach Nord-ausgerichtet oder stark verschattet ist, wodurch die Leistung gegenüber dem Optimalwert deutlich sinkt.
  • Nur wenig Dachfläche verfügbar ist, sodass sich das System nicht mehr sinnvoll dimensionieren lässt.
  • Ein Fördernachweis über eine eigenständige solarthermische Maßnahme erwartet wird – diesen liefert der Absorber wegen der fehlenden Verglasung nicht.
In der passenden Konstellation ermöglichen Solar-Luftabsorber vergleichsweise hohe Jahresarbeitszahlen und damit eine der effizienteren Wärmepumpen-Lösungen am Markt. Die Investition ist hoch, doch die Betriebskosten für Heizung und Warmwasser bleiben bei einem gut ausgelegten System vergleichsweise niedrig. Für Bauherren mit Süddach, ausreichender Fläche und Eisspeicher-Wunsch bleibt die Technik damit eine der effizientesten, wenn auch investitionsintensivsten Lösungen.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen