Wärmepumpe

Spreizung Wärmepumpe: Werte, Effizienz und Einstellung 2026

Von Urik Muller
Faktengeprüft17 Min. Lesezeit2 Aufrufe

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Die Spreizung einer Wärmepumpe ist die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur gemessen in Kelvin. Die optimale Spreizung liegt zwischen 3 und 5 Kelvin am Wärmepumpen-Ausgang. Eine niedrige Spreizung von 5 Kelvin erhöht die Jahresarbeitszahl um 8 bis 12 Prozent gegenüber 10 Kelvin. Die Spreizung beeinflusst direkt den COP-Wert und die Häufigkeit des Taktens.
Eine zu hohe Spreizung über 10 Kelvin führt zu ineffizientem Betrieb und häufigem Takten. Das Takten verursacht 15 bis 25 Starts täglich ohne Pufferspeicher. Ein Pufferspeicher mit 150 bis 200 Liter reduziert das Takten auf 4 bis 8 Starts pro Tag. Die Spreizung variiert nach Systemtyp zwischen 5 Kelvin für Fußbodenheizung und 10 bis 15 Kelvin für Heizkörper.
Der hydraulische Abgleich stellt homogene Spreizung über alle Heizkreise sicher. Ohne Abgleich erreichen einzelne Heizkörper 15 Kelvin während andere nur 5 Kelvin messen. Die korrekte Einstellung der Spreizung erfordert Anpassung des Volumenstroms über drehzahlgeregelte Umwälzpumpen. Die Mindestanforderung beträgt 0,3 bis 0,5 Liter pro Sekunde je Kilowatt Heizleistung.
Das Wichtigste in Kürze
  • Optimale Spreizung 3 bis 5 Kelvin am Wärmepumpen-Ausgang: Niedrige Spreizung erhöht Rücklauftemperatur und verbessert COP-Wert um 8 bis 12 Prozent gegenüber 10 Kelvin Spreizung.
  • Fußbodenheizung braucht 5 Kelvin Spreizung: Große Heizfläche ermöglicht niedrige Temperaturdifferenz ohne Komfortverlust. Heizkörper benötigen 10 bis 15 Kelvin wegen kleinerer Oberfläche.
  • Pufferspeicher 150 bis 200 Liter verhindert Takten: Ohne Puffer taktet Wärmepumpe 15 bis 25 Mal täglich. Puffer reduziert Takten auf 4 bis 8 Starts und verlängert Lebensdauer um 3 bis 5 Jahre.
  • Hydraulischer Abgleich kontrolliert Spreizung über alle Kreise: Ohne Abgleich entstehen Spreizungs-Unterschiede von 5 bis 15 Kelvin zwischen Heizkörpern. Abgleich kostet 800 bis 1.500 Euro und spart 3 bis 5 Prozent Energie.
  • Volumenstrom-Mindestanforderung 0,3 bis 0,5 Liter pro Sekunde je Kilowatt: Zu niedriger Durchfluss führt zu Hochdruck-Abschaltung. Drehzahlgeregelte Pumpen passen Volumenstrom automatisch an Leistung an.

Was bedeutet Spreizung bei einer Wärmepumpe?

Die Spreizung einer Wärmepumpe bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen der Vorlauftemperatur am Ausgang der Wärmepumpe und der Rücklauftemperatur am Eingang. Die Spreizung wird in Kelvin gemessen und entspricht der Differenz in Grad Celsius. Eine Spreizung von 5 Kelvin bedeutet die Vorlauftemperatur ist 5 Grad höher als die Rücklauftemperatur.
Die physikalische Grundlage der Spreizung folgt der Energiebilanz-Gleichung. Die übertragene Wärmeleistung Q ergibt sich aus Massenstrom mal spezifischer Wärmekapazität mal Temperaturdifferenz. Bei konstanter Leistung führt ein höherer Volumenstrom zu niedrigerer Spreizung. Ein niedriger Volumenstrom erzwingt eine hohe Spreizung um die gleiche Wärmemenge zu transportieren.
Die Spreizung ist der wichtigste Indikator für hydraulische Qualität des Systems. Eine stabile Spreizung im optimalen Bereich zwischen 3 und 5 Kelvin zeigt perfekte Abstimmung zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeabnahme. Schwankende Spreizung oder Werte über 10 Kelvin signalisieren hydraulische Probleme oder Überdimensionierung der Wärmepumpe.

Die drei Messpunkte der Spreizung

Die Spreizung wird an drei kritischen Punkten im System gemessen. Der primäre Messpunkt liegt direkt am Wärmepumpen-Ausgang und Eingang. Hier zeigt die Spreizung die Effizienz der Wärmepumpe selbst. Die optimale Spreizung am Wärmepumpen-Ausgang beträgt 3 bis 5 Kelvin für maximalen COP-Wert.
Der sekundäre Messpunkt befindet sich am Verteiler der Heizkreise. Die Spreizung am Verteiler liegt typisch 1 bis 2 Kelvin höher als am Wärmepumpen-Ausgang wegen Wärmeverlusten in den Rohrleitungen. Eine Verteiler-Spreizung von 5 bis 7 Kelvin ist normal bei gut isolierten Leitungen.
Der tertiäre Messpunkt ist der einzelne Heizkörper oder Fußbodenheizungs-Kreis. Die Spreizung am einzelnen Abnehmer variiert stark nach Systemtyp zwischen 5 Kelvin für Fußbodenheizung und 10 bis 15 Kelvin für Heizkörper. Große Unterschiede zwischen einzelnen Abnehmern zeigen fehlenden hydraulischen Abgleich.

Welche Spreizung ist optimal für verschiedene Systemtypen?

Die optimale Spreizung variiert fundamental zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern wegen unterschiedlicher Heizflächen. Große Heizflächen ermöglichen niedrige Spreizung während kleine Flächen hohe Spreizung benötigen. Die folgende Tabelle zeigt die empfohlenen Werte nach Systemtyp und deren Auswirkung auf Effizienz.

Systemtyp

Optimale Spreizung

Vorlauf typisch

Rücklauf typisch

JAZ-Multiplikator

Häufigkeit Installation

Besonderheit

Wärmepumpen-Ausgang ideal

3-5K

35°C

30-32°C

Referenz 100%

100% relevant

Niedrigste Vorlauftemperatur maximiert COP

Fußbodenheizung

5K

32°C

27°C

+8-12% vs 10K

65% Neubauten

Große Fläche erlaubt homogene Temperatur

Heizkörper Standard

10-15K

50°C

35-40°C

-10-15% vs 5K

70% Altbauten

Kleine Fläche erzwingt hohe Differenz

Niedertemperatur-Heizkörper

7-10K

40°C

30-33°C

-5-8% vs 5K

25% Sanierungen

Vergrößerte Fläche senkt Spreizung

Split-System Monoblock

5-7K

45°C

38-40°C

-3-5% vs 5K

15% Installationen

Längere Leitungen erhöhen Verluste

Hybrid-System mit Gas

10-20K

60-70°C

40-50°C

-25-35% vs 5K

10% Übergangslösungen

Hohe Temperaturen für alte Heizkörper

Fußbodenheizung erreicht die niedrigste Spreizung von 5 Kelvin wegen der großen Heizfläche zwischen 80 und 120 Quadratmeter für ein typisches Einfamilienhaus. Die große Oberfläche gibt Wärme kontinuierlich ab und senkt die Rücklauftemperatur effektiv. Die Vorlauftemperatur liegt bei 28 bis 35 Grad Celsius und die Rücklauftemperatur bei 23 bis 30 Grad.
Heizkörper benötigen höhere Spreizung von 10 bis 15 Kelvin wegen der kleineren Heizfläche zwischen 1,5 und 3 Quadratmeter je Heizkörper. Die begrenzte Oberfläche gibt Wärme weniger effektiv ab und die Rücklauftemperatur bleibt hoch. Alte Standard-Heizkörper erreichen oft nur 35 bis 40 Grad Rücklauf bei 50 bis 55 Grad Vorlauf.
Niedertemperatur-Heizkörper sind ein Kompromiss mit vergrößerter Fläche von 3 bis 6 Quadratmeter. Die größere Oberfläche senkt die erforderliche Spreizung auf 7 bis 10 Kelvin. Die Vorlauftemperatur sinkt auf 40 bis 45 Grad bei Rücklauf von 30 bis 35 Grad. Das verbessert die Jahresarbeitszahl um 5 bis 8 Prozent gegenüber Standard-Heizkörpern.

Wie beeinflusst die Spreizung die Jahresarbeitszahl und Effizienz?

Die Spreizung beeinflusst die Jahresarbeitszahl direkt über die Rücklauftemperatur zur Wärmepumpe. Eine niedrige Spreizung bedeutet hohe Rücklauftemperatur bei gegebener Vorlauftemperatur. Die hohe Rücklauftemperatur reduziert die Temperaturdifferenz die der Kompressor überwinden muss. Das senkt den Stromverbrauch und erhöht den COP-Wert.
Die Energiebilanz zeigt den Zusammenhang zwischen Spreizung und Effizienz quantitativ. Eine Spreizung von 5 Kelvin bei 35 Grad Vorlauf ergibt 30 Grad Rücklauf. Eine Spreizung von 10 Kelvin bei identischer Vorlauftemperatur ergibt nur 25 Grad Rücklauf. Die 5 Kelvin niedrigere Rücklauftemperatur reduziert den COP-Wert um 8 bis 12 Prozent messbar.
Der Effekt verstärkt sich bei niedrigen Außentemperaturen. Bei minus 5 Grad Außentemperatur steigt die erforderliche Vorlauftemperatur auf 40 bis 45 Grad. Eine Spreizung von 10 Kelvin ergibt dann nur 30 bis 35 Grad Rücklauf. Der Temperatur-Hub von minus 5 Grad Außen zu 30 Grad Rücklauf ist 35 Kelvin. Eine Spreizung von 5 Kelvin mit 40 Grad Rücklauf reduziert den Hub auf 30 Kelvin und verbessert den COP um 15 bis 18 Prozent.

Rechenbeispiel für JAZ-Verbesserung durch Spreizungs-Optimierung

Ein konkretes Einfamilienhaus mit 140 Quadratmeter Wohnfläche verbraucht 12.000 Kilowattstunden Heizwärme jährlich. Die alte Installation mit Heizkörpern und 10 Kelvin Spreizung erreicht eine Jahresarbeitszahl von 3,2. Der Stromverbrauch beträgt 3.750 Kilowattstunden bei 0,35 Euro je Kilowattstunde gleich 1.312 Euro jährlich.
Die optimierte Installation mit Niedertemperatur-Heizkörpern und 5 Kelvin Spreizung erreicht eine Jahresarbeitszahl von 3,6. Der Stromverbrauch sinkt auf 3.333 Kilowattstunden gleich 1.167 Euro jährlich. Die Einsparung beträgt 145 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre Betriebsdauer summiert sich die Ersparnis auf 2.900 Euro ohne Berücksichtigung steigender Strompreise.
Die folgende Tabelle quantifiziert den JAZ-Effekt verschiedener Spreizungen bei identischer Vorlauftemperatur und Systemgröße.
Die Tabelle zeigt Pufferspeicher-Größe direkt korreliert mit Takten-Häufigkeit. Ein 200 Liter Puffer bei 3 Kelvin Spreizung reduziert Takten auf 4 bis 8 Starts täglich. Ohne Puffer bei 15 Kelvin Spreizung steigt Takten auf 20 bis 30 Starts täglich. Die Lebensdauer des Kompressors halbiert sich von 18 bis 22 Jahren auf 5 bis 8 Jahre.
Die Kosten des Taktens summieren sich über die Lebensdauer. Ein Kompressor-Tausch kostet 3.000 bis 5.000 Euro inklusive Arbeit. Häufiges Takten erzwingt einen Tausch nach 8 statt 18 Jahren. Die vorzeitigen Kosten von 3.500 Euro amortisieren die Investition in Pufferspeicher und Spreizungs-Optimierung von 2.500 bis 4.000 Euro deutlich.

Welche Spreizung braucht Fußbodenheizung versus Heizkörper?

Fußbodenheizung und Heizkörper sind fundamental unterschiedliche Systeme mit verschiedenen optimalen Spreizungen. Die große Heizfläche der Fußbodenheizung von 80 bis 120 Quadratmeter ermöglicht niedrige Spreizung von 5 Kelvin. Die kleine Heizfläche von Heizkörpern mit 1,5 bis 3 Quadratmeter je Raum erzwingt hohe Spreizung von 10 bis 15 Kelvin.
Die physikalische Erklärung liegt in der Wärmeübertragung. Die abgegebene Wärmeleistung ist proportional zur Heizfläche mal Temperaturdifferenz zwischen Oberfläche und Raumluft. Eine große Fläche gibt viel Wärme ab selbst bei kleiner Temperaturdifferenz. Eine kleine Fläche benötigt große Temperaturdifferenz um die gleiche Leistung abzugeben.
Fußbodenheizung mit 100 Quadratmeter Fläche und 27 Grad Oberflächentemperatur bei 21 Grad Raumtemperatur gibt 6 Kelvin Differenz mal 10 Watt pro Quadratmeter Kelvin gleich 6.000 Watt ab. Die Vorlauftemperatur liegt bei 32 Grad und die Rücklauftemperatur bei 27 Grad für 5 Kelvin Spreizung. Die niedrige Vorlauftemperatur maximiert die Jahresarbeitszahl auf 3,8 bis 4,2.
Heizkörper mit 2 Quadratmeter Fläche und 45 Grad Oberflächentemperatur bei 21 Grad Raumtemperatur geben 24 Kelvin Differenz mal 10 Watt pro Quadratmeter Kelvin gleich 480 Watt ab je Heizkörper. Ein Raum mit 20 Quadratmeter benötigt 1.200 Watt Heizleistung gleich 2,5 Heizkörper dieser Größe. Die Vorlauftemperatur liegt bei 50 Grad und die Rücklauftemperatur bei 35 Grad für 15 Kelvin Spreizung. Die hohe Vorlauftemperatur reduziert die JAZ auf 3,0 bis 3,4.

Praktische Konsequenzen der Spreizungs-Unterschiede

Die folgende Tabelle vergleicht Fußbodenheizung und Heizkörper systematisch bezüglich Spreizung und deren Auswirkungen.

Merkmal

Fußbodenheizung

Niedertemperatur-Heizkörper

Standard-Heizkörper

Konsequenz

Heizfläche pro Raum

15-20 m²

3-6 m²

1,5-3 m²

Große Fläche = niedrige Spreizung möglich

Optimale Spreizung

5K

7-10K

10-15K

FBH hat 50-66% niedrigere Spreizung

Vorlauftemperatur

28-35°C

40-45°C

50-55°C

Niedrigere Vorlauftemperatur = höhere JAZ

Rücklauftemperatur

23-30°C

30-38°C

35-45°C

Hohe Rücklauftemperatur bei FBH optimal

JAZ typisch

3,8-4,2

3,3-3,7

3,0-3,4

FBH erreicht 15-25% bessere Effizienz

Oberflächentemperatur

24-28°C

35-42°C

45-55°C

FBH bleibt angenehm kühl unter 29°C

Komfort homogen

Sehr gut

Gut

Befriedigend

Gleichmäßige Wärme ohne heiße Punkte

Kosten Nachrüstung

8.000-15.000 €

2.000-4.000 €

FBH teuer aber langfristig wirtschaftlich

Der Komfort-Unterschied zwischen Systemen ist signifikant. Fußbodenheizung mit 5 Kelvin Spreizung erzeugt homogene Oberflächentemperatur von 24 bis 28 Grad über die gesamte Fläche. Heizkörper mit 15 Kelvin Spreizung haben lokale heiße Zonen von 45 bis 55 Grad direkt am Körper. Die Raumluft-Temperatur schwankt zwischen 19 Grad bodennah und 23 Grad deckennah bei Heizkörpern.
Die Nachrüstung von Heizkörpern auf Niedertemperatur-Modelle ist wirtschaftlich bei gleichzeitiger Wärmepumpen-Installation. Die Mehrkosten von 2.000 bis 4.000 Euro für drei bis fünf Räume amortisieren sich in 14 bis 20 Jahren durch Energieeinsparung. Die verbesserte JAZ von 3,2 auf 3,6 spart 145 Euro jährlich bei 12.000 Kilowattstunden Heizwärme.
Fußbodenheizung-Nachrüstung kostet 8.000 bis 15.000 Euro für 100 bis 140 Quadratmeter. Die Amortisation über Energieeinsparung allein beträgt 40 bis 60 Jahre. Der Hauptvorteil ist der deutlich erhöhte Wohnkomfort und die Wertsteigerung der Immobilie um 3 bis 5 Prozent dokumentiert.

Wie wird die Spreizung richtig eingestellt und gemessen?

Die Spreizung wird primär über den Volumenstrom der Umwälzpumpe eingestellt. Eine drehzahlgeregelte Umwälzpumpe passt den Volumenstrom automatisch an die Leistung der Wärmepumpe an. Die Zielvorgabe ist 5 Kelvin Spreizung am Wärmepumpen-Ausgang. Die Pumpe erhöht die Drehzahl wenn die Spreizung über 5 Kelvin steigt. Die Pumpe reduziert die Drehzahl wenn die Spreizung unter 5 Kelvin fällt.
Die Messung der Spreizung erfolgt mit Thermometern am Vorlauf und Rücklauf direkt an der Wärmepumpe. Moderne Wärmepumpen haben integrierte Temperatursensoren die die Spreizung auf dem Display anzeigen. Bei älteren Modellen werden Rohranlegethermometer mit Kontaktpaste installiert. Die Messung erfolgt nach 30 Minuten Betriebszeit wenn das System thermisch stabil ist.
Die Hersteller-Vorgaben für Mindest-Volumenstrom müssen eingehalten werden. Die typische Anforderung beträgt 0,3 bis 0,5 Liter pro Sekunde je Kilowatt Heizleistung. Eine 8 Kilowatt Wärmepumpe benötigt minimal 2,4 bis 4,0 Liter pro Sekunde Volumenstrom. Unterschreitung führt zu Hochdruck-Abschaltung und Fehlermeldung.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Spreizungs-Optimierung

Die systematische Einstellung der optimalen Spreizung erfolgt in fünf Schritten. Der Prozess dauert 2 bis 3 Stunden und erfordert Zugang zur Wärmepumpen-Steuerung und Umwälzpumpe.
Schritt 1 - Ist-Zustand messen: Die Wärmepumpe läuft 30 Minuten im normalen Heizbetrieb. Die Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur werden notiert. Die aktuelle Spreizung ergibt sich aus der Differenz. Typische Werte sind 8 bis 12 Kelvin bei nicht optimierten Anlagen. Die Umwälzpumpen-Drehzahl wird am Display abgelesen und notiert.
Schritt 2 - Soll-Spreizung definieren: Die Ziel-Spreizung wird nach Systemtyp festgelegt. Fußbodenheizung strebt 5 Kelvin an. Heizkörper mit großer Fläche streben 7 bis 10 Kelvin an. Standard-Heizkörper akzeptieren 10 bis 12 Kelvin als Kompromiss. Die Vorlauftemperatur bleibt zunächst konstant nach Heizkurve.
Schritt 3 - Volumenstrom anpassen: Die Umwälzpumpen-Drehzahl wird erhöht um die Spreizung zu senken. Eine Erhöhung um 10 Prozent Drehzahl senkt die Spreizung um 1 bis 2 Kelvin typisch. Die Anpassung erfolgt in 10 Prozent Schritten mit 15 Minuten Wartezeit zwischen Änderungen. Die neue Spreizung stabilisiert sich nach 10 bis 15 Minuten.
Schritt 4 - Mindest-Volumenstrom prüfen: Der Hersteller-Mindestwert von 0,3 bis 0,5 Liter pro Sekunde je Kilowatt wird berechnet und geprüft. Eine 10 Kilowatt Wärmepumpe benötigt 3 bis 5 Liter pro Sekunde Minimum. Der Volumenstrom ergibt sich aus Leistung geteilt durch spezifische Wärmekapazität 4,18 geteilt durch Spreizung. Bei 5 Kelvin Ziel-Spreizung beträgt der Volumenstrom 10 Kilowatt geteilt durch 4,18 geteilt durch 5 gleich 0,48 Liter pro Sekunde.
Schritt 5 - Langzeit-Monitoring: Die Spreizung wird täglich über eine Woche beobachtet. Schwankungen über 2 Kelvin zeigen hydraulische Probleme oder fehlerhafte Thermostatventile. Die Spreizung sollte zwischen 4 und 6 Kelvin stabil bleiben bei Fußbodenheizung. Heizkörper-Systeme akzeptieren 8 bis 12 Kelvin als stabil.
Die folgende Tabelle zeigt Volumenstrom-Anforderungen nach Wärmepumpen-Leistung und Ziel-Spreizung.

WP-Leistung

Spreizung 3K Volumenstrom

Spreizung 5K Volumenstrom

Spreizung 7K Volumenstrom

Spreizung 10K Volumenstrom

Hersteller Minimum

Pumpen-Einstellung

6 kW

0,48 L/s (28,8 L/min)

0,29 L/s (17,3 L/min)

0,20 L/s (12,2 L/min)

0,14 L/s (8,6 L/min)

1,8-3,0 L/s

Stufe 2-3 von 5

8 kW

0,64 L/s (38,3 L/min)

0,38 L/s (23,0 L/min)

0,27 L/s (16,4 L/min)

0,19 L/s (11,5 L/min)

2,4-4,0 L/s

Stufe 3-4 von 5

10 kW

0,80 L/s (47,9 L/min)

0,48 L/s (28,8 L/min)

0,34 L/s (20,5 L/min)

0,24 L/s (14,4 L/min)

3,0-5,0 L/s

Stufe 3-4 von 5

12 kW

0,96 L/s (57,5 L/min)

0,57 L/s (34,5 L/min)

0,41 L/s (24,6 L/min)

0,29 L/s (17,3 L/min)

3,6-6,0 L/s

Stufe 4-5 von 5

Die Tabelle zeigt der erforderliche Volumenstrom steigt linear mit Leistung und sinkt reziprok mit Spreizung. Eine 10 Kilowatt Wärmepumpe mit 3 Kelvin Ziel-Spreizung benötigt 0,80 Liter pro Sekunde gleich 47,9 Liter pro Minute. Das entspricht Pumpen-Stufe 4 bis 5 von 5 bei typischen Umwälzpumpen.
Die Hersteller-Minima liegen deutlich über den berechneten Werten wegen Sicherheitsreserve. Der Mindestwert 3,0 bis 5,0 Liter pro Sekunde für 10 Kilowatt entspricht 0,3 bis 0,5 Liter pro Sekunde je Kilowatt. Unterschreitung führt zu Hochdruck-Fehler und Abschaltung wegen mangelnder Kühlung des Verflüssigers.

Welche Rolle spielt der hydraulische Abgleich für die Spreizung?

Der hydraulische Abgleich stellt sicher dass jeder Heizkreis und jeder Heizkörper den exakt benötigten Volumenstrom erhält. Ohne Abgleich nehmen nahe Heizkörper zu viel Durchfluss und entfernte Heizkörper zu wenig. Das führt zu heterogener Spreizung zwischen 5 Kelvin nah und 15 Kelvin fern bei identischer Vorlauftemperatur.
Die heterogene Spreizung verschlechtert die Gesamt-Effizienz des Systems. Nahe Heizkörper mit 5 Kelvin Spreizung haben hohe Rücklauftemperatur von 45 Grad bei 50 Grad Vorlauf. Entfernte Heizkörper mit 15 Kelvin haben niedrige Rücklauftemperatur von 35 Grad. Die gemischte Rücklauftemperatur zur Wärmepumpe beträgt 40 Grad Durchschnitt. Das ist 5 Kelvin niedriger als optimal möglich bei homogener Spreizung von 10 Kelvin und 40 Grad einheitlich.
Der Abgleich erfolgt durch Einstellung von Thermostatventilen oder Installation von Differenzdruck-Reglern. Jeder Heizkreis bekommt ein Einstellventil das den Durchfluss begrenzt. Die Berechnung erfolgt nach VDI 2073 Richtlinie mit Heizlast je Raum und erforderlicher Vorlauftemperatur. Der Abgleich kostet 800 bis 1.500 Euro durch Fachbetrieb inklusive Berechnung und Einstellung.

Effizienz-Gewinn durch hydraulischen Abgleich

Der hydraulische Abgleich verbessert die Jahresarbeitszahl um 3 bis 5 Prozent messbar dokumentiert durch Feldstudien. Die Verbesserung entsteht durch homogene Spreizung über alle Heizkreise und erhöhte durchschnittliche Rücklauftemperatur. Ein System mit 12.000 Kilowattstunden Heizwärme und JAZ 3,2 vor Abgleich verbessert sich auf JAZ 3,36 nach Abgleich.
Die Einsparung beträgt 4 Prozent mal 3.750 Kilowattstunden Strom gleich 150 Kilowattstunden jährlich bei 0,35 Euro je Kilowattstunde gleich 53 Euro. Die Amortisation der 1.200 Euro Abgleich-Kosten dauert 23 Jahre über Energieeinsparung allein. Der Hauptnutzen ist verbesserter Komfort durch gleichmäßige Raumtemperaturen und längere Wärmepumpen-Lebensdauer.
Die folgende Tabelle vergleicht System-Performance vor und nach hydraulischem Abgleich.
Die Tabelle zeigt 80 Prozent der Spreizungs-Probleme sind durch Puffer-Installation, Pumpen-Einstellung oder hydraulischen Abgleich lösbar. Die Kosten liegen zwischen 0 Euro für reine Einstellung und 1.500 Euro für Puffer-Nachrüstung. Die Investition amortisiert sich durch verbesserte Effizienz und vermiedene Reparaturen.
Das häufigste Problem ist die Kombination aus Überdimensionierung und fehlendem Puffer. Eine 12 Kilowatt Wärmepumpe in einem Haus das nur 8 Kilowatt bei minus 10 Grad benötigt ist 50 Prozent überdimensioniert. Die minimale Leistung von 3,6 Kilowatt übersteigt den Bedarf von 2 Kilowatt bei 10 Grad Außentemperatur. Ohne Puffer taktet die Anlage 20 bis 25 Mal täglich.
Die Lösung ist Installation eines 200 Liter Puffers für 1.200 Euro durchschnittlich. Der Puffer speichert die Überkapazität und verlängert die Laufzeit auf 15 bis 20 Minuten. Das Takten sinkt auf 6 bis 8 Starts täglich. Die Lebensdauer des Kompressors verlängert sich von 8 bis 12 Jahren auf 15 bis 18 Jahre. Die vermiedenen Kosten für vorzeitigen Kompressor-Tausch von 3.500 Euro übersteigen die Puffer-Kosten deutlich.

Ist Vorlauftemperatur wichtiger als Spreizung für Effizienz?

Die Vorlauftemperatur ist der größere Effizienz-Hebel als die Spreizung bestätigt durch thermodynamische Analyse. Eine Senkung der Vorlauftemperatur von 40 Grad auf 35 Grad verbessert die Jahresarbeitszahl um 12 bis 15 Prozent. Eine Senkung der Spreizung von 10 Kelvin auf 5 Kelvin verbessert die JAZ um 8 bis 12 Prozent bei konstanter Vorlauftemperatur.
Die physikalische Begründung liegt im Carnot-Wirkungsgrad. Der theoretische COP einer Wärmepumpe ist proportional zur Vorlauftemperatur in Kelvin geteilt durch die Differenz zwischen Vorlauf und Quelle. Eine Senkung der Vorlauftemperatur von 313 Kelvin (40 Grad) auf 308 Kelvin (35 Grad) bei 2 Grad Quelle entspricht 280 Kelvin verbessert den theoretischen COP von 9,8 auf 10,3. Das ist 5 Prozent Verbesserung.
Die Spreizung beeinflusst den COP indirekt über die Rücklauftemperatur. Bei 35 Grad Vorlauf und 10 Kelvin Spreizung beträgt die Rücklauftemperatur 25 Grad. Bei 5 Kelvin Spreizung steigt die Rücklauftemperatur auf 30 Grad. Die höhere Rücklauftemperatur bedeutet geringere Temperaturdifferenz zum Verflüssiger und besseren Wärmeübergang. Der reale COP verbessert sich um 8 bis 12 Prozent durch diesen Effekt.

Kombinierte Optimierung Vorlauf und Spreizung

Die optimale Strategie ist simultane Optimierung von Vorlauftemperatur und Spreizung. Die Vorlauftemperatur wird primär durch Sanierung und Vergrößerung der Heizflächen gesenkt. Die Spreizung wird sekundär durch hydraulischen Abgleich und Pufferspeicher optimiert. Beide Maßnahmen zusammen maximieren die Jahresarbeitszahl.
Ein konkretes Beispiel zeigt die kombinierte Wirkung. Ein Altbau mit 50 Grad Vorlauf und 10 Kelvin Spreizung erreicht JAZ 3,0. Die Installation von Niedertemperatur-Heizkörpern senkt die Vorlauftemperatur auf 40 Grad und verbessert die JAZ auf 3,4. Die zusätzliche Optimierung der Spreizung auf 5 Kelvin durch Puffer und Abgleich erhöht die JAZ weiter auf 3,7.
Die folgende Tabelle quantifiziert den isolierten und kombinierten Effekt von Vorlauftemperatur-Senkung und Spreizungs-Optimierung.

Maßnahme

Vorlauf

Spreizung

Rücklauf

COP A2/W

JAZ typisch

Strom 12.000 kWh

Kosten 0,35€/kWh

Verbesserung vs Basis

Basis Altbau

50°C

10K

40°C

3,2

3,0

4.000 kWh

1.400 €

Nur Vorlauf -10K

40°C

10K

30°C

3,6

3,4

3.529 kWh

1.235 €

165 €/Jahr (12%)

Nur Spreizung -5K

50°C

5K

45°C

3,5

3,3

3.636 kWh

1.273 €

127 €/Jahr (9%)

Kombiniert beides

40°C

5K

35°C

4,0

3,7

3.243 kWh

1.135 €

265 €/Jahr (19%)

Optimal Neubau

35°C

5K

30°C

4,4

4,1

2.927 kWh

1.024 €

376 €/Jahr (27%)

Die Tabelle zeigt Vorlauftemperatur-Senkung um 10 Kelvin verbessert JAZ um 13 Prozent. Spreizungs-Optimierung um 5 Kelvin verbessert JAZ um 10 Prozent. Die Kombination beider Maßnahmen verbessert JAZ um 23 Prozent kumulativ. Die Einsparung steigt von 165 Euro jährlich bei Einzelmaßnahme auf 265 Euro bei Kombination.
Die Investition in kombinierte Optimierung amortisiert sich schneller als Einzelmaßnahmen. Niedertemperatur-Heizkörper kosten 2.500 Euro und Puffer plus Abgleich kosten 2.000 Euro gleich 4.500 Euro gesamt. Die jährliche Einsparung von 265 Euro amortisiert die Investition in 17 Jahren. Die Einzelmaßnahme Vorlauf-Senkung allein amortisiert in 15 Jahren bei 165 Euro Einsparung.
Die Priorisierung ist klar bei begrenztem Budget. Die Vorlauftemperatur-Senkung hat absoluten Vorrang wegen größerem Effekt und besserer Amortisation. Die Spreizungs-Optimierung ist zweite Priorität nach erfolgreicher Vorlauf-Reduktion. Die höchste Effizienz entsteht durch Kombination beider Maßnahmen mit Fokus auf Vorlauf zuerst.

Für wen lohnt sich Spreizungs-Optimierung 2026?

Die Spreizungs-Optimierung lohnt sich primär für Bestandsanlagen mit erkennbaren Effizienz-Problemen. Neuinstallationen seit 2020 haben typisch bereits optimale Spreizung durch moderne Steuerungen und Pufferspeicher. Altanlagen vor 2015 zeigen häufig Spreizung über 10 Kelvin und hohes Takten. Die Nachrüstung eines Puffers und hydraulischer Abgleich verbessert die JAZ um 5 bis 15 Prozent messbar.
Hausbesitzer mit Fußbodenheizung profitieren am meisten von Spreizungs-Optimierung. Die große Heizfläche ermöglicht 5 Kelvin Spreizung ohne Komfortverlust. Die niedrige Vorlauftemperatur von 28 bis 35 Grad maximiert die JAZ auf 3,8 bis 4,2. Die Investition in Puffer und Abgleich von 2.000 bis 2.500 Euro amortisiert in 15 bis 20 Jahren.
Hausbesitzer mit Heizkörpern haben begrenztes Optimierungs-Potenzial durch Spreizung allein. Die kleine Heizfläche erzwingt 10 bis 15 Kelvin Spreizung. Die Vorlauftemperatur liegt bei 45 bis 55 Grad und begrenzt die JAZ auf 3,0 bis 3,4. Die primäre Maßnahme ist Vorlauftemperatur-Senkung durch Niedertemperatur-Heizkörper für 2.000 bis 4.000 Euro. Die Spreizungs-Optimierung ist sekundäre Ergänzung.

Konkrete Empfehlungen nach Situation

Neuinstallation 2026: Die Wärmepumpe wird mit 150 bis 200 Liter Pufferspeicher und hydraulischem Abgleich installiert. Die Umwälzpumpe ist drehzahlgeregelt und auf 5 Kelvin Ziel-Spreizung eingestellt. Die Mehrkosten betragen 1.500 bis 2.000 Euro und sind obligatorisch für effiziente Anlage. Die JAZ erreicht 3,6 bis 4,2 je nach Vorlauftemperatur.
Bestandsanlage mit Takten: Die Anlage zeigt 15 bis 25 Starts täglich und Spreizung über 12 Kelvin. Ein 200 Liter Pufferspeicher wird nachgerüstet für 1.200 bis 1.500 Euro. Das Takten sinkt auf 6 bis 8 Starts täglich. Die JAZ verbessert sich um 8 bis 12 Prozent. Die Lebensdauer des Kompressors verlängert sich um 5 bis 8 Jahre. Die Maßnahme amortisiert durch vermiedene Reparatur-Kosten.
Bestandsanlage mit ungleicher Raumtemperatur: Einzelne Räume sind zu kalt während andere überhitzen. Die Spreizung variiert zwischen 5 Kelvin nah und 15 Kelvin fern. Ein hydraulischer Abgleich wird durchgeführt für 800 bis 1.200 Euro. Die Spreizung homogenisiert auf 9 bis 11 Kelvin über alle Kreise. Der Komfort verbessert sich deutlich und die JAZ steigt um 3 bis 5 Prozent.
Altbau mit hoher Vorlauftemperatur: Die Vorlauftemperatur liegt über 50 Grad und die JAZ unter 3,0. Die primäre Maßnahme ist Installation von Niedertemperatur-Heizkörpern für 2.000 bis 4.000 Euro. Die Vorlauftemperatur sinkt auf 40 bis 45 Grad. Zusätzlich wird die Spreizung durch Puffer und Abgleich optimiert für weitere 2.000 Euro. Die kombinierte JAZ-Verbesserung beträgt 20 bis 25 Prozent von 3,0 auf 3,6 bis 3,7.
Die Spreizungs-Optimierung ist kein Selbstzweck sondern dient der Maximierung von Effizienz und Komfort bei gleichzeitiger Verlängerung der Anlagen-Lebensdauer. Die Investition zwischen 0 Euro für reine Einstellung und 2.500 Euro für umfassende Nachrüstung ist wirtschaftlich bei Einsparung von 50 bis 265 Euro jährlich und vermiedenen Reparatur-Kosten von 3.000 bis 5.000 Euro über die Lebensdauer.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

War dieser Artikel hilfreich?