Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Die Stiebel Eltron WWK 300 SOL ist eine Luft-Wasser-Warmwasser-Wärmepumpe mit 291 Liter Speichervolumen und integriertem Solar-Wärmetauscher.
- Preis 2026: Straßenpreise liegen zwischen 2.177,80 € und 3.557,42 € (Stand 24.07.2026).
- Effizienz: Der Coefficient of Performance beträgt 3,51 nach EN 16147 bei A20, die Energieeffizienzklasse ist A+.
- Förderung: Ein Zuschuss von 30 bis 80 Prozent ist nur als Umfeldmaßnahme (Position 4.12) neben einer Heizungserneuerung möglich, nie eigenständig.
- Nachfolgemodell: Die WWK-I 300 Plus mit R290-Kältemittel erreichte bei der Stiftung Warentest 2026 die Testnote 1,5 ("Sehr gut").
- Offene Punkte: Ein produktspezifischer Solardeckungsgrad ist nicht belegt, und eine automatisierte Prüfung des BAFA-Listungsstatus des Geräts am amtlichen Portal war zum Redaktionsschluss nicht möglich.
- Eignung: Das Gerät passt zum Zapfprofil XL für 4-Personen-Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf und vorhandener Solarthermie- oder Kesselanbindung.
Was ist die Stiebel Eltron WWK 300 SOL und wie funktioniert sie?
Die
Stiebel Eltron WWK 300 SOL ist eine Luft-Wasser-Warmwasser-Wärmepumpe, die Umgebungsluft zur Erwärmung von Trinkwasser in einem 291-Liter-Speicher nutzt und zusätzlich einen Solar-Wärmetauscher für die Kopplung mit Solarthermie oder Heizkessel besitzt. Der
Bundesverband Wärmepumpe definiert diesen Gerätetyp im
Leitfaden Trinkwassererwärmung als Brauchwasserwärmepumpe, die dem Trinkwarmwasserkreislauf über einen geschlossenen Kältemittelkreislauf Wärme aus der Raum- oder Außenluft zuführt.
Der Kreisprozess läuft über vier Bauteile: Ein Verdampfer entzieht der angesaugten Luft Wärme und verdampft dabei das Kältemittel, ein Verdichter komprimiert das Kältemittel und erhöht dessen Temperatur, ein Verflüssiger gibt die Wärme an das Speicherwasser ab, und ein Expansionsventil senkt den Druck wieder auf das Ausgangsniveau. Zusätzlich zu diesem Standardkreislauf integriert die SOL-Variante einen Glattrohr-Wärmeübertrager mit 1,3 m² Fläche, der bei einer zulässigen Vorlauftemperatur von 70 °C an eine Solarthermieanlage oder einen Heizkessel angeschlossen wird.
Der thermische Warmwasserbedarf lässt sich mit der physikalischen Standardformel berechnen:
Q = m × cp × ΔT
- Q = Wärmemenge in Kilojoule (kJ)
- m = Wassermenge in Kilogramm (kg)
- cp = spezifische Wärmekapazität von Wasser, 4,18 kJ/(kg·K)
- ΔT = Temperaturhub in Kelvin (K)
Beispiel: Referenz-Haushalt 4 Personen, 120 l/Tag bei 55 °C
Gegeben: m = 120 kg/Tag, cp = 4,18 kJ/(kg·K), ΔT = 45 K (Kaltwasserzulauf 10 °C auf 55 °C)
Berechnung (eigene Berechnung nach Standardformel): Q = 120 × 4,18 × 45 = 22.572 kJ/Tag, umgerechnet 22.572 ÷ 3.600 = 6,27 kWh/Tag
Ergebnis: Der jährliche thermische Wärmebedarf beträgt rechnerisch 6,27 kWh/Tag × 365 Tage ≈ 2.289 kWh/Jahr für diesen Referenz-Haushalt.
Von einer klassischen Elektro-Durchlauferhitzer-Lösung unterscheidet sich die WWK 300 SOL dadurch, dass sie Umweltwärme nutzt statt Strom rein resistiv in Wärme umzuwandeln.
WWK 300 SOL, WWK 300 electronic SOL oder WWK-I 300 Plus – welches Modell ist gemeint?
Der Suchbegriff "WWK 300 SOL" bezeichnet je nach Kontext eine von
drei unterschiedlichen Stiebel-Eltron-Baureihen, die sich in Kältemittel, Speichervolumen und Steuerung unterscheiden. Die Bezeichnung geht auf die Bestellnummer 07 4362 zurück, die laut Herstelleranleitung mit Stand 11/2006 ein Gerät mit
284 Litern Speicherinhalt und dem Kältemittel
R134a (Füllgewicht 850 g) beschreibt.
Die aktuell im Handel gehandelte Baureihe trägt die Produktnummer 233583 und heißt herstellerseitig "WWK 300 electronic SOL". Sie fasst 291 Liter, erreicht einen COP von 3,51 nach EN 16147 bei A20 und ist mit einer SG-Ready-Schnittstelle für den PV-Eigenverbrauch ausgestattet. Diese Baureihe war am 24.07.2026 weiterhin über mehrere Händler wie Geizhals gelistet.
Als dritte Baureihe führt Stiebel Eltron die "WWK-I 300 (W) Plus" unter den Bestellnummern 209066 und 209067 beziehungsweise der Herstellernummer 204483. Diese Baureihe arbeitet mit dem Kältemittel R290 statt R134a, ist app-steuerbar und erzielte bei der Stiftung Warentest 2026 die Testnote 1,5. Eine wörtliche Herstellerbestätigung, dass die WWK-I 300 Plus die WWK 300 electronic SOL als Nachfolgemodell ablöst, liegt nicht vor — die Chronologie der Produktnummern und die identische Nennkapazitätsklasse legen diesen Zusammenhang jedoch nahe.
Diese Tabelle vergleicht die drei Stiebel-Eltron-Baureihen, die unter dem Suchbegriff "WWK 300 SOL" auftauchen.
Baureihe | Bestell-/Produktnummer | Speichervolumen | Kältemittel |
Status 2026 |
WWK 300 SOL (historisch) | 07 4362 | 284 Liter | R134a | nicht mehr aktiv beworben |
WWK 300 electronic SOL | 233583 | 291 Liter | R134a | aktuell gelistet |
WWK-I 300 Plus | 209066 | 300 Liter | R290 | Testsieger Stiftung Warentest 07/2026 |
WWK-I 300 W Plus | 209067 / 204483 | ca. 291 Liter | R290 | baugleiche WLAN-Variante |
Welche technischen Daten hat die WWK 300 SOL laut Datenblatt?
Das technische Datenblatt der WWK 300 electronic SOL (233583) nennt einen COP von 3,51 nach EN 16147 bei Prüfpunkt A20 und einen COP von 3,30 bei Prüfpunkt A15 — die Differenz entsteht durch die niedrigere Lufttemperatur am Prüfpunkt A15 gegenüber A20. Die Energieeffizienzklasse liegt für das Lastprofil XL bei A+.
Diese Tabelle zeigt die Kennwerte der WWK 300 electronic SOL laut Herstellerdatenblatt.
Kennwert | Wert |
Speichervolumen | 291 Liter |
COP (EN 16147 / A20) | 3,51 |
COP (EN 16147 / A15) | 3,30 |
Energieeffizienzklasse (Lastprofil XL) | A+ |
Schallleistungspegel (EN 12102) | 60 dB(A) |
Schalldruckpegel in 1 m Abstand | 45 dB(A) |
Wärmetauscherfläche SOL | 1,3 m² |
Zul. Vorlauftemperatur Wärmetauscher | 70 °C |
Abmessungen (Höhe × Durchmesser) | 1.905 mm × 690 mm |
Gewicht | 156 kg (leer) |
Einsatzgrenze Lufttemperatur | +6 bis +42 °C |
Der COP beschreibt das Verhältnis von abgegebener Nutzwärme zu aufgenommener elektrischer Energie nach folgender Definition:
COP = Nutzwärmeabgabe ÷ zugeführte elektrische Energie
- Nutzwärmeabgabe = an das Speicherwasser abgegebene Wärmemenge unter Prüfstandbedingungen (kWh)
- zugeführte elektrische Energie = vom Verdichter und den Nebenaggregaten aufgenommene Strommenge (kWh)
Beispiel: Referenz-Haushalt 4 Personen, thermischer Jahresbedarf 2.289 kWh
Gegeben: thermischer Wärmebedarf 2.289 kWh/Jahr (siehe vorheriger Abschnitt), COP 3,51 nach EN 16147/A20
Berechnung: elektrische Aufnahme = 2.289 kWh ÷ 3,51 ≈ 652 kWh/Jahr
Ergebnis: Der rechnerische Stromverbrauch nach Prüfnorm-COP liegt bei rund 652 kWh/Jahr für diesen Referenz-Haushalt; reale Werte weichen durch Bereitschaftsverluste und Zapfverhalten ab.
Der integrierte Glattrohr-Wärmeübertrager der WWK 300 SOL hat laut Datenblatt eine Fläche von 1,3 m² und ist für Vorlauftemperaturen bis 70 °C sowie einen maximalen Betriebsdruck von 1,0 MPa ausgelegt. Dadurch kann eine Solarthermieanlage oder ein Heizkessel das Speicherwasser vorwärmen, bevor die Wärmepumpe den restlichen Bedarf deckt; eine genaue Heizleistungsangabe für diesen Wärmetauscher nennt der Hersteller nicht.
Wie hoch der Anteil ist, den eine solche Solarkopplung tatsächlich deckt, lässt sich mit folgender Formel ausdrücken:
Deckungsgrad (%) = solar gedeckter Wärmeanteil ÷ Gesamt-Warmwasserwärmebedarf × 100 %
- solar gedeckter Wärmeanteil = über den Wärmetauscher eingebrachte Wärmemenge (kWh/Jahr)
- Gesamt-Warmwasserwärmebedarf = gesamter thermischer Bedarf des Haushalts (kWh/Jahr)
Der GEB Gebäude-Energieberater beziffert den Deckungsgrad reiner Warmwasser-Solarthermieanlagen im Jahresmittel auf 50 bis 65 Prozent. Diese Angabe ist eine allgemeine Faustregel für Solarthermieanlagen und kein produktspezifischer Wert für die WWK 300 SOL — der Hersteller nennt keinen eigenen Deckungsgrad für die SOL-Wärmetauscher-Variante. Belegt sind ausschließlich die Fläche des Wärmetauschers von 1,3 m² und die zulässige Vorlauftemperatur von 70 °C; eine Angabe zur Heizleistung nennt der Hersteller nicht.
Was kostet die Stiebel Eltron WWK 300 SOL 2026 (Anschaffung, Installation, Betrieb)?
Die Anschaffung der WWK 300 electronic SOL kostet 2026 zwischen 2.177,80 € und 3.557,42 €, abhängig vom Händler (Stand 24.07.2026, Geizhals-Preisvergleich). Hinzu kommen laut ADAC 300 bis 500 Euro Installationskosten durch einen Fachbetrieb.
Diese Tabelle schlüsselt die Kosten der Stiebel Eltron WWK 300 SOL über eine angenommene Nutzungsdauer von 10 Jahren auf.
Kostenposition | Betrag | Summe über 10 Jahre |
Anschaffung (Gerät) | 2.177,80–3.557,42 € | einmalig |
Installation (Fachbetrieb) | 300–500 € | einmalig |
Betriebskosten (4-Personen-Haushalt, 39,6 ct/kWh) | ca. 400 €/Jahr | ca. 4.000 € |
Wartung Schutzanode (regelmäßig laut Anleitung) | im Wartungsvertrag, kein separater Betrag beziffert | – |
Der ADAC beziffert die jährlichen Betriebskosten eines 4-Personen-Haushalts bei einem Strompreis von 39,6 ct/kWh auf rund 400 Euro. Über 10 Jahre Nutzungsdauer ergibt sich daraus eine Betriebskostensumme von etwa 4.000 Euro, zusätzlich zur einmaligen Anschaffung und Installation.
Wie wird die WWK 300 SOL installiert und bedient?
Die WWK 300 SOL benötigt laut Montageanleitung einen Aufstellraum mit mindestens 6 m² Grundfläche und 13 m³ Raumvolumen, da die Wärmepumpe der Raumluft Wärme entzieht und dabei kühlt. Das Gerät wiegt gefüllt rund 450 kg, weshalb der Aufstellort einen tragfähigen Fußboden benötigen muss.
Diese Tabelle listet die Installationsvoraussetzungen der WWK 300 SOL laut Montageanleitung.
Voraussetzung | Wert |
Mindest-Grundfläche Aufstellraum | 6 m² |
Mindest-Raumvolumen | 13 m³ |
Einsatzgrenze Lufttemperatur | +6 bis +42 °C |
Gewicht gefüllt | rund 450 kg |
Elektrischer Anschluss | 230 V / 50 Hz |
Zur Bedienung stellt die WWK 300 SOL einen Thermostat bereit, der die Warmwassertemperatur im reinen Wärmepumpenbetrieb zwischen 25 °C und 55 °C regelt, sowie eine Boost-Funktion, die das obere Speicherdrittel per Tastendruck einmalig auf bis zu 65 °C aufheizt. Eine integrierte Wochenschaltuhr steuert die Betriebszeiten. Die Schutzanode gegen Korrosion prüft der Fachbetrieb laut Anleitung regelmäßig im Rahmen der Wartung.
Welche Förderung gibt es 2026 für die WWK 300 SOL (BAFA/KfW)?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe wie die WWK 300 SOL erhält 2026 nur als Umfeldmaßnahme nach Position 4.12 der BEG-Förderrichtlinie einen Zuschuss — eine eigenständige Förderung ohne gleichzeitige Heizungserneuerung sieht die KfW-Förderung 458 nicht vor. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten, die für ein Einfamilienhaus bis zu 28.000 Euro angerechnet werden.
Diese Tabelle zeigt die KfW-458-Fördersätze nach der Reform vom 21.07.2026.
Förderbaustein | Satz 2026 |
Grundförderung | 30 % |
Klimageschwindigkeitsbonus (seit 21.07.2026, vorher 20 %) | 16 % |
Maximaler Fördersatz (einkommensabhängiger Deckel) | bis 80 % |
Maximal förderfähige Kosten (Einfamilienhaus) | 28.000 € |
Seit der Reform vom 21.07.2026 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von zuvor 20 Prozent auf 16 Prozent und wird laut ADAC künftig halbjährlich um weitere 4 Prozentpunkte reduziert. Der 70-Prozent-Deckel bleibt für die meisten Antragsteller bestehen; nur für Haushalte mit einkommensschwacher Einstufung (zu versteuerndes Jahreseinkommen bis 30.000 €, mit mindestens einem Kind bis 40.000 €) steigt der Förderdeckel zusätzlich auf bis zu 80 Prozent. Ob die WWK 300 SOL konkret im BAFA-Wärmeerzeuger-Portal gelistet ist, war zum Redaktionsschluss nicht automatisiert zu prüfen — Antragsteller müssen die Listung individuell beim Fachbetrieb oder direkt im Portal abfragen.
Wie schneidet die WWK 300 SOL im Vergleich zu Vaillant, Viessmann und Buderus ab?
Im Preisvergleich liegt die WWK 300 electronic SOL mit 2.177,80 Euro Einstiegspreis zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wettbewerbsprodukt der 200-bis-300-Liter-Klasse. Der Buderus Logatherm WPT 200.4 ist mit einem Einstiegspreis ab 1.805 Euro günstiger, bietet mit 202 Litern aber ein kleineres Speichervolumen.
Diese Tabelle vergleicht die WWK 300 SOL mit Warmwasser-Wärmepumpen von Vaillant, Viessmann und Buderus.
Modell | Speichervolumen | Kältemittel | Einstiegspreis 2026 |
Stiebel Eltron WWK 300 electronic SOL | 291 Liter | R134a | ab 2.177,80 € |
Buderus Logatherm WPT 200.4 | 202 Liter | k. A. | ab 1.805 € |
Buderus Logatherm WPT 260.4 AS | 260 Liter | k. A. | ab 2.029 € |
Viessmann Vitocal 262-A (T2W-R290) | kein interner Speicher (extern 160–500 l) | R290 | ab 2.698 € |
Viessmann Vitocal 262-A (T2H-R290, Premium) | 300 Liter | R290 | ab rund 3.500 € |
Vaillant aroSTOR VWL B 200/5 | 200 Liter | R290 | ca. 3.400–3.700 € |
Sowohl der Viessmann Vitocal 262-A als auch der Vaillant aroSTOR VWL B 200/5 nutzen bereits serienmäßig das klimafreundlichere Kältemittel R290, während die aktuelle WWK 300 electronic SOL noch mit R134a arbeitet — erst das Stiebel-Eltron-Nachfolgemodell WWK-I 300 Plus wechselt auf R290. Die Variante T2W-R290 des Viessmann Vitocal 262-A ist zudem wandhängend ausgeführt und benötigt einen separaten externen Speicher zwischen 160 und 500 Litern; nur die Variante T2H-R290 verfügt über einen integrierten 300-Liter-Speicher. Bei der baugleichen aroSTOR-Baureihe (u. a. Variante VWL BM 270/5) dokumentieren Nutzerberichte in Foren Totalausfälle durch undichte Lötstellen am Verflüssiger nach mehrjähriger Betriebsdauer — ob dieser Konstruktionsfehler auch die hier verglichene Variante VWL B 200/5 betrifft, ist nicht separat belegt.
Was sagen unabhängige Tests zur WWK-Baureihe?
Die Stiftung Warentest bewertete in der Ausgabe 07/2026 fünf Brauchwasserwärmepumpen von Austria Email, Dimplex, Stiebel Eltron, Vaillant und Viessmann und vergab an die WWK-I 300 Plus als einziges Gerät die Gesamtnote 1,5 ("Sehr gut"). Bei der Teilnote Effizienz und Umwelteigenschaften erreichte das Gerät ebenfalls 1,5, während das zweitplatzierte Gerät im Testfeld nur auf 2,1 kam.
Das getestete Gerät ist die R290-Baureihe WWK-I 300 Plus und nicht die im Handel dominante WWK 300 electronic SOL — ein direktes Testurteil zur R134a-Baureihe unter Produktnummer 233583 liegt nicht vor. Der Testerfolg des Nachfolgemodells lässt auf eine ausgereifte Grundkonstruktion der WWK-Produktfamilie schließen, ersetzt aber keine eigene Prüfung der electronic-SOL-Baureihe.
Welche Erfahrungen berichten Nutzer der WWK 300 SOL in der Praxis?
Nutzerforen zur WWK-Produktfamilie berichten übereinstimmend von einem spürbaren Kühleffekt im Aufstellraum, der beim Betrieb im Keller oder Hauswirtschaftsraum auftritt, weil die Wärmepumpe der Umgebungsluft Wärme entzieht. Vereinzelt dokumentieren Nutzerberichte auch Probleme mit der SG-Ready-Schnittstelle, bei denen ein PV-Überschusssignal die reguläre Wärmeanforderung blockiert habe — diese Einzelberichte stammen aus Foren und sind nicht durch eine unabhängige Prüfinstitution bestätigt.
Die jüngere R290-Baureihe WWK-I 300 Plus erreicht laut Herstellerdatenblatt einen COP von 4,21 nach EN 16147/A20 — ein normierter Prüfstandwert und kein anekdotischer Nutzerbericht; er liegt spürbar über dem COP von 3,51 der aktuell gehandelten electronic-SOL-Baureihe (233583).
Welche Nachteile und Risiken hat eine Warmwasser-Wärmepumpe wie die WWK 300 SOL?
Nachteil 1: Kühleffekt im Aufstellraum
Symptom: Die Raumtemperatur im Aufstellraum sinkt während des Betriebs spürbar ab. Folge: In kleinen oder ungedämmten Kellerräumen kann die Temperatur unter den Herstellergrenzwert von +6 °C fallen. Prävention: Der Aufstellraum muss laut Montageanleitung mindestens 6 m² Grundfläche und 13 m³ Volumen haben und darf nicht als reiner Wärmepumpenraum ohne Zuluft ausgelegt sein.
Nachteil 2: Schallemission
Symptom: Die WWK 300 SOL erzeugt einen Schallleistungspegel von 60 dB(A) nach EN 12102. Folge: In Mehrfamilienhäusern kann dieser Wert die TA-Lärm-Nachtgrenze für reine Wohngebiete von 35 dB(A) überschreiten (allgemeine Wohngebiete: 40 dB(A)), wenn die Aufstellung ungünstig gewählt wird. Prävention: Eine schallentkoppelte Aufstellung und die Einhaltung der VDI-4100-Schutzstufe 3 mit 22 dB(A) in angrenzenden Räumen reduzieren die Übertragung.
Nachteil 3: Legionellen-Zieltemperatur
Symptom: Wärmepumpen arbeiten aus Effizienzgründen häufig bei niedrigeren Speichertemperaturen als klassische Elektroboiler. Folge: Unterhalb von 60 °C am Speicherausgang erfüllt der Betrieb nicht die DVGW-Mindestanforderung (Arbeitsblatt W551) zur Legionellenprophylaxe. Prävention: Die Boost-Funktion der WWK 300 SOL heizt das obere Speicherdrittel bei Bedarf auf bis zu 65 °C auf und deckt damit die DVGW-Mindesttemperatur von 60 °C ab.
Wie wird der Legionellenschutz bei der WWK 300 SOL sichergestellt?
Der Legionellenschutz der WWK 300 SOL erfolgt über die periodische Anhebung der Speichertemperatur mittels Boost-Funktion auf bis zu
65 °C. Das
DVGW-Arbeitsblatt W551 verlangt am Ausgang des Trinkwassererwärmers eine Mindesttemperatur von 60 °C zur Legionellenprophylaxe;
Legionellen vermehren sich bevorzugt im Temperaturbereich zwischen 25 °C und 45 °C.
Diese Tabelle stellt die Legionellenschutz-Temperaturschwellen den Betriebstemperaturen der WWK 300 SOL gegenüber.
Schwellenwert | Temperatur | Quelle |
DVGW-Mindesttemperatur am Speicherausgang (Arbeitsblatt W551) | 60 °C | DVGW e.V. |
Bevorzugter Vermehrungsbereich von Legionellen | 25–45 °C | DVGW e.V. |
Maximaltemperatur Boost-Funktion WWK 300 SOL | 65 °C | Stiebel-Eltron-Montageanleitung |
Regelbereich Thermostat (reiner Wärmepumpenbetrieb) | 25–55 °C | Stiebel-Eltron-Bedienungsanleitung |
Welche Installationsfehler sollten vermieden werden?
Fehler 1: Zu kleiner Aufstellraum
Ein Aufstellraum unterhalb der geforderten 6 m² Grundfläche oder 13 m³ Volumen führt zu einer zu starken Auskühlung des Raums und kann den zulässigen Einsatzbereich von +6 bis +42 °C unterschreiten.
Fehler 2: Kurzschluss der Zu- und Abluft
Eine zu nah beieinander platzierte Zuluft- und Abluftöffnung lässt die Wärmepumpe die bereits abgekühlte Abluft erneut ansaugen, was die effektive Leistungszahl gegenüber dem Datenblattwert von COP 3,51 senkt.
Fehler 3: Fehlende Fachbetrieb-Installation
Die Montageanleitung setzt eine installation durch einen Fachbetrieb voraus; eine Eigenmontage kann laut Herstellervorgabe die Gewährleistung gefährden und ist zugleich Voraussetzung für die BEG-Förderfähigkeit als Umfeldmaßnahme.
Wie entwickeln sich Preise, Technik und Förderung der Warmwasser-Wärmepumpe?
Der deutsche Markt für Trinkwasser-Wärmepumpen wuchs 2025 auf
49.500 verkaufte Geräte und damit laut
BWP/Solarserver um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Technisch verschiebt sich die Baureihe von Stiebel Eltron mit der WWK-I 300 (W) Plus vom
Kältemittel R134a auf das klimafreundlichere R290, während Wettbewerber wie Viessmann bereits serienmäßig auf R290 setzen.
Förderrechtlich sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus seit dem 21.07.2026 von 20 auf 16 Prozent und wird laut ADAC in den kommenden Jahren halbjährlich weiter reduziert, während das BAFA-Wärmeerzeuger-Portal seit dem 04.11.2025 die frühere Anlagenliste für die Förderfähigkeitsprüfung ablöst. Für Käufer bedeutet dies, dass sowohl der Fördersatz als auch die Kältemitteltechnik der Warmwasser-Wärmepumpen im Jahresverlauf 2026 in Bewegung bleiben.
Häufige Fragen zur Stiebel Eltron WWK 300 SOL
Ist die WWK 300 SOL dasselbe Gerät wie die WWK 300 electronic SOL?
Die historische WWK 300 SOL (Bestellnummer 07 4362) fasst 284 Liter, während die aktuell gehandelte WWK 300 electronic SOL (Produktnummer 233583) 291 Liter fasst — beide Baureihen sind technisch nicht identisch.
Wie viel kostet die WWK 300 SOL mit Installation?
Die Gesamtkosten aus Anschaffung und Installation liegen 2026 zwischen rund 2.478 und 4.057 Euro, zusammengesetzt aus dem Gerätepreis von 2.177,80 bis 3.557,42 Euro und 300 bis 500 Euro Installationskosten.
Ist die WWK 300 SOL förderfähig?
Ein Zuschuss ist nur möglich, wenn die WWK 300 SOL als Umfeldmaßnahme nach Position 4.12 im Rahmen einer geförderten Heizungserneuerung installiert wird, nicht als eigenständige Maßnahme.
Welchen COP erreicht die WWK 300 SOL?
Der COP beträgt 3,51 nach EN 16147 am Prüfpunkt A20 und 3,30 am Prüfpunkt A15, jeweils laut Herstellerdatenblatt der electronic-SOL-Baureihe.
Wie laut ist die WWK 300 SOL im Betrieb?
Der Schallleistungspegel liegt bei 60 dB(A) nach EN 12102, der Schalldruckpegel in 1 Meter Abstand bei 45 dB(A).
Braucht die WWK 300 SOL einen Legionellenschutz?
Ja: Die Boost-Funktion hebt die Speichertemperatur bei Bedarf auf bis zu 65 °C an und erfüllt damit die DVGW-Mindesttemperatur von 60 °C (Arbeitsblatt W551) am Speicherausgang.
Welche Alternativen zur WWK 300 SOL gibt es?
Vergleichbare Modelle sind der Buderus Logatherm WPT 200.4/260.4 AS, die Viessmann Vitocal 262-A sowie die Vaillant aroSTOR VWL B 200/5, die sich in Preis, Speichervolumen und Kältemittel unterscheiden.
Für wen lohnt sich die Stiebel Eltron WWK 300 SOL?
Diese Entscheidungsmatrix ordnet die Stiebel Eltron WWK 300 SOL verschiedenen Nutzerprofilen zu.
Nutzerprofil | Empfehlung |
4-Personen-Haushalt mit hohem Warmwasserbedarf (Zapfprofil XL), Bestandsgebäude | Geeignet: Das 291-Liter-Volumen und der COP von 3,51 passen zum Referenz-Verbrauch von rund 2.289 kWh Wärmebedarf im Jahr. |
Haushalt mit vorhandener Solarthermie- oder Kesselanlage | Geeignet: Der SOL-Wärmetauscher mit 1,3 m² Fläche und bis zu 70 °C zulässiger Vorlauftemperatur nutzt vorhandene Solar- oder Kesselwärme mit. |
Käufer mit Fokus auf niedrigstem Kältemittel-Treibhauspotenzial | Bedingt geeignet: Die aktuelle electronic-SOL-Baureihe nutzt noch R134a; das Nachfolgemodell WWK-I 300 Plus mit R290 und Stiftung-Warentest-Testnote 1,5 ist die klimafreundlichere Alternative. |
Kleiner Aufstellraum unter 6 m² oder 13 m³ | Nicht geeignet: Die Mindestraumanforderung der Montageanleitung wird unterschritten, der Kühleffekt der Wärmepumpe fällt in kleinen Räumen zu stark aus. |
Förderung ohne gleichzeitige Heizungserneuerung gewünscht | Nicht geeignet: Ein Zuschuss ist nur als Umfeldmaßnahme neben einer geförderten Heizungserneuerung möglich, nicht eigenständig. |
Die Stiebel Eltron WWK 300 SOL eignet sich für 4-Personen-Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf und einer bestehenden Solarthermie- oder Kesselanlage, die den SOL-Wärmetauscher mitnutzen können. Wer ausschließlich das niedrigste verfügbare Treibhauspotenzial sucht oder eine eigenständige Förderung ohne Heizungserneuerung benötigt, findet in der R290-Baureihe WWK-I 300 Plus beziehungsweise in einer förderfähigen Kombi-Maßnahme die passendere Lösung.