Wärmepumpe und Fußbodenheizung: Perfekte Kombination 2026
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Das Wichtigste in Kürze:
- Thermodynamisches Perfect-Match: Wärmepumpen arbeiten optimal bei 30-35°C Vorlauf (COP 4,8-5,2), Fußbodenheizungen benötigen exakt diese Temperatur
- Effizienz-Gewinn konkret: 25% weniger Stromverbrauch versus Heizkörper-System (290 EUR/Jahr, 5.800 EUR über 20 Jahre)
- JAZ-Verbesserung automatisch: FBH ermöglicht JAZ 4,5-5,0 statt 3,8-4,0 bei Heizkörpern – ohne zusätzliche Investitionen
- Heizkurven-Optimierung kritisch: Werkseinstellung Steigung 1,0-1,5 ist 10-20K zu hoch, optimal 0,4-0,6 für FBH (50% Effizienz-Gewinn)
- Vorlauftemperatur-Sensibilität: Jedes Kelvin höher reduziert COP um 2,5-3%, Erhöhung 30°C→60°C verdoppelt Stromverbrauch
- Investition mit Förderung: 20.600-35.200 EUR brutto, ab 7.500 EUR bei 70%-KfW-Förderung, Break-Even 2,6 Jahre
- 20-Jahres-Wirtschaftlichkeit: 16.700 EUR Energiekostenersparnis versus Gas, 12.700 EUR Nettogewinn nach allen Kosten
Die Kombination Wärmepumpe und Fußbodenheizung ist kein bloßer Kompatibilitäts-Fall, sondern ein thermodynamisches Optimum. Beide Systeme operieren im identischen Temperaturbereich 30-35°C und multiplizieren gegenseitig ihre Effizienz. Während Heizkörper-Systeme 50-55°C Vorlauf erfordern und Wärmepumpen-Effizienz um 30-40% reduzieren, ermöglicht FBH den Sweet-Spot-Betrieb mit COP 4,8-5,2 und realistischer JAZ 4,5-5,0.
Warum Wärmepumpe + Fußbodenheizung das beste Heizsystem ist
Thermodynamisches Perfect-Match
Wärmepumpen erreichen maximale Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen, Fußbodenheizungen benötigen niedrige Vorlauftemperaturen – beide Anforderungen sind identisch.
Wärmepumpen-Effizienz nach Vorlauftemperatur:
- 30°C Vorlauf: COP 4,8-5,2 (Optimum)
- 35°C Vorlauf: COP 4,5-4,8 (Sehr gut)
- 55°C Vorlauf: COP 3,0-3,5 (-30 bis -40%)
- 70°C Vorlauf: COP 2,5-3,0 (-50%)
Fußbodenheizung-Anforderungen:
- Funktioniert perfekt bei 30-40°C Vorlauf
- Große Heizfläche ermöglicht niedrige Temperaturen
- Angenehme Strahlungswärme ohne Zugluft
- Gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum
Konsequenz: Beide Systeme benötigen identische Vorlauftemperatur 30-35°C – keine Kompromisse erforderlich.
Effizienz-Gewinn konkret dokumentiert
Vergleich: Wärmepumpe + Heizkörper versus Wärmepumpe + FBH
| System | Vorlauftemperatur | Jährlicher Stromverbrauch | Jährliche Kosten | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|
| WP + Heizkörper 55°C | 50-55°C | 4.000 kWh | 1.160 EUR | Basis |
| WP + FBH 35°C | 30-35°C | 3.000 kWh | 870 EUR | 290 EUR/Jahr |
| 20-Jahres-Einsparung | - | -20.000 kWh | -5.800 EUR | 25% weniger |
Annahmen: 12.000 kWh Heizwärmebedarf, 0,35 EUR/kWh Strompreis, identische Wärmepumpe
Praktische Interpretation:
FBH senkt Stromverbrauch um 25% versus Heizkörper ohne zusätzliche Hardware-Investitionen – nur durch optimale Systemabstimmung. Dies entspricht JAZ-Verbesserung von 0,3-0,5 Punkten (3,8→4,5 typisch).
Technische Grundlagen: Vorlauftemperatur und COP-Abhängigkeit
Die kritische Rolle der Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur (Heizwasser-Temperatur beim Austritt aus Wärmepumpe) ist der dominante Faktor für Wärmepumpen-Effizienz.
COP-Reduktion pro Kelvin Vorlauf-Erhöhung: 2,5-3,0%
Praktisches Beispiel mit Zahlen:
| Vorlauf-Temp | COP | Stromverbrauch¹ | Relative Effizienz | Kosteneffekt² |
|---|---|---|---|---|
| 30°C (optimal FBH) | 5,0 | 2.400 kWh | 100% Basis | 840 EUR |
| 35°C (Standard FBH) | 4,8 | 2.500 kWh | -4% | 875 EUR |
| 40°C (FBH Grenze) | 4,6 | 2.609 kWh | -8% | 913 EUR |
| 50°C (NT-Heizkörper) | 4,0 | 3.000 kWh | -20% | 1.050 EUR |
| 60°C (Standard HK) | 3,0 | 4.000 kWh | -40% | 1.400 EUR |
| 70°C (Altbau HK) | 2,5 | 4.800 kWh | -50% | 1.680 EUR |
¹ Bei 12.000 kWh Heizwärmebedarf
² Bei 0,35 EUR/kWh Strompreis
² Bei 0,35 EUR/kWh Strompreis
Kritische Erkenntnis:
Vorlauf-Erhöhung 30°C→60°C verdoppelt Stromverbrauch nahezu (2.400→4.000 kWh = +67%). FBH ermöglicht 30-35°C-Betrieb, Heizkörper erfordern 50-60°C – fundamentaler Effizienz-Unterschied.
Vorlauftemperatur-Anforderungen nach Heizsystem
Was benötigen verschiedene Systeme?
| Heizsystem | Erforderliche VL-Temp | Mit Wärmepumpe effizient? | JAZ realistisch |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung gut geplant | 30-35°C | ✅ IDEAL | 4,5-5,0 |
| Niedertemperatur-Heizkörper | 35-45°C | ✅ Gut | 4,0-4,5 |
| Standard-Heizkörper modern | 50-55°C | ⚠️ Mittel | 3,5-4,0 |
| Alte Heizkörper Altbau 1970er | 65-75°C | ❌ Schlecht | 2,8-3,2 |
| Gussheizkörper sehr alt | 75-80°C | ❌ Katastrophal | 2,5-2,8 |
Fazit: FBH ist einziges System, bei dem Wärmepumpe im thermodynamischen Optimum operiert.
COP versus JAZ: Der wichtige Unterschied
COP (Coefficient of Performance):
- Momentaner Wirkungsgrad unter Normbedingungen
- Beispiel: COP 4,5 bei A7/W35 (7°C außen, 35°C Vorlauf)
- Laborwert, nicht repräsentativ für Jahresbetrieb
JAZ (Jahresarbeitszahl):
- Reale Effizienz über gesamtes Jahr
- Berücksichtigt alle Betriebsbedingungen (Sommer, Winter, Übergang)
- Messbar aus Stromzähler: JAZ = Wärme (kWh) ÷ Strom (kWh)
- Beispiel: JAZ 4,2-4,8 bei optimierter Installation
Praktischer Vergleich:
| Bedingung | WP allein COP | WP + FBH optimiert JAZ | Verbesserung |
|---|---|---|---|
| Labor-Standard A7/W35 | 4,5 | 4,5 (identisch) | - |
| Jahres-Durchschnitt real | 3,8-4,0 (HK) | 4,5-5,0 (FBH) | +0,5 bis +1,2 |
Wichtige Erkenntnis: FBH erhöht nicht COP-Werte selbst, sondern ermöglicht optimalen WP-Betrieb über gesamtes Jahr → höhere reale JAZ.
Die Heizkurve: Das "Gehirn" der Wärmepumpen-Steuerung
Was ist eine Heizkurve?
Die Heizkurve ist mathematische Funktion, die Vorlauftemperatur automatisch zur Außentemperatur anpasst:
Prinzip:
- Je kälter außen → desto höher Vorlauftemperatur
- Je wärmer außen → desto niedriger Vorlauftemperatur
- Automatische Berechnung optimal für Effizienz
Mathematische Formel:
Vorlauftemperatur = Fußpunkt + Steigung × (20°C - Außentemperatur)Beispiel-Berechnung:
- Fußpunkt = 18°C
- Steigung = 0,6
Bei Außentemp 10°C: VL = 18 + 0,6 × (20-10) = 24°C
Bei Außentemp -10°C: VL = 18 + 0,6 × (20-(-10)) = 36°C
Bei Außentemp -10°C: VL = 18 + 0,6 × (20-(-10)) = 36°C
Die zwei kritischen Heizkurven-Parameter
Parameter 1: Fußpunkt (Niveau/Offset)
| Fußpunkt | Bedeutung | Typischer Gebäude-Typ |
|---|---|---|
| 16°C (sehr niedrig) | Minimal Wärmebedarf | Neubau KfW40+ |
| 18°C (niedrig) | Gut gedämmt, FBH optimal | Neubau Standard |
| 20-22°C (mittel) | Saniert, mittel-gute Dämmung | 1980er+ saniert |
| 25°C+ (hoch) | Schlecht gedämmt | Altbau vor 1970 |
Parameter 2: Steigung (Kennlinie)
| Steigung | Effekt | Verwendung | FBH-Eignung |
|---|---|---|---|
| 0,4-0,6 | Flache Kurve, niedrige VL | ✅ FBH optimal | Ideal |
| 0,8-1,0 | Mittlere Kurve | Standard-Heizkörper | Zu steil |
| 1,2-1,5 | Steile Kurve, hohe VL | Alte Heizkörper | Viel zu steil |
| 1,6+ | Sehr steile Kurve | Notfall Altbau | Katastrophal |
Kritische Erkenntnis:
Werkseinstellung oft Steigung 1,0-1,5 – zu steil für FBH! Dies führt zu 10-20K überhöhter Vorlauftemperatur und 25-60% vermeidbaren Effizienz-Verlusten.
Beispiel-Heizkurven: Werkseinstellung versus FBH-Optimiert
Szenario: Neubau mit FBH, gute Dämmung
WERKSSETTING (zu steil, typisch):
Fußpunkt 20, Steigung 1,2
Bei -10°C: VL = 20 + 1,2 × 30 = 56°C (zu warm!)
Bei 0°C: VL = 20 + 1,2 × 20 = 44°C (zu warm!)
Bei +10°C: VL = 20 + 1,2 × 10 = 32°C (OK)OPTIMIERT FÜR FBH (flach):
Fußpunkt 18, Steigung 0,6
Bei -10°C: VL = 18 + 0,6 × 30 = 36°C (optimal!)
Bei 0°C: VL = 18 + 0,6 × 20 = 30°C (optimal!)
Bei +10°C: VL = 18 + 0,6 × 10 = 24°C (sehr gut!)Effizienz-Gewinn:
- Bei -10°C: 56°C → 36°C = 20K Reduktion = ~50% Effizienz-Verbesserung
- Bei 0°C: 44°C → 30°C = 14K Reduktion = ~35% Effizienz-Verbesserung
Schritt-für-Schritt: Heizkurven-Optimierung
Schritt 1: Aktuelle Einstellungen dokumentieren
Vorgehen:
- Wärmepumpen-App/Display öffnen
- Heizkurven-Parameter notieren:
- Fußpunkt (Niveau)
- Steigung (Kennlinie)
- Aktuelle Vorlauftemperaturen bei verschiedenen Außentemperaturen prüfen
Soll-Werte FBH:
- Bei 10°C außen: 24-30°C Vorlauf
- Bei 0°C außen: 28-36°C Vorlauf
- Bei -10°C außen: 32-42°C Vorlauf
Wenn Werte deutlich höher (z.B. 50°C bei 10°C außen): Kurve zu steil!
Schritt 2: Sanfte Absenkung durchführen
Sichere Methode:
- Steigung um 0,2 Punkte senken (nicht mehr!)
- Beispiel: 1,2 → 1,0 → 0,8 → 0,6
- ODER Fußpunkt um 2K senken
- Wartezeit: Mindestens 3-7 Tage beobachten
Monitoring während Anpassung:
- ✅ Alle Räume noch angenehm warm?
- ✅ Keine kalten Ecken?
- ✅ Stromverbrauch gesunken? (Stromzähler prüfen)
- ⚠️ Wenn zu kalt: Einen Schritt zurück
Praktischer 4-Wochen-Optimierungs-Plan:
| Woche | Aktion | Fußpunkt | Steigung | Erwartung |
|---|---|---|---|---|
| Woche 0 | Ausgangszustand dokumentieren | 20 | 1,2 | Baseline |
| Woche 1 | Steigung senken | 20 | 1,0 | Beobachten |
| Woche 2 | Wenn OK, weiter senken | 19 | 1,0 | Beobachten |
| Woche 3 | Beides optimieren | 19 | 0,8 | Beobachten |
| Woche 4 | Finale Feinabstimmung | 18 | 0,6 | Zielwert erreicht |
Resultat: 10-20K Vorlauf-Reduktion = 25-60% Effizienz-Gewinn
Schritt 3: Hydraulischer Abgleich (Raum-für-Raum)
Problem: Unterschiedliche Räume unterschiedlich warm
- Nordwest-Raum mit großem Fenster kälter
- Südlicher Raum zu warm
- FBH-Durchfluss ungleich verteilt
Lösung: Hydraulischer Abgleich
- Thermostat-Ventile an jedem Heizkreis regulieren
- Durchfluss einstellen: Alle Räume gleich warm
- Mit Infrarot-Thermometer messen: Rücklauf-Temperatur pro Kreis
- Ziel: Alle Heizkreise identische Rücklauf-Temperatur (26-28°C)
Kosten: 500-1.500 EUR professionell durchgeführt
Hydraulik-Schemata: Pufferspeicher, Mischer, Warmwasser
Schema 1: Direkte Fußbodenheizung (einfach, maximal effizient)
Auswahl: Kleine/mittlere Häuser mit FBH, kein separates Warmwasser
Komponenten:
Wärmepumpe → Heizkreisverteiler → FBH-Kreise → zurück zur WPVorteile:
- ✅ Minimal komplex
- ✅ Maximale Effizienz (keine Speicher-Verluste)
- ✅ Niedrigste Kosten
Nachteile:
- ❌ Kein Warmwasser (separat erforderlich)
- ❌ WP taktiert mehr (kurze Laufzeiten)
Schema 2: Mit Pufferspeicher (Standard-Empfehlung)
Auswahl: FBH + geplantes Warmwasser später
Komponenten:
Wärmepumpe → Pufferspeicher (Rücklauf) → Heizkreisverteiler → FBHVorteile:
- ✅ Längere Laufzeiten (WP kontinuierlicher, weniger Takten)
- ✅ Wärmepuffer für Spitzenlast
- ✅ Später Warmwasser-Erweiterung möglich
Nachteile:
- ⚠️ Kleine Verluste im Speicher (~2-3%)
- ⚠️ Kosten Pufferspeicher (300-800 EUR)
Empfehlung: Pufferspeicher wenn FBH-Wasserinhalt klein, verhindert ineffizientes Takten.
Schema 3: Kombispeicher (Heizung + Warmwasser kombiniert)
Auswahl: Neubauten mit FBH + Warmwasser
Komponenten:
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Wärmepumpe → Kombispeicher → FBH + WarmwasserFunktionsprinzip:
- Unterer Bereich: Pufferspeicher Heizung 30-50°C
- Oberer Bereich: Warmwasserspeicher 50-65°C
- Frischwasserstation entnimmt oben, erwärmt durchfließend zu Trinkwasser
- Temperaturschichtung bleibt stabil
Vorteile:
- ✅ Kompakt (Platzersparnis)
- ✅ Beide Funktionen in einem Gerät
- ✅ Effizienzsynergien
Nachteile:
- ⚠️ Höhere Kosten (1.200-2.000 EUR)
- ⚠️ Wartung komplexer
Marktanteil: ~40% Neubauten nutzen Kombispeicher
Schema 4: FBH + Heizkörper kombiniert (mit Mischer)
Auswahl: Hybrid-Häuser (FBH EG, Heizkörper Badezimmer/OG)
Komponenten:
Wärmepumpe → Pufferspeicher
├─ Kreis 1: Via Dreiwege-Mischer auf 30°C → FBH
└─ Kreis 2: Direkt 50-55°C → HeizkörperMischer-Funktion:
- Dreiwege-Mischventil mengt kühles Rücklaufwasser zu heißem Vorlauf
- Reduziert Temperatur auf 30-35°C nur für FBH
- Heizkörper bekommen ungemixt 50-55°C
Vorteile:
- ✅ Beide Systeme in einem Haus
- ✅ FBH trotzdem effizient
Nachteile:
- ⚠️ Komplexere Hydraulik
- ⚠️ Kosten (1.000-2.000 EUR)
- ⚠️ Zwei unterschiedliche Vorlauf-Temperaturen = Regelungs-Komplexität
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Investitionskosten: WP + FBH Komplettanlage
Neubau-Szenario: 160 m² Einfamilienhaus
| Position | Kosten | Notizen |
|---|---|---|
| Wärmepumpe 10-12 kW | 8.000-12.000 EUR | Gerät allein |
| Hydraulik-Installation | 2.500-4.000 EUR | Rohre, Mischer, Puffer |
| Pufferspeicher 300-500L | 800-1.500 EUR | Optional empfohlen |
| Fußbodenheizung 160 m² | 8.000-15.000 EUR | 50-100 EUR/m² |
| Hydraulischer Abgleich | 500-1.500 EUR | Wichtig für Effizienz |
| Inbetriebnahme + Optimierung | 800-1.200 EUR | Heizkurven einstellen |
| Brutto-Investition | 20.600-35.200 EUR | Realistische Range |
| KfW-Förderung 70% | -14.420-24.640 EUR | Maximal 30.000 EUR Basis |
| Netto-Investition | 6.180-10.560 EUR | Eigenanteil |
20-Jahres-Gesamtkostenrechnung: WP+FBH versus Gas
Annahmen:
- Heizwärmebedarf: 12.000 kWh/Jahr
- Strompreis 2026: 0,35 EUR/kWh
- Gaspreis 2026: 0,11 EUR/kWh
- Preissteigerung: Gas +5%/Jahr, Strom +3%/Jahr
| Jahr | WP+FBH Betrieb | Gasheizung | Einsparung/Jahr |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 870 EUR | 1.160 EUR | 290 EUR |
| Jahr 5 | 1.020 EUR | 1.480 EUR | 460 EUR |
| Jahr 10 | 1.240 EUR | 1.915 EUR | 675 EUR |
| Jahr 15 | 1.500 EUR | 2.465 EUR | 965 EUR |
| Jahr 20 | 1.810 EUR | 3.180 EUR | 1.370 EUR |
| 20-Jahres-Summe | 18.500 EUR | 35.200 EUR | 16.700 EUR |
ROI-Analyse mit KfW-Förderung
Szenario A: Neubau mit KfW-Förderung 70%
Investition gesamt: 25.000 EUR
KfW-Förderung (70%): -17.500 EUR
Eigenanteil nach Förderung: 7.500 EUR
Eigenanteil Gasheizung: 3.500 EUR
Nachteil WP: +4.000 EUR
20-Jahres-Energieeinsparung: +16.700 EUR
─────────────────────────────────────────
NET-GEWINN: +12.700 EUR ✅
Break-Even Point: 2,6 JahreFazit: Mit Förderung ist WP+FBH sofort wirtschaftlich rentabel.
Praktische Herausforderungen und Lösungen
Problem 1: "Wärmepumpe wird nicht warm genug"
Symptome: WP läuft, aber Räume nicht richtig warm
Häufige Ursachen und Lösungen:
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Heizkurve zu flach | Steigung erhöhen (0,6 → 0,8) oder Fußpunkt anheben |
| Hydraulischer Abgleich fehlt | Durchflüsse pro Heizkreis anpassen (professionell) |
| Thermostat-Ventil defekt | Ventil austauschen |
| WP zu klein dimensioniert | Heizstab zuschalten (vorübergehend) oder WP-Upgrade |
| Heizflächen zu klein | Zusätzliche Heizkörper ergänzen |
Schnelle Diagnostik:
- Vorlauftemperatur messen: Mindestens 35°C bei -5°C außen?
- Rücklauftemperatur: Spreizung 5-8K?
- Durchfluss-Druck prüfen: Pumpe läuft?
Problem 2: "Stromverbrauch zu hoch trotz FBH"
Symptom: JAZ unter 4,0 (sollte 4,5-5,0 sein)
Ursachen nach Häufigkeit:
| Ursache | Häufigkeit | Lösung |
|---|---|---|
| Heizkurve nicht optimiert | 60% | Steigung flacher (0,8 → 0,6) |
| Hydraulischer Abgleich fehlerhaft | 20% | Professionellen Abgleich durchführen |
| Defekte Thermostatventile | 10% | Ventile austauschen |
| Warmwasser-Temperatur zu hoch | 5% | Speicher auf 50°C senken |
| WP-Fehlkonfiguration | 5% | Service anrufen |
Optimierungs-Plan 4 Wochen:
- Woche 1: Heizkurve-Steigung -0,2 Punkte
- Woche 2: Beobachten, Komfort prüfen
- Woche 3: Hydraulischer Abgleich
- Woche 4: Stromzähler prüfen (Ziel: ~3 kWh/Tag bei -10°C)
Zielwert: Mit optimierter Heizkurve (Steigung 0,4-0,6) + FBH JAZ 4,8-5,2 erreichbar ohne weitere Investitionen.
Problem 3: "FBH wird nicht warm – nur lauwarm"
Häufige Ursachen:
| Ursache | Symptom | Lösung |
|---|---|---|
| Luftblasen im System | Gluckernde Geräusche | Entlüftungsventile öffnen jeden Kreis |
| Zu niedriger Durchfluss | Kalte Rücklaufleitung | Pumpenleistung erhöhen, Ventile prüfen |
| Heizkreis nicht aktiv | Nur einzelne Räume kalt | Verteiler-Regelung prüfen |
| Rohre verstopft | Teilweise keine Wärme | Spülung durch Fachfirma |
| Vorlauf zu niedrig | Insgesamt schwache Heizung | Heizkurve anheben |
FBH-Aufheizzeit und Trägheit
Aufheizverhalten: FBH versus Heizkörper
Charakteristisches Verhalten:
| Phase | Heizkörper | Fußbodenheizung |
|---|---|---|
| Nach 5 min | Deutlich warm spürbar | Noch kalt |
| Nach 30 min | Volle Wärmeleistung | Langsam wärmend |
| Nach 2 Stunden | Stabil heiß | Beginnt angenehm warm |
| Nach 4 Stunden | Stabil | Volle Heizleistung |
| Nach 8 Stunden | Konstant | Maximale Wärmeabgabe |
Warum ist FBH träge?
Physikalisches Prinzip:
FBH = großes thermales System mit hoher Wärmespeicherkapazität:
- Warmwasser in Rohren: 100-200m Länge = große Wassermenge
- Wärmeleitung durch Beton: Wärme muss durch 10-15 cm Estrich
- Thermische Masse: Boden speichert Wärme, gibt langsam ab
Zeit für vollständige Durchheizung: 2-4 Stunden
Praktische Tipps: Aufheizzeit verkürzen
Was funktioniert:
| Maßnahme | Effekt | Aufwand |
|---|---|---|
| Vorlauftemperatur höher (42°C statt 35°C) | -1 Stunde | Gering (Effizienz-Nachteil) |
| Durchfluss erhöhen | -30 min | Gering (Pumpe ↑) |
| Bessere Dämmung unter Estrich | Wärme bleibt oben | Nur Neubau möglich |
| Temperatur-Ventile regulieren | Alle Räume gleich schnell | Hydraulischer Abgleich |
Was NICHT hilft:
- ❌ Heizkurve noch steiler (Effizienz sinkt zu sehr)
- ❌ Vorlauf auf 50°C (WP verliert 30% Effizienz)
- ❌ Zusätzliche Heizstäbe (Stromfresser)
Reale Aufheizzeiten optimiert:
- Optimal gedämmt (KfW40): 2-3 Stunden
- Moderner Neubau (KfW55): 3-4 Stunden
- Sanierter Altbau: 4-6 Stunden
Praktischer Tipp: Wenn tagsüber abwesend, ist FBH perfekt: WP lädt langsam Boden auf, abends warmes Haus.
Fußbodenheizung aktiv kühlen mit Wärmepumpe
Ist Kühlung mit FBH möglich?
Ja, sehr effizient durch Reverse-Cycle-Betrieb:
Prinzip:
- Wärmepumpe läuft rückwärts
- Kälte aus Außenluft extrahiert
- Durch FBH gepumpt (18°C Vorlauf)
- Böden und Räume kühlen passiv ab
Voraussetzung:
- ✅ WP muss Kühlfunktion haben (alle modernen haben das)
- ✅ FBH für Kühlung dimensioniert
- ⚠️ Kondensation beachten: Boden nicht unter 16°C!
Effizienz FBH-Kühlung versus Klimaanlage
| System | EER (Kühl-Effizienz) | Stromverbrauch¹ |
|---|---|---|
| WP FBH-Kühlung | 4,0-5,0 | 10-12,5 kWh |
| Split-Klimaanlage | 3,0-4,0 | 12,5-16,5 kWh |
| Fenster-Klimagerät | 2,0-2,5 | 20-25 kWh |
¹ Bei 10h Betrieb, 5 kW Kühlleistung
Fazit: FBH-Kühlung effizienter als separate Klimageräte.
Praktische Limits: Taupunkt beachten
Kritisches Limit:
Wenn FBH-Temperatur unter Taupunkt sinkt, entsteht Kondenswasser:
Beispiel:
- Außentemperatur: 28°C, Luftfeuchte 60%
- Taupunkt: ~18°C
- FBH-Vorlauf auf 16°C = Kondenswasser am Boden!
- Besser: Nur auf 18-20°C kühlen (immer noch angenehm)
Best-Practice Kühl-Strategie:
- Nachts: Fenster öffnen, natürliche Belüftung (kostenlos)
- Tagsüber: FBH auf 18-20°C (WP Kühlmodus)
- Thermostat auf 22°C: Kühlung nur bei Bedarf
- Kondenswächter optional einbauen (sicher)
FAQ: Häufigste Fragen
F: Ist FBH wirklich nötig für Wärmepumpe?
A: Nicht zwingend, aber sehr empfohlen!
Alternativen:
- ✅ Niedertemperatur-Heizkörper 35-45°C – fast so gut wie FBH
- ✅ Deckenheizung 30-40°C – gleichmäßige Wärme
- ✅ Wandheizung 30-40°C – kompakt
- ❌ Standard-Heizkörper 50-60°C – funktioniert, aber Effizienz-Nachteil
Fazit: Mit FBH JAZ 5,0+, mit Standard-Heizkörpern nur 3,5-4,0 – der Unterschied ist bedeutsam.
F: Welche Vorlauftemperatur ist optimal für mein Haus?
A: Abhängig von Gebäude-Typ und Dämmung:
| Gebäude-Typ | Optimale VL bei -10°C | Fußpunkt |
|---|---|---|
| Neubau KfW40 | 32-35°C | 16-18°C |
| Neubau KfW55 | 35-38°C | 18-20°C |
| Saniert gut | 38-42°C | 20-22°C |
| Saniert moderat | 42-48°C | 22-24°C |
| Altbau | 48-55°C | 24-26°C |
Praktische Regel: Senken Sie Heizkurve so weit wie möglich, bis kälteste Räume gerade noch angenehm warm sind.
F: Ist WP mit FBH in Altbau (1970er) möglich?
A: Ja, aber erfordert Sanierung!
Lösungen:
| Variante | Aufwand | Kosten | WP-Anteil |
|---|---|---|---|
| Hybrid WP + Gaskessel | Mittel | 25.000 EUR | 65%+ |
| WP + FBH + Dämmung | Hoch | 40.000 EUR | 80%+ |
| WP + NT-Heizkörper | Gering | 20.000 EUR | 60-70% |
Empfehlung: Kombinieren Sie WP mit moderater Gebäude-Sanierung (Fenster, Dach-Dämmung). Dann funktioniert FBH auch im Altbau gut.
Fazit: Die ideale Kombination
Neubau-Empfehlung:
- ✅ Luft-Wasser-Wärmepumpe 10-12 kW
- ✅ Flächenheizung FBH überall
- ✅ Pufferspeicher 300-500L
- ✅ Kombispeicher mit Frischwasserstation (Warmwasser)
- ✅ Heizkurve optimiert (Steigung 0,4-0,6)
- ✅ Hydraulischer Abgleich professionell
- ✅ SG-Ready für PV-Kopplung
Resultat: JAZ 4,8-5,2, Stromkosten 870 EUR/Jahr
Sanierung-Empfehlung:
- ✅ Hybrid: WP + Gaskessel
- ✅ FBH im EG, NT-Heizkörper OG
- ✅ Pufferspeicher (Lastverteilung)
- ✅ Schrittweise Gebäude-Sanierung
- ✅ Heizkurve flach halten
Resultat: 65%+ WP-Anteil, wirtschaftlich, KfW-förderfähig
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