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Heizstab für Warmwasserspeicher: Leistung und PV-Nutzung

12 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Funktionsprinzip: Ein Heizstab ist ein elektrischer Widerstandsheizkörper mit einem Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent bei der Umwandlung von Strom in Wärme.
  • Leistung: Handelsübliche Modelle liefern 2 bis 12 kW als Einschraubtyp beziehungsweise bis zu 18 kW als Flanschtyp, Faustregel 10 Watt je Liter Speichervolumen.
  • Kosten 2026: Ein reiner Heizstab kostet 150 bis 400 Euro, ein komplettes PV-Überschusssystem mit Regler und Installation 850 bis 2.300 Euro.
  • Amortisation: Bei PV-Überschussnutzung amortisiert sich die Investition in Praxisbeispielen nach 6 bis 8 Jahren statt einer Einspeisevergütung von nur rund 7,7 bis 7,8 Cent je Kilowattstunde.
  • Förderung: Der Heizstab erhält keine BEG-Förderung — als Stromdirektheizung fällt er unter § 71d GEG statt unter die geförderte Wärmepumpen-Regelung.
  • Schwäche: Das Umwandlungsverhältnis liegt bei 1 zu 1 statt 1 zu 3 bis 1 zu 4 wie bei einer Wärmepumpe — im reinen Netzstrombetrieb kostet die Warmwasserbereitung über den Heizstab damit ein Vielfaches einer Wärmepumpen-Lösung.
  • Lohnt sich für: Haushalte mit PV-Überschuss oder als Wärmepumpen-Backup unterhalb des Bivalenzpunkts von -5 bis -7 Grad Celsius Außentemperatur.

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Was ist ein Heizstab für den Warmwasserspeicher und wie funktioniert er?

Ein Heizstab für den Warmwasserspeicher ist ein elektrischer Widerstandsheizkörper, der eingeschraubt oder eingeflanscht im Speicher sitzt und Strom mit einem Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent direkt in Wärme umwandelt. Die stromdurchflossene Heizwendel erhitzt das umgebende Wasser unmittelbar, ohne Umweg über einen Verbrennungs- oder Kompressionsprozess.
Handelsübliche Bauformen sind der Flanschheizstab mit einem Durchmesser von 180 oder 240 Millimetern für Leistungen bis 18 kW und der Einschraubheizstab mit einem Anschlussgewinde von 1 1/2 Zoll für 2 bis 12 kW.
Für geschlossene Speicher-Wassererwärmer bis 2.000 Liter gilt die Norm DIN EN 12897:2020, die eine maximale Trinkwassertemperatur von 95 Grad Celsius festlegt.
Im Alltag wird der Begriff Heizpatrone häufig synonym zu Heizstab verwendet. Technisch bezeichnet eine Heizpatrone eher eine kompakte, zylindrische Bauform mit Keramikkern aus dem Industriebereich, während der Heizstab im Warmwasserspeicher meist als Einschraub- oder Flanschvariante ausgeführt ist — beide Begriffe meinen im Heizungskontext dasselbe Funktionsprinzip.

Welche Bauarten und Typen gibt es (Flansch-, Einschraub-, DC-Heizstab)?

Heizstäbe für Warmwasserspeicher unterscheiden sich in drei Bauarten: den Flanschheizstab, den Einschraubheizstab und den Gleichstrom-Heizstab für den direkten Anschluss an eine Photovoltaikanlage ohne Wechselrichter.
Der Flanschheizstab wird bei Neuanlagen fest in den Speicherboden oder die Seitenwand eingeflanscht und erreicht Leistungen bis 18 kW. Der Einschraubheizstab nutzt ein bestehendes Gewinde von 1 1/2 Zoll und ist damit die Standardlösung für die Nachrüstung in einem vorhandenen Speicher. Der DC-Heizstab, etwa die my-PV ELWA, arbeitet im reinen Inselbetrieb mit 100 bis 360 Volt Gleichstrom direkt aus dem PV-Generator und benötigt keinen Netzanschluss.
Vergleich der drei Heizstab-Bauarten nach Anschluss, Leistungsspektrum und Einsatzbereich.

Bauart

Anschluss

Leistungsspektrum

Typischer Einsatzbereich

 

Flanschheizstab

Flansch Ø 180/240 mm

bis 18 kW

Neuanlagen, große Speicher

Einschraubheizstab

Gewinde 1 1/2 Zoll

2 bis 12 kW

Nachrüstung bestehender Speicher

DC-Heizstab (z. B. my-PV ELWA)

PV-Direktanschluss 100–360 V DC

0 bis 2.000 W, linear

Inselbetrieb ohne Wechselrichter

Welche Heizstab-Leistung passt zu meinem Speicher (200 oder 300 Liter)?

Die passende Heizstableistung richtet sich nach der Faustregel von 10 Watt je Liter Speichervolumen: Ein 200-Liter-Speicher benötigt rund 2 kW, ein 300-Liter-Speicher rund 3 kW.
Heizstableistung = Speichervolumen × 10 W ÷ 1000
Wo:
  • Heizstableistung: Ergebnis in Kilowatt (kW)
  • Speichervolumen: Fassungsvermögen des Warmwasserspeichers in Litern (l)
Beispiel: 300-Liter-Warmwasserspeicher für einen 3- bis 4-Personen-Haushalt
Gegeben: Speichervolumen 300 Liter, Faustregel 10 Watt je Liter.
Berechnung: 300 Liter × 10 Watt ÷ 1000 = 3 Kilowatt.
Ergebnis: Ein Heizstab mit 3 kW deckt den Bedarf dieses Speichers ab, wie ihn etwa das Bosch- oder Buderus-Modell mit 3-kW-Stufe bietet.
Empfohlene Speichergröße, Heizstab-Leistung und PV-Anlagengröße nach Haushaltsgröße.

Haushaltsgröße

Speichergröße

Heizstab-Leistung

Passende PV-Anlage

 

1 bis 2 Personen

200 Liter

2 bis 3 kW

5 bis 7 kWp

3 bis 4 Personen

300 Liter

3 kW

8 bis 10 kWp

5 und mehr Personen

400 bis 500 Liter

6 kW

10 bis 15 kWp

Wie wird ein Heizstab geregelt (Thermostat, Sicherheitstemperaturbegrenzer)?

Ein Thermostat regelt die Zieltemperatur des Heizstabs manuell in einem Bereich von 0 bis 85 Grad Celsius. Ein separater Sicherheitstemperaturbegrenzer schaltet unabhängig davon bei 98 bis 108 Grad Celsius endgültig ab.
Die genaue Auslegung unterscheidet sich je Hersteller: Modelle aus dem Sortiment von Killus-Technik nutzen einen fest eingestellten Sicherheitstemperaturbegrenzer bei 108 Grad Celsius, der Weishaupt Elektro-Heizeinsatz begrenzt bereits bei 98 Grad Celsius und bietet einen engeren Regelbereich von 32 bis 75 Grad Celsius. Der Sicherheitstemperaturbegrenzer arbeitet mechanisch getrennt vom Thermostat und verhindert ein Überhitzen auch bei einem Defekt der regulären Temperaturregelung.

Was bringt ein intelligenter/modulierender Heizstab gegenüber einem einfachen Stufen-Heizstab?

Ein intelligenter Heizstab moduliert die Leistung in feinen, quasi stufenlosen Schritten und reagiert innerhalb weniger Sekunden auf schwankenden PV-Überschuss, während ein einfacher Stufen-Heizstab nur feste Leistungsstufen wie 2, 3 oder 6 kW schaltet.
Energiemanager wie der my-PV AC-THOR, die my-PV AC-ELWA 2 oder der Fronius Ohmpilot übernehmen diese feinstufige Modulation. Der Ohmpilot arbeitet dabei mit Pulsweitenmodulation und stufenloser Leistungsanpassung bis 9 kW. Ein einfacher Stufen-Heizstab ohne Energiemanager schaltet dagegen nur zwischen seinen festen Leistungsstufen und nutzt kleine PV-Überschussmengen unterhalb der niedrigsten Stufe gar nicht.

Welcher Stromanschluss wird benötigt (230V, 400V, Gleichstrom)?

Heizstäbe bis etwa 2 kW benötigen einen einfachen 230-Volt-Anschluss, Modelle ab 3 kW einen 400-Volt-Drehstromanschluss, während DC-Heizstäbe wie die my-PV ELWA direkt mit 100 bis 360 Volt Gleichstrom aus der PV-Anlage arbeiten.
Anschlusstypen für Heizstäbe nach Spannungsbereich, Leistungsgrenze und Beispielmodell.

Anschlusstyp

Spannungsbereich

Leistungsgrenze

Beispielmodell

 

230-Volt-Anschluss

230 V

bis ca. 2 kW

Bosch Elektro-Einschraubheizung 2 kW

400-Volt-Drehstromanschluss

400 V

3 bis 18 kW

Bosch 3 kW/400V, Buderus 6 kW

DC-Direktanschluss

100 bis 360 V DC

0 bis 2.000 W

my-PV ELWA

Seit der VDE-0100-701-Novelle, gültig ab Juni 2025 mit Übergangsfrist bis Dezember 2027, benötigen fest angeschlossene Heizstäbe zusätzlich einen Fehlerstromschutzschalter (RCD) mit maximal 30 Milliampere Auslösestrom, da der Anschluss im Nassbereich als Schutzmaßnahme gilt.

Welche Hersteller und Modelle gibt es (Buderus, Bosch, Weishaupt)?

Zu den bekanntesten Herstellern von Heizstäben für Warmwasserspeicher zählen Buderus, Bosch und Weishaupt, die sich vor allem in Leistungsstufen, Anschlussart und Garantiebedingungen unterscheiden.
Vergleich der Heizstab-Modelle von Buderus, Bosch und Weishaupt nach Leistungsstufen und Anschluss.

Hersteller / Modell

Leistungsstufen

Anschluss

Besonderheit

 

Buderus Logalux SU200-E

2 / 3 / 4,5 / 6 kW

Einschraub

5 Jahre Systemgarantie, Kalk- und Verschleißschäden ausgenommen

Bosch Elektro-Einschraubheizung

2 (230V) / 3 / 4,5 / 6 kW (400V)

Gewinde R 1 1/2 Zoll

Einbaulängen 320 bis 450 mm

Weishaupt Elektro-Heizeinsatz

3 / 6 / 9 kW

Flansch 180 mm

Regelbereich 32–75 °C, Sicherheitstemperaturbegrenzer bei 98 °C

Die Buderus-Systemgarantie über 5 Jahre schließt Schäden durch Kalkablagerungen und andere Verschleißteile explizit aus und verlangt ein Wartungsintervall von maximal 16 Monaten, damit der Garantieanspruch bestehen bleibt.

Wie lässt sich ein Heizstab mit PV-Überschuss nutzen?

Ein PV-Heizstab wandelt überschüssigen Solarstrom, der sonst für nur rund 7,7 bis 7,8 Cent je Kilowattstunde eingespeist würde, direkt in Warmwasser um und erhöht damit den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage.
Energiemanager zur PV-Überschussnutzung nach Hersteller, Leistungsspektrum und Richtpreis.

Gerät

Hersteller

Leistungsspektrum

Richtpreis

 

AC ELWA 2

my-PV

3,5 kW, modulierend

670 bis 820 Euro

AC THOR

my-PV

bis 3 kW, modulierend

630 bis 740 Euro

Ohmpilot

Fronius

bis 9 kW, Pulsweitenmodulation

rund 680 Euro

Der Energiemanager misst den PV-Überschuss laufend und moduliert die Heizstableistung in feinen, quasi stufenlosen Schritten innerhalb weniger Sekunden nach, sodass auch kleine Überschussmengen von wenigen hundert Watt genutzt werden, ohne Strom aus dem Netz zu beziehen.

Welche Rolle spielt der Heizstab bei Wärmepumpen (Backup, Bivalenzpunkt)?

Der Heizstab übernimmt in einem Wärmepumpensystem die Zusatzheizung unterhalb des Bivalenzpunkts von -5 bis -7 Grad Celsius Außentemperatur und macht laut einer Fraunhofer-ISE-Feldstudie nur rund 1,9 Prozent des jährlichen Energiebedarfs aus.
Eine Wärmepumpe erreicht ein Umwandlungsverhältnis von 1 zu 3 bis 1 zu 4 — aus einem Teil Strom entstehen 3 bis 4 Teile Wärme. Der Heizstab kommt dagegen nur auf ein Verhältnis von 1 zu 1. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen, je nach System teils erst unterhalb von -15 Grad Celsius, sichert der Heizstab dennoch die Warmwasserversorgung, wenn die Wärmepumpe allein nicht genügend Leistung liefert. Diese seltene Backup-Rolle erklärt den geringen Energiebedarfsanteil von 1,9 Prozent bei korrekt dimensionierten Systemen.

Was kostet ein Heizstab für den Warmwasserspeicher 2026?

Ein reiner Heizstab ohne Steuerung kostet 2026 zwischen 150 und 400 Euro, ein komplettes PV-Überschusssystem mit Energiemanager und Installation zwischen 850 und 2.300 Euro.
Kostenaufschlüsselung für einen Heizstab mit PV-Überschusssteuerung nach Einzelposten.

Posten

Kosten

 

Heizstab (Hardware ohne Steuerung)

150 bis 400 Euro

Energiemanager (z. B. my-PV, Ohmpilot)

630 bis 820 Euro

Installation, einfacher Heizstab

50 bis 100 Euro

Installation, Komplettsystem mit PV-Steuerung

300 bis 800 Euro

Gesamtsystem (ohne PV-Anlage)

850 bis 2.300 Euro

Beispiel: Warmwasserkosten ohne PV-Nutzung, 3- bis 4-Personen-Haushalt
Gegeben: Warmwasserbedarf von 800 kWh je Person und Jahr, 4 Personen, Netzstrompreis 2026 von 30 bis 36 Cent je kWh.
Berechnung: 4 × 800 kWh = 3.200 kWh Jahresbedarf; 3.200 kWh × 0,30 €/kWh = 960 Euro Stromkosten pro Jahr beim unteren Preiswert.
Ergebnis: Ohne PV-Überschuss kostet die Warmwasserbereitung über den Heizstab mindestens 960 Euro im Jahr — ein Vielfaches der Betriebskosten einer Wärmepumpe mit Umwandlungsverhältnis 1 zu 3 bis 1 zu 4.

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Bei PV-Überschussnutzung sieht die Rechnung anders aus: In einem von enerix dokumentierten Praxisbeispiel amortisiert sich eine Investition von 1.200 Euro in ein Heizstab-Komplettsystem innerhalb von 6 bis 8 Jahren, weil der genutzte PV-Überschuss keine Einspeisevergütung von nur rund 7,7 bis 7,8 Cent je kWh mehr erhält, sondern Netzstrombezug zu 30 bis 36 Cent je kWh ersetzt.

Wie wird ein Heizstab nachgerüstet und installiert?

Die Nachrüstung eines Heizstabs erfolgt in 5 Schritten, vom Prüfen des freien Speicheranschlusses bis zur Inbetriebnahme des Energiemanagers.

Schritt 1: Speicheranschluss prüfen

Der Warmwasserspeicher benötigt einen freien 1 1/2 Zoll-Gewindeanschluss für den Einschraubheizstab oder einen freien Flansch für die Flanschvariante.

Schritt 2: Heizstableistung wählen

Die Leistung ergibt sich aus der Faustregel von 10 Watt je Liter Speichervolumen, etwa 3 kW für einen 300-Liter-Speicher.

Schritt 3: Elektroinstallation mit RCD vorbereiten

Seit der VDE-0100-701-Novelle ist ein Fehlerstromschutzschalter mit maximal 30 Milliampere Auslösestrom Pflicht, bei Modellen ab 3 kW zusätzlich ein 400-Volt-Drehstromanschluss.

Schritt 4: Heizstab montieren und Thermostat einstellen

Nach dem Einschrauben oder Einflanschen wird der Thermostat auf die Zieltemperatur eingestellt, der Sicherheitstemperaturbegrenzer arbeitet unabhängig davon als zweite Sicherheitsebene.

Schritt 5: Energiemanager anschließen (bei PV-Nutzung)

Für die PV-Überschussnutzung wird ein Energiemanager wie der my-PV AC-THOR oder der Fronius Ohmpilot angeschlossen und auf den PV-Zähler kalibriert.

Gibt es eine Förderung (BAFA/KfW) für den Heizstab 2026?

Der Heizstab erhält keine eigenständige BEG-Förderung, weil er als Stromdirektheizung nach § 71d GEG gilt und Elektro-Direktheizungen laut KfW-Förderbedingungen explizit von der Heizungsförderung ausgeschlossen sind.
Die reguläre KfW-458-Heizungsförderung bietet eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Zum Neustart der Heizungsförderung am 21. Juli 2026 sinken die maximal förderfähigen Gesamtkosten je erste Wohneinheit von bisher 30.000 Euro auf 28.000 Euro. Ein externer Heizstab in einem separaten Pufferspeicher gilt laut Auslegung des ZVSHK als eigenständige Stromdirektheizung nach § 71d GEG und nicht als Bauteil der geförderten Wärmepumpen-Regelung nach § 71c GEG — deshalb bleibt er auch in Kombination mit einer geförderten Wärmepumpe von der Förderung ausgenommen.

Schützt ein Heizstab vor Legionellen — und ist die Legionellenschaltung sinnvoll?

Eine wöchentliche Erwärmung auf 60 bis 70 Grad Celsius reduziert Legionellen im Speicher, gilt laut DVGW aber als nicht notwendig und nicht sinnvoll, wenn die Zirkulationstemperatur ohnehin dauerhaft mindestens 55 Grad Celsius erreicht.
Temperaturbereiche im Warmwasserspeicher und ihre Wirkung auf Legionellen.

Temperaturbereich

Wirkung auf Legionellen

 

35 bis 45 Grad Celsius

kritischer Bereich, Verdopplung der Keimzahl in rund 3 Stunden

mindestens 55 Grad Celsius (Zirkulation)

Vermehrung wird verhindert

60 bis 70 Grad Celsius (Heizstab-Schaltung)

verbreitete Marktpraxis, laut DVGW nicht notwendig und nicht sinnvoll

Die marktübliche Heizstab-Legionellenschaltung erhitzt das Wasser einmal wöchentlich auf 60 Grad Celsius für 30 Minuten oder auf 70 Grad Celsius für mindestens 3 Minuten und verursacht dabei zusätzliche Stromkosten von rund 20 bis 40 Euro im Jahr.

Wie lange hält ein Heizstab und wie wird er gewartet (Verkalkung)?

Ein Heizstab hält je nach Wasserhärte 5 bis 10 Jahre und benötigt bei den meisten Herstellern ein Wartungsintervall von maximal 16 Monaten, um verkalkungsbedingte Ausfälle zu vermeiden.

Symptom: Kalkablagerung an der Heizwendel

Die Heizwendel des Heizstabs setzt sich mit der Zeit mit Kalk zu, besonders in Regionen mit hoher Wasserhärte wie Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Bayern, wo die Werte über dem Bundesdurchschnitt von rund 16 Grad deutscher Härte liegen.

Folge: Überhitzung und Durchbrennen

Die Kalkschicht isoliert die Heizwendel thermisch, sodass der Heizstab seine Hitze nicht mehr ableiten kann, lokal überhitzt und durchbrennt.

Prävention: Wartungsintervall und rechtzeitiger Austausch

Der Heizstab gilt als Verschleißteil mit einer Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren je nach Wasserhärte und lässt sich einzeln tauschen, ohne den gesamten Speicher zu ersetzen. Buderus verlangt für den Erhalt der 5-jährigen Systemgarantie ein Wartungsintervall von maximal 16 Monaten und schließt Kalkschäden von der Garantie ausdrücklich aus. Ein kompletter Speicheraustausch kostet dagegen 800 bis 1.600 Euro für das Gerät zuzüglich 1.000 bis 2.000 Euro für den Einbau.

Welche Nachteile und Risiken hat ein Heizstab?

Ein Heizstab birgt vier zentrale Risiken: hohe Betriebskosten im reinen Netzstrombetrieb, fehlende Förderfähigkeit, elektrische Sicherheitsanforderungen im Nassbereich und Verkalkung mit vorzeitigem Ausfall.

Risiko 1: Hohe Betriebskosten im reinen Netzstrombetrieb

Der Heizstab wandelt Strom nur im Verhältnis 1 zu 1 in Wärme um. Ohne PV-Überschuss kostet die Warmwasserbereitung eines 3- bis 4-Personen-Haushalts mindestens 960 Euro im Jahr bei einem Netzstrompreis von 30 Cent je kWh. Die Prävention besteht darin, den Heizstab ausschließlich als PV-Überschussnutzung oder Wärmepumpen-Backup einzusetzen, nicht als alleinige Warmwasserheizung.

Risiko 2: Fehlende Förderfähigkeit

Die Einordnung als Stromdirektheizung nach § 71d GEG schließt jede BEG-Förderung aus, obwohl die Investition mit 850 bis 2.300 Euro real anfällt. Die Prävention liegt in der Kombination mit einer eigenständig geförderten Wärmepumpe als Hauptheizsystem, in dem der Heizstab nur als kleiner Zusatzbaustein läuft.

Risiko 3: Elektrische Sicherheit im Nassbereich

Der Betrieb im wassernahen Speicherumfeld birgt ohne Schutzmaßnahme ein Stromschlagrisiko. Seit der VDE-0100-701-Novelle ist deshalb ein Fehlerstromschutzschalter mit maximal 30 Milliampere Auslösestrom vorgeschrieben, mit Übergangsfrist für Bestandsanlagen bis Dezember 2027.

Risiko 4: Verkalkung und vorzeitiger Ausfall

In Regionen mit hoher Wasserhärte sinkt die Lebensdauer in den unteren Bereich von 5 Jahren. Ein Wartungsintervall von maximal 16 Monaten und ein rechtzeitiger Austausch des Verschleißteils verhindern ein unerwartetes Durchbrennen.

Gibt es unabhängige Tests für Heizstäbe im Warmwasserspeicher?

Ein unabhängiger Institutstest wie ein Stiftung-Warentest-Vergleich existiert für Heizstäbe im Warmwasserspeicher bislang nicht. Verfügbar sind vor allem Hersteller-Datenblätter, unter anderem von den Heizstab-Herstellern Buderus, Bosch und Weishaupt sowie von den Energiemanager-Herstellern my-PV und Fronius, dazu Einordnungen unabhängiger Fachportale, die auf diesen Herstellerangaben aufbauen: co2online veröffentlichte seine Kostenanalyse am 8. April 2025, Thermondo zitierte die zugrunde liegende Fraunhofer-ISE-Feldstudie zuletzt am 9. Juli 2026. Beide Portale ordnen die Herstellerwerte ein, ersetzen aber keinen unabhängigen Labortest.

Wie entwickeln sich Preise, Förderung und Technik beim Heizstab bis 2027?

Bis 2027 verschärfen sich sowohl die Förderbedingungen als auch die Sicherheitsvorschriften rund um den Heizstab, während der Preisabstand zwischen Netzstrom und PV-Eigenverbrauch weiter wächst.
Regulatorischer Fahrplan für den Heizstab von 2025 bis 2027.

Datum

Ereignis

 

25. Februar 2025

§ 14a-EnWG-Steuerbox-Pflicht für neue PV-Anlagen ab 7 kWp tritt in Kraft, weiterhin geltend 2026

21. Juli 2026

Neustart der KfW-Heizungsförderung: Kostendeckel sinkt von 30.000 auf 28.000 Euro, Geschwindigkeitsbonus von 20 auf 16 Prozent

6. Dezember 2027

Ende der Übergangsfrist für die RCD-Pflicht (VDE 0100-701) bei bestehenden Warmwasserbereitern

Gleichzeitig liegt der Netzstrompreis 2026 bei 30 bis 36 Cent je kWh, während der Wärmepumpen-Sondertarif nach § 14a EnWG nur 20 bis 25 Cent je kWh kostet — der Abstand macht die PV-Überschussnutzung des Heizstabs gegenüber dem reinen Netzstrombetrieb zunehmend attraktiver.

Für wen lohnt sich ein Heizstab im Warmwasserspeicher?

Ein Heizstab im Warmwasserspeicher lohnt sich vor allem für Haushalte mit PV-Überschuss und als Wärmepumpen-Backup, nicht aber als alleinige Warmwasserheizung im reinen Netzstrombetrieb.

Profil 1: Haushalt mit PV-Überschuss

Bei einer PV-Anlage von 8 bis 10 kWp für einen 3- bis 4-Personen-Haushalt mit 300-Liter-Speicher amortisiert sich ein Heizstab-Komplettsystem in 6 bis 8 Jahren und ersetzt eine Einspeisevergütung von nur rund 7,7 bis 7,8 Cent je kWh.

Profil 2: Wärmepumpen-Haushalt in kalten Regionen

Als Backup unterhalb des Bivalenzpunkts von -5 bis -7 Grad Celsius macht der Heizstab laut Fraunhofer-ISE-Feldstudie nur rund 1,9 Prozent des jährlichen Energiebedarfs aus und sichert die Warmwasserversorgung an den kältesten Tagen.

Profil 3: Haushalt ohne PV, reiner Netzstrombetrieb

Ohne PV-Überschuss ist der Heizstab wirtschaftlich nicht sinnvoll: Bei 30 bis 36 Cent je kWh Netzstrompreis und einem Umwandlungsverhältnis von 1 zu 1 kostet die Warmwasserbereitung mindestens 960 Euro im Jahr für einen 3- bis 4-Personen-Haushalt.

Profil 4: Altbau-Warmwasserspeicher ohne freien Flansch

Vor der Nachrüstung prüft ein Fachbetrieb den vorhandenen Speicher auf einen freien 1 1/2-Zoll-Anschluss und rüstet den vorgeschriebenen Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere Auslösestrom nach, bevor der Heizstab montiert wird.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen