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Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme
Table
System | Wärmepumpen-Anteil | Backup-Heizung | JAZ typisch | Investition | Eignung |
Monovalent | 100% | Keine | 4,0-5,3 | 25.000-35.000 EUR | Neubau, sanierter Altbau |
Monoenergetisch | 95-98% | Heizstab (elektrisch) | 3,8-4,8 | 24.000-32.000 EUR | Teilsaniert, Luftwärme |
Bivalent | 60-85% | Gas/Öl/Pellet | 3,5-4,5 | 28.000-45.000 EUR | Unsanierter Altbau |
Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.
Methodologie und Quellen
Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.
Was bedeutet "monovalent" genau?
Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.
Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen
Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.
Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur
Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
List
Norddeutschland (Küste): -10 bis -12°C
Mitteldeutschland: -12 bis -14°C
Süddeutschland (Alpenvorland): -14 bis -16°C
Gebirgslagen: -16 bis -20°C
Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Eine monovalente Wärmepumpe deckt 100% des Wärmebedarfs ohne Zusatzheizung ab. Die Dimensionierung erfolgt auf die Norm-Außentemperatur -12 bis -16°C mit Jahresarbeitszahl 4,0-5,3 in Neubauten und sanierten Altbauten.
Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme
System | Wärmepumpen-Anteil | Backup-Heizung | JAZ typisch | Investition | Eignung |
Monovalent | 100% | Keine | 4,0-5,3 | 25.000-35.000 EUR | Neubau, sanierter Altbau |
Monoenergetisch | 95-98% | Heizstab (elektrisch) | 3,8-4,8 | 24.000-32.000 EUR | Teilsaniert, Luftwärme |
Bivalent | 60-85% | Gas/Öl/Pellet | 3,5-4,5 | 28.000-45.000 EUR | Unsanierter Altbau |
Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.
Methodologie und Quellen
Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.
Was bedeutet "monovalent" genau?
Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.
Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen
Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.
Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur
Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Für welche Gebäude eignet sich die monovalente Wärmepumpe?
Die Eignung hängt von drei Faktoren ab: Heizlast, Vorlauftemperatur und Wärmequelle.
Ideale Anwendungsfälle
Neubau nach EnEV 2016 oder GEG:
Der Neubau ist die Domäne der monovalenten Wärmepumpe. Mit Heizlasten von 30-50 W/m² durch optimale Dämmung (U-Werte Wand 0,15-0,24 W/(m²K)), Dreifachverglasung und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist die erforderliche Wärmepumpen-Leistung gering. Ein 150 m² Einfamilienhaus benötigt nur 4,5-7,5 kW Heizleistung.
Die Fußbodenheizung als Standard ermöglicht Vorlauftemperaturen von 30-35°C. Bei diesen niedrigen Temperaturen erreichen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5. Sole-Wasser-Systeme (Erdwärme) kommen auf 5,0-6,0.
Investition: 25.000-32.000 EUR komplett (Luft-Wasser Monoblock) Energiekosten: 800-1.200 EUR/Jahr Amortisation: gegenüber Gas nicht relevant, da Gas regulatorisch nicht zulässig
Sanierter Altbau (KfW 85 oder besser):
Gebäude, die auf KfW-Effizienzhaus-Standard saniert wurden, erreichen Heizlasten von 50-75 W/m². Ein 150 m² Haus benötigt 7,5-11 kW Heizleistung. Mit vergrößerten Heizkörpern (Typ 33 statt Typ 22) oder Niedertemperatur-Heizkörpern lassen sich Vorlauftemperaturen von 45-50°C realisieren.
Bei diesen Temperaturen sind Jahresarbeitszahlen von 3,8-4,5 erreichbar, was die monovalente Auslegung wirtschaftlich macht. Die Investition liegt bei 28.000-35.000 EUR, die Energiekosten bei 1.300-1.700 EUR/Jahr.
Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme):
Die Erdwärme-Wärmepumpe ist der "natürliche" Partner der monovalenten Betriebsweise. Die konstante Quelltemperatur von 9-12°C ganzjährig (ab 10 Meter Tiefe) bedeutet, dass die Leistung der Wärmepumpe auch im Winter stabil bleibt. Die inverse Korrelation zwischen Außentemperatur und Leistung entfällt.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei B0/W35 (0°C Sole, 35°C Vorlauf) liefert auch im Winter nahezu 10 kW. Die Dimensionierung kann daher enger an der tatsächlichen Heizlast erfolgen (Sicherheitsfaktor 1,1-1,2 statt 1,4-1,6 bei Luft).
Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5 sind Standard, in optimierten Systemen werden 5,5-6,0 erreicht. Die Mehrkosten der Erschließung (15.000-25.000 EUR für Bohrung) amortisieren über die Betriebskosten in 15-25 Jahren.
Kritische Anwendungsfälle
Teilsanierter Altbau mit Luft-Wasser:
Hier zeigt sich die Schwäche der monovalenten Luft-Wärmepumpe. Ein Gebäude mit 80-100 W/m² Heizlast (150 m² = 12-15 kW Bedarf) und 55-60°C Vorlauftemperatur erfordert eine massive Überdimensionierung.
Eine Wärmepumpe muss nominal 18-22 kW leisten (bei A2/W35), um bei -15°C und 60°C Vorlauf noch 12-15 kW zu liefern. Das Problem: An 340-350 Tagen im Jahr läuft diese Maschine bei 20-40% Teillast. Die meisten Wärmepumpen takten dann (schalten häufig ein/aus), was die Effizienz drastisch senkt.
Taktung-Problematik: Eine für -15°C ausgelegte 20 kW Maschine muss an einem Herbsttag bei +5°C Außentemperatur und 3 kW Heizlast nur 15% ihrer Leistung abgeben. Selbst bei guter Modulation (Verdichter-Drehzahlregelung 30-100%) ist dies außerhalb des optimalen Bereichs. Die Folge: 6-10 Start-Stopp-Zyklen pro Stunde statt idealer 2-3 pro Tag. Jeder Start kostet Energie (Anlaufstrom), jeder Stopp bedeutet Auskühlverluste.
Die reale Jahresarbeitszahl sinkt auf 3,2-3,7 statt theoretischer 4,0-4,5. Hier ist die monoenergetische Lösung (kleinere WP 10-12 kW + Heizstab 6 kW) wirtschaftlich überlegen:
Unsanierter Altbau:
Für Gebäude mit >120 W/m² Heizlast und 65-70°C Vorlauftemperatur ist monovalente Wärmepumpe technisch möglich (mit R290 Hochtemperatur-Geräten) aber wirtschaftlich fragwürdig.
Die Jahresarbeitszahl fällt auf 2,5-3,0, womit die Betriebskosten kaum besser sind als Gas oder Pellets. Hinzu kommt die extreme Überdimensionierung. Hier sind bivalente Systeme (WP für Grundlast 0 bis -5°C + Pellet/Gas für -5 bis -15°C) oder eine Sanierung vor Heizungstausch der sinnvollere Weg.
Wie berechnen sich die Kosten der monovalenten Wärmepumpe?
Die Gesamtkosten setzen sich aus Investition, Betriebskosten und Wartung über die Lebensdauer zusammen.
Investitionskosten nach Wärmequelle
Luft-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Die Investition für eine monovalente Luft-Wasser-Anlage liegt höher als für monoenergetische Systeme, da die Wärmepumpe größer dimensioniert werden muss:
Summe: 28.000-38.000 EUR
Im Vergleich: Monoenergetisch 24.000-32.000 EUR (kleinere WP + Heizstab)
Sole-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Hier addiert die Erderschließung erhebliche Kosten:
Summe: 40.000-60.000 EUR
Die hohe Anfangsinvestition wird durch langfristig niedrigste Betriebskosten kompensiert.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 45.000-70.000 EUR (inkl. Brunnenbohrung), höchste Effizienz aber genehmigungsintensiv und selten.
Förderung 2025
Die BEG EM fördert beide Systeme gleichberechtigt:
Maximale Förderung: 70% auf max. 30.000 EUR = 21.000 EUR Zuschuss
Beispiel Luft-Wasser monovalent (35.000 EUR):
Beispiel Sole-Wasser monovalent (50.000 EUR):
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Betriebskosten: Der Effizienz-Vorteil
Die monovalente Wärmepumpe hat gegenüber monoenergetischen oder bivalenten Systemen einen Betriebs-Kostenvorteil, sofern gut dimensioniert:
Jahresarbeitszahl realistisch:
JAZ_monovalent = ∫₀⁸⁷⁶⁰ COP(T_außen, T_vorlauf) · h(T_außen) dt / 8760
Energiekosten für 20.000 kWh Heizwärmebedarf:
System | JAZ | Stromverbrauch | Kosten (22 ct/kWh) |
Monovalent Luft (optimal) | 4,5 | 4.444 kWh | 978 EUR |
Monovalent Luft (Standard) | 4,0 | 5.000 kWh | 1.100 EUR |
Monovalent Luft (Taktung) | 3,5 | 5.714 kWh | 1.257 EUR |
Monoenergetisch (WP+Heizstab) | 4,2 gesamt | 4.760 kWh | 1.047 EUR |
Monovalent Sole | 5,0 | 4.000 kWh | 880 EUR |
Der Unterschied zwischen optimal ausgelegter monovalenter Luft-WP und suboptimaler (mit Taktung): 279 EUR/Jahr. Über 20 Jahre: 5.580 EUR Mehrkosten durch Fehldimensionierung!
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe spart gegenüber Luft-Wasser monovalent: 220 EUR/Jahr, über 20 Jahre 4.400 EUR. Die Erderschließungs-Mehrkosten von 18.000 EUR amortisieren damit in 82 Jahren - rechnet sich nur bei sehr langfristiger Perspektive oder bei gleichzeitiger Nutzung für passive Kühlung im Sommer.
Wartung
Monovalente Wärmepumpen haben niedrige Wartungskosten:
Durchschnitt: 200-300 EUR/Jahr
Kein Schornsteinfeger, keine Brenner-Wartung, kein Gasanschluss-Grundpreis.
Welche technischen Besonderheiten hat die monovalente Auslegung?
Modulation als Schlüsselfaktor
Die Qualität einer monovalenten Wärmepumpe zeigt sich in der Modulations-Bandbreite - also wie weit sie ihre Leistung herunterregeln kann.
Inverter-Technologie: Moderne Wärmepumpen nutzen drehzahlgeregelte Verdichter (Inverter). Die Kompressor-Drehzahl passt sich der Last an. Angegeben wird das Verhältnis:
Modulationsgrad = P_min / P_max
Beispiele aus der Praxis:
Eine große Modulationsbandbreite bedeutet:
Für monovalente Auslegung mit typischer Überdimensionierung 1,5:1 ist ein Modulationsgrad 1:4 oder besser essentiell. Eine 15 kW Maschine für 10 kW Heizlast sollte bis mindestens 3-4 kW modulieren können, um an milden Tagen (2-3 kW Last) nicht zu takten.
Pufferspeicher-Dimensionierung gegen Taktung
Der Pufferspeicher dient nicht primär der Energiespeicherung, sondern der Entkopplung von Wärmepumpen-Laufzeit und momentaner Heizlast.
Faustregel monovalent:
V_Puffer ≥ 15 L/kW bei Fußbodenheizung V_Puffer ≥ 25 L/kW bei Heizkörpern (schnellere Regelung)
Für 12 kW monovalente WP mit Heizkörpern: 300 Liter Minimum
Größere Speicher (500-800 L) erlauben längere Mindestlaufzeiten (z.B. 15 Minuten statt 5 Minuten), was Starts pro Tag reduziert von 8-12 auf 3-5. Jeder Start-Stopp-Zyklus kostet durch Anlaufströme und Auskühlverluste etwa 0,3-0,5 kWh.
Reduktion von 10 auf 4 Starts/Tag:
Regelung und Heizkurve
Die monovalente Wärmepumpe benötigt eine
exakt angepasste
Heizkurve, da kein Backup-System Fehler kompensiert.
Die Heizkurve definiert: T_Vorlauf = f(T_Außen)
Typisch: T_Vorlauf = T_Raum + k × (T_Raum - T_Außen)
wobei k = Neigung (0,3-0,7 für Fußbodenheizung, 1,0-1,5 für Heizkörper)
Kritisch: Die Kurve muss so eingestellt sein, dass:
Ein
hydraulischer Abgleich nach Verfahren B (raumweise Durchfluss-Berechnung) ist für monovalente Systeme
Pflicht, nicht Optional. Ohne Abgleich laufen einzelne Räume heiß, andere kalt → Nutzer erhöht Vorlauftemperatur → JAZ sinkt von 4,2 auf 3,5.
Monovalent vs. Monoenergetisch: Welches System wählen?
Diese Entscheidung ist für Luft-Wasser-Wärmepumpen zentral.
Wirtschaftlicher Vergleich
Szenario: 150 m² Einfamilienhaus, 12 kW Heizlast, -14°C Norm-Außentemperatur
Option A: Monovalent
Option B: Monoenergetisch
TCO-Vergleich 20 Jahre:
Position | Monovalent | Monoenergetisch | Differenz |
Eigenanteil | 16.200 EUR | 13.950 EUR | +2.250 EUR |
20J Betrieb | 23.780 EUR | 22.760 EUR | +1.020 EUR |
20J Wartung | 5.000 EUR | 5.000 EUR | ±0 EUR |
TCO gesamt | 44.980 EUR | 41.710 EUR | +3.270 EUR |
Monoenergetisch ist 3.270 EUR günstiger über 20 Jahre bei Luft-Wasser!
Wann ist monovalent trotzdem die bessere Wahl?
Sole-Wasser / Erdwärme:
Bei Erdwärmepumpen entfällt das Taktungs-Problem, da keine Überdimensionierung nötig ist (konstante Quelltemperatur). Hier ist monovalent Standard und optimal.
Regulatorische Absicherung:
Manche Gemeinden/Stadtwerke gewähren zusätzliche Förderungen oder reduzierte Netzentgelte nur für "100% erneuerbare" Systeme. Ein Heizstab (auch wenn elektrisch) kann als "Backup" interpretiert werden und disqualifizieren. Hier Einzelfall prüfen.
Psychologische Sicherheit:
Manche Bauherren wollen absolute Autarkie und lehnen jede Form von "Notlösung" ab. Die monovalente WP gibt das gute Gefühl "Das System ist komplett, braucht nichts Zusätzliches". Wert: subjektiv, aber real.
Zukunftssicherheit Strompreis:
Wenn man davon ausgeht, dass Strompreise langfristig drastisch steigen (unwahrscheinlich, aber möglich), vermeidet monovalent den gezielten
Heizstab-Hochpreiseinsatz an kalten Tagen. Risiko-Minimierung.
Praxisbeispiel: Monovalente Luft-Wasser im sanierten Altbau
Objekt: Reihenhaus Baujahr 1978, 180 m² Wohnfläche, München-Umland
Ausgangszustand:
Maßnahmen vor WP-Installation:
Installierte Wärmepumpe:
Investition:
Betrieb Jahr 1 (2023/24, milderWinter):
Betrieb Jahr 2 (2024/25, kalter Winter):
Fazit: Grenzfall-Installation knapp monovalent. Funktioniert, aber keine Reserve. Monoenergetisch (10 kW WP + 6 kW Heizstab) wäre sicherer gewesen für 3.000 EUR weniger Invest.
Häufige Fragen
Friert das Haus an sehr kalten Tagen ein bei monovalent?
Nein, wenn korrekt dimensioniert. Die WP ist auf die statistisch kälteste Temperatur ausgelegt. Diese wird nur 10 Tage in 20 Jahren erreicht. An diesen Tagen läuft die WP 20-24h durch, schafft aber die Solltemperatur. Bei Fehldimensionierung kann es 1-2°C kühler werden, was unbequem aber nicht "Einfrieren" ist. Wasser in Leitungen bleibt flüssig ab 5°C.
Ist monovalent lauter als monoenergetisch?
Tendenziell ja, da die größere Maschine bei Volllast auch mehr Schall produziert (proportional zur Verdichter-Leistung). Eine 18 kW WP ist bei 100% Last ~3-5 dB(A) lauter als 12 kW WP. Bei gleicher Modulation (z.B. 6 kW abgerufen) sind beide etwa gleich laut. Im Alltag (Teillast) kaum Unterschied.
Kann ich eine monoenergetische WP später auf monovalent umrüsten?
Technisch nein - die WP-Größe ist fix. Sie können aber den Heizstab deaktivieren, wenn Sie später sanieren und die WP dann ausreicht. Andersrum (monovalent → monoenergetisch durch Heizstab-Nachrüstung) ist problemlos möglich für 800-1.500 EUR.
Wie lange hält eine monovalente Wärmepumpe?
Lebenserwartung: 18-25 Jahre für das Gesamtsystem. Der Verdichter (Herzstück) hat oft 30.000-50.000 Betriebsstunden Garantie, was bei 2.000 h/Jahr = 15-25 Jahre entspricht. Durch weniger Taktung bei guter Auslegung eher länger. Erfahrungswerte aus den 2000er Jahren (erste Inverter-WPs) zeigen: 20+ Jahre sind realistisch.
Zusammenfassung und Empfehlung
Die monovalente Wärmepumpe ist die energetisch effizienteste und betrieblich einfachste Form der Wärmepumpenheizung. Sie vermeidet Systembrüche, doppelte Wartung und erreicht höchste Jahresarbeitszahlen.
Wählen Sie monovalent bei:
Wählen Sie monoenergetisch bei:
Wählen Sie bivalent/hybrid bei:
Die monovalente Auslegung ist kein Dogma, sondern eine technische Entscheidung. Für Erdwärme-Systeme ist sie Standard und optimal. Für
Luft-Wasser-Wärmepumpen ist die monoenergetische Variante mit Heizstab oft die wirtschaftlich cleverere Lösung, die Effizienz und Sicherheit optimal balanciert.
Entscheidend ist: Beide Systeme erfüllen die GEG-Anforderung "65% erneuerbar" zu 100%, beide sind förderfähig, beide sind zukunftssicher. Die Wahl sollte auf Basis einer professionellen Heizlastberechnung und unter Berücksichtigung der realen Gebäudeparameter erfolgen – nicht auf Basis ideologischer Präferenzen.
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