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Verdampfer Wärmepumpe: Funktion, Vereisung und Wartung 2026

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verdampfer nimmt im Kältekreislauf die Umweltwärme auf; je nach Kältemittel liegen typische Verdampfungstemperaturen bei R290 zwischen -25 °C und +5 °C.
  • Als Faustformel gilt: Jedes Kelvin höhere Verdampfungstemperatur verbessert den COP um etwa 2 Prozent, wobei der genaue Wert je nach System und Betriebspunkt variiert.
  • Reale Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen laut Datenblättern COP-Werte von rund 4,7 bei A7/W35, aber nur 3,1 bei A-7/W35.
  • Starke Vereisung des Luft-Verdampfers kann den Stromverbrauch im Extremfall um bis zu 20 bis 30 Prozent erhöhen.
  • Ein Abtauzyklus dauert meist 5 bis 15 Minuten und kostet etwa 0,3 bis 0,8 kWh; die Winter-JAZ sinkt dadurch häufig um 6 bis 15 Prozent.
  • Die jährliche Wartung kostet für Luft-Wasser-Wärmepumpen meist 150 bis 350 Euro, bei Sole-/Wasser-Anlagen 200 bis 400 Euro.
  • Seit dem 21. Juli 2026 fördert die KfW im Programm 458 den Heizungstausch weiterhin mit 30 Prozent Grundförderung und maximal bis zu 80 Prozent inklusive aller Boni.

Wie funktioniert der Verdampfer im Kältekreislauf?

Der Verdampfer ist die thermodynamische Eingangskomponente jeder Wärmepumpe. Nach dem Expansionsventil liegt das Kältemittel als kalte, teils flüssige, teils dampfförmige Mischung bei reduziertem Druck vor. Im Verdampfer nimmt es Wärme aus der Umgebung – Luft, Sole oder Grundwasser – auf und wechselt vollständig in den gasförmigen Zustand. Die dabei erreichte Verdampfungstemperatur hängt vom eingestellten Verdampfungsdruck und vom verwendeten Kältemittel ab. Bei Propan (R290) liegen die üblichen Verdampfungstemperaturen in Wärmepumpen für Wohngebäude zwischen etwa -25 °C und +5 °C. Eine Verdampfungstemperatur von -10 °C entspricht bei R290 einem absoluten Druck von rund 3,45 bar – ein Wert, der in vielen kleinen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Niederdruckbereich liegt. Am Austritt verlässt das Kältemittel als überhitztes Gas den Verdampfer und strömt weiter zum Verdichter.

Warum die Überhitzung am Verdampferaustritt wichtig ist

Am Ende des Verdampfers wird das Kältemittel geringfügig überhitzt, damit ausschließlich Gas – keine Flüssigkeitstropfen – zum Verdichter strömt. Diese Überhitzung schützt den Verdichter vor Flüssigkeitsschlägen, die zu mechanischen Schäden führen können. Das Expansionsventil regelt die Kältemittelmenge so, dass die Überhitzung in einem engen Bereich bleibt: Zu wenig birgt Flüssigkeits-Risiko, zu viel verschenkt nutzbare Verdampferfläche und senkt die Effizienz.

Wie beeinflusst die Verdampfungstemperatur den COP?

Die Verdampfungstemperatur bestimmt das Druckverhältnis, das der Verdichter überwinden muss – und damit direkt den COP der Anlage. Als Faustformel aus der Praxis gilt: Jedes Kelvin höhere Verdampfungstemperatur verbessert den COP um etwa 2 Prozent, weil der Verdichter einen geringeren Druckhub leisten muss. Diese Regel ist ein Erfahrungswert und keine normierte Konstante, sie beschreibt aber den grundsätzlichen Zusammenhang zuverlässig. In der Praxis liegen reale COP-Werte typischer Luft- und Sole-Wasser-Wärmepumpen im Gebäudebereich bei etwa 3 bis 5. Das Schweizer Wärmepumpen-Gütesiegel verlangt für Luft-Wasser-Wärmepumpen bei A-7/W55 mindestens einen COP von 1,7 und bei A2/W35 mindestens 3,1, während Sole-Wasser-Wärmepumpen bei B0/W35 mindestens 4,3 erreichen müssen.
WärmepumpentypRandbedingungTypischer COP/SCOP
Luft-Wasser-WPA7/W35 (milde Außentemperatur)ca. 4,7
Luft-Wasser-WPA-7/W35 (kalter Winter)ca. 3,1
Luft-Wasser-WP (8 kW, SCOP)35°C Heizkreis nach EN 14825ca. 4,4
Luft-Wasser-WP (8 kW, SCOP)55°C Heizkreis nach EN 14825ca. 3,2
Sole-Wasser-WPB0/W35 (Gütesiegel-Mindestwert)mind. 4,3
Luft-Wasser-WPA2/W35 (Gütesiegel-Mindestwert)mind. 3,1
Der Vergleich zeigt: Je näher Quelltemperatur und Vorlauftemperatur beieinanderliegen, desto höher die erreichbare Verdampfungstemperatur und desto besser der COP. Deshalb erreichen Sole- und Grundwasser-Wärmepumpen mit ihren stabilen Quelltemperaturen meist bessere Jahreswerte als Luft-Wasser-Anlagen im Winter.

Welche Verdampfer-Bauarten gibt es je nach Wärmequelle?

Die Konstruktion des Verdampfers richtet sich nach der Wärmequelle: Luft benötigt eine große Oberfläche, weil ihr Wärmeübergang gering ist, während Sole und Wasser wegen ihres deutlich besseren Wärmeübergangs kompaktere Bauformen erlauben. In der Praxis haben sich drei Bauarten etabliert: der Lamellen-Rohr-Wärmetauscher für Luft-Wärmepumpen, der Plattenwärmetauscher für Sole-Wasser-Anlagen und der Koaxial-Wärmetauscher (Rohr-in-Rohr) für Grundwasser-Wärmepumpen. Jede Bauart optimiert den Kompromiss zwischen Bauraum, Materialkosten und Verschmutzungsanfälligkeit.

Lamellen-Rohr-Wärmetauscher für Luft-Verdampfer

Bei Luft-Wärmepumpen kompensieren Aluminium-Lamellen und Kupferrohre den schwachen Wärmeübergang der Luft durch eine stark vergrößerte Oberfläche, die je nach Kälteleistung mehrere Quadratmeter groß ist. Ein Ventilator erzeugt die nötige forcierte Konvektion durch das Lamellenpaket. Neuere Microchannel-Wärmetauscher (MCHE) mit Aluminium-Flachrohren benötigen deutlich weniger Kältemittel als klassische Rohr-Lamellen-Konstruktionen, sind aber wegen engerer Kanäle anfälliger für Verschmutzung und müssen häufiger gereinigt werden.

Plattenwärmetauscher für Sole-Verdampfer

Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen kompakte Plattenwärmetauscher aus gestapelten Edelstahlplatten. Die gewellte Struktur erzeugt eine turbulente Strömung und ermöglicht deutlich höhere Leistungsdichten als bei Rohrkonstruktionen. Weil die Sole ganzjährig eine nahezu konstante Temperatur liefert, bleibt die Verdampfungstemperatur stabil, was Sole-Wasser-Wärmepumpen zu gleichmäßig hohen COP-Werten über das ganze Jahr verhilft – ohne die starken saisonalen Schwankungen von Luft-Wärmepumpen.

Koaxial-Wärmetauscher für Wasser-Verdampfer

Grundwasser-Wärmepumpen setzen meist auf Rohr-in-Rohr-Konstruktionen (Koaxial-Wärmetauscher) aus Edelstahl oder – bei chloridhaltigem Wasser – aus Titan. Weil Grundwasser ganzjährig eine sehr stabile Temperatur von etwa 8 bis 12 °C liefert, erreichen diese Anlagen laut Praxiswerten das höchste JAZ-Potenzial aller Wärmepumpentypen. Die Bauform ist unterschiedlich lang und robust gegenüber Partikeln im Wasser, was seltenere Wartungsintervalle erlaubt als bei Plattenwärmetauschern.
BauartWärmequelleTypische Kennwerte
Lamellen-Rohr-WärmetauscherLuftca. 15-35 m² Oberfläche bei 6-12 kW Kälteleistung
PlattenwärmetauscherSoleLeistungsdichte ca. 40-80 kW/m³, sehr kompakt
Koaxial-Wärmetauscher (Rohr-in-Rohr)GrundwasserBaulänge ca. 2-6 m, JAZ-Potenzial ca. 4,8-5,5

Wie funktioniert Vereisung bei Luft-Verdampfern?

Vereisung betrifft ausschließlich Luft-Wärmepumpen und tritt laut Praxiswerten vor allem bei Außentemperaturen zwischen etwa -2 °C und +5 °C in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit auf. Weil die Verdampferoberfläche mehrere Kelvin kälter ist als die Umgebungsluft, kondensiert Luftfeuchtigkeit auf den Lamellen und gefriert dort zu Reif und später zu Eis. Mit wachsender Eisschicht sinkt der Luftdurchsatz und der Wärmeübergang verschlechtert sich zunehmend, weil Eis eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit hat als Aluminium oder Kupfer. Fachquellen beschreiben, dass der COP mit zunehmender Eisbildung kontinuierlich sinkt und bei stärkerer Vereisung Einbußen von rund 25 Prozent und mehr auftreten können, bevor die automatische Abtauung einsetzt. In Extremfällen kann eine stark vereiste Anlage den Stromverbrauch gegenüber eisfreiem Betrieb um etwa 10 bis 20 Prozent erhöhen, in ungünstigen Fällen auch etwas mehr. Diese Werte sind Größenordnungen, keine feste Regel – das tatsächliche Ausmaß hängt stark von Witterung, Regelung und Wärmepumpentyp ab.

Wann tritt Vereisung besonders häufig auf?

Am häufigsten vereisen Luft-Verdampfer bei Außentemperaturen knapp über und unter dem Gefrierpunkt in Kombination mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit – typische Bedingungen an feuchten Herbst- und Frühlingstagen. Bei sehr kalten, trockenen Wintertagen unter etwa -10 °C tritt dagegen oft kaum Vereisung auf, weil die Luft dann wenig Feuchte enthält. Deshalb sind milde, feuchte Wetterlagen für die Jahres-Energiebilanz relevanter als klirrend kalte Tage.

Wie läuft die automatische Abtauung ab und wie stark sinkt die JAZ?

Um Vereisung zu begrenzen, kehrt die Wärmepumpe bei Bedarf automatisch den Kältekreislauf um: Ein 4-Wege-Ventil leitet heißes Verdichtergas direkt in den vereisten Verdampfer, dessen Kondensationswärme das Eis abschmilzt. Dieser Abtauvorgang dauert bei Luft-Wasser-Wärmepumpen typischerweise etwa 5 bis 15 Minuten. Je nach Betriebszustand entzieht ein Abtauzyklus dem System ungefähr 0,3 bis 0,8 kWh Energie – Werte, die bereits in gemessenen Jahresarbeitszahlen enthalten sind. Weil milde, feuchte Wetterlagen häufigere Abtauzyklen erfordern als klirrende Kälte, verschlechtert sich die Jahresarbeitszahl im Winterbetrieb dadurch häufig um rund 5 bis 10 Prozent. Diese Spanne ist ein typischer Erfahrungswert; das tatsächliche Ausmaß hängt stark von Witterung, Hydraulik und Regelung der jeweiligen Anlage ab und lässt sich nicht auf eine feste Formel reduzieren.

Warum kein zusätzlicher Stromverbrauch für die Abtauung nötig ist

Die Abtau-Energie stammt aus der im Kältekreis gespeicherten Wärme und der Verdichterarbeit selbst – ein separater Elektroheizstab ist bei modernen Wärmepumpen dafür nicht erforderlich. Intelligente Regelungen erkennen Vereisung über die Druckdifferenz am Verdampfer und lösen die Abtauung erst bei tatsächlichem Bedarf aus, statt nach starrem Zeitintervall. Das reduziert unnötige Abtauzyklen und schont die Jahresarbeitszahl.

Wie wirkt sich Verschmutzung auf den Verdampfer aus?

Neben Eis setzen auch Staub, Pollen und Kalk dem Verdampfer zu. Bei Luft-Verdampfern lagern sich im Lauf der Jahre Feinstaub, Pollen und – in Industrienähe – ölige Aerosole auf den Lamellen ab und blockieren den Luftstrom. Bei Sole- und Wasser-Verdampfern setzen Kalk, Sedimente oder biologisches Wachstum die engen Spalten von Platten- und Koaxial-Wärmetauschern zu. In beiden Fällen isoliert die Ablagerung den Wärmeübergang und senkt die Verdampfungstemperatur, was sich unmittelbar im COP niederschlägt. Neutrale Quellen belegen, dass starke Verschmutzung den COP um etwa 10 bis 20 Prozent verschlechtern kann, während moderate Verschmutzung meist nur einstellige bis niedrig zweistellige Prozent-Einbußen verursacht. Ohne regelmäßige Wartung summieren sich diese Effekte über mehrere Jahre.
MethodeEignungKosten
Druckluft-ReinigungLose Ablagerungen, mildca. 150-250 Euro Arbeitskosten
Wasser-Hochdruck-ReinigungFestsitzender Schmutz, intensivmeist Teil der Wartungspauschale
Chemische Reinigung (pH-neutral)Fett/Öl/organische Verschmutzungca. 20-50 Euro Material pro Anwendung
Wichtig ist bei jeder Reinigungsmethode, dass Aluminium-Lamellen nicht durch stark saure oder alkalische Mittel angegriffen werden – ein pH-neutraler Bereich schont Material und Garantie. Bei Sole- und Wasseranlagen verhindert eine feine Vorfilterung, dass Sedimente überhaupt in den Wärmetauscher gelangen.

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Was kostet die Wartung des Verdampfers und der Wärmepumpe?

Regelmäßige Wartung ist die wirtschaftlichste Absicherung gegen Effizienzverlust am Verdampfer. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Einfamilienhäusern liegen die jährlichen Wartungskosten 2026 laut Branchendaten typischerweise zwischen 150 und 350 Euro, während Sole- und Wasser-Wärmepumpen wegen zusätzlicher Prüfungen (Sole-Kreis, Grundwasser-Filter) meist 200 bis 400 Euro kosten. Die Verbraucherzentrale nennt für private Wärmepumpen allgemein eine Spanne von 150 bis 300 Euro pro Jahr. Hersteller-Listenpreise können darüber liegen: Stiebel Eltron veranschlagt für eine Einzelwartung inklusive Anfahrtspauschale rund 580 Euro brutto, auch im Wartungsvertrag mit ein- oder zweijährlichem Turnus liegt der Preis bei etwa 580 Euro brutto je Termin – regionale Fachbetriebe bieten Wartungen häufig günstiger an.
QuelleJährliche Wartungskosten
Branchendaten Luft-Wasser-WP (EFH)150-350 Euro
Sole-/Wasser-Wärmepumpen200-400 Euro
Verbraucherzentrale (allgemein)150-300 Euro
Praxis EFH allgemein150-300 Euro
Branchenübersicht Standardwartung (Mittel)100-250 Euro

Was kostet ein Verdampfer-Defekt und wie lässt er sich vermeiden?

Verdampfer-Defekte entstehen meist durch Kältemittel-Leckagen infolge von Korrosion, Vibration oder thermischer Materialermüdung an Lötstellen. Typische Symptome sind ein deutlicher Heizleistungsabfall, eine Niederdruckstörung, sichtbare Ölflecken am Gehäuse oder grüne Korrosionsspuren an Kupferrohren. Kleinere Leckagen an zugänglichen Lötstellen lassen sich oft für einige hundert Euro reparieren, sofern die Leckstelle mit elektronischem Lecksucher oder UV-Kontrastmittel eindeutig lokalisiert werden kann. Bei Korrosionsschäden am Rohrnetz selbst ist meist ein Komplett-Tausch des Verdampfers nötig. Dieser Austausch aus Material, Installation und Kältemittel-Neubefüllung kostet in der Praxis insgesamt etwa 1.600 bis 3.500 Euro – ein Betrag, der die jährliche Wartungs-Investition von 150 bis 350 Euro über mehrere Jahre klar rechtfertigt.
PositionKostenspanne
Lamellen-Verdampfer (Material)800-2.000 Euro
Installation/Arbeitszeitvariiert je nach Aufwand
Kältemittel-Neubefüllung150-350 Euro
Gesamt Komplett-Tausch1.600-3.500 Euro

Welche Förderung gibt es 2026 für den Heizungstausch mit Wärmepumpe?

Die Fördersituation hat sich 2026 spürbar verändert: Seit dem 21. Juli 2026 gilt im KfW-Programm 458 weiterhin eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten für den Heizungstausch mit Wärmepumpe. Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit wurden jedoch von zuvor 30.000 Euro auf 28.000 Euro gesenkt und sinken ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um jeweils 750 Euro; eine offizielle Untergrenze für die Jahre nach 2027 wird in den KfW-Unterlagen nicht genannt. Für Bestandsanträge, die bis zum 20. Juli 2026 mit gültiger Bestätigung gestellt wurden, gelten noch die alten 30.000 Euro. Der bisherige Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für besonders effiziente Wärmepumpen ist ersatzlos entfallen. Ab dem ersten Quartal 2027 kommt stattdessen ein Wertschöpfungsbonus von 15 Prozentpunkten für in der EU produzierte Wärmepumpen hinzu, während die Grundförderung für nicht in der EU gefertigte Geräte dauerhaft auf 15 Prozent sinkt. Insgesamt sind im KfW-Programm 458 weiterhin bis zu 80 Prozent Zuschuss möglich, zusammengesetzt aus Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus. Details zur Reform fasst der KfW-Update-Ratgeber zusammen.
ProgrammGrundförderungMaximale FörderquoteFörderfähige Kosten (1. Wohneinheit)
KfW 458 (seit 21.07.2026)30 %bis zu 80 % (mit allen Boni)28.000 € (sinkt ab 02/2027 halbjährlich um 750 € bis 22.000 € in 2030)
KfW 458 Altanträge (bis 20.07.2026)30 %bis zu 80 %30.000 €
BEG Einzelmaßnahmen (EM)30 %bis zu 70 % (mit allen Boni)gemäß BEG-EM-Richtlinie
Die BEG-Einzelmaßnahmen-Richtlinie vom 17. Juli 2026 sieht für Wärmepumpen ebenfalls einen regulären Fördersatz von 30 Prozent vor, wobei zusätzliche Boni den Zuschuss auf bis zu 70 Prozent erhöhen können. Besondere, in der BEG-Richtlinie festgelegte verschärfte Schallanforderungen für BEG-geförderte Luft-Wasser-Wärmepumpen – etwa eine Pflicht, mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung zu liegen – lassen sich in den offiziellen Unterlagen nicht nachweisen; reguläre Lärmschutzvorgaben aus Produktnormen und lokalem Recht gelten unabhängig davon weiter. Unabhängig von der Förderung schreibt § 71 GEG 2024 vor, dass neu eingebaute Heizungen mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien liefern müssen – eine Anforderung, die elektrische Wärmepumpen in der Regel automatisch erfüllen.

Häufige Fragen zu Verdampfer Wärmepumpe

Was ist der Unterschied zwischen Verdampfer und Verflüssiger?

Der Verdampfer nimmt im Kältekreislauf bei niedrigem Druck Umweltwärme auf und verdampft das Kältemittel, während der Verflüssiger auf der Hochdruckseite die aufgenommene Wärme plus Verdichterarbeit an den Heizkreis abgibt und das Kältemittel dabei wieder verflüssigt. Beide Wärmetauscher arbeiten also mit entgegengesetzter Funktion an gegenüberliegenden Enden desselben Kreislaufs.

Wie funktioniert das 4-Wege-Ventil bei der Abtauung?

Das 4-Wege-Ventil kehrt bei Bedarf die Strömungsrichtung im Kältekreislauf um, sodass heißes Gas vom Verdichter statt zum Verflüssiger direkt zum vereisten Verdampfer geleitet wird. Die im heißen Gas enthaltene Wärme schmilzt die Eisschicht ab; danach schaltet das Ventil zurück in den normalen Heizbetrieb. Dieser Mechanismus ermöglicht die automatische Heißgas-Abtauung ohne separate Heizquelle.

Welche Aufgabe hat das Expansionsventil vor dem Verdampfer?

Das Expansionsventil reduziert den Druck des flüssigen Kältemittels, bevor es in den Verdampfer eintritt, und leitet damit den Phasenwechsel ein. Zusätzlich regelt es über die gemessene Überhitzung am Verdampferaustritt die Kältemittelmenge, damit stets ausreichend, aber nicht zu viel Kältemittel verdampft.

Wie erkenne ich einen defekten Verdampfer?

Typische Anzeichen sind ein deutlicher Abfall der Heizleistung, eine Niederdruckstörung der Steuerung, sichtbare Ölflecken am Gehäuse sowie grüne Korrosionsspuren an Kupferrohren. Bei Verdacht auf Kältemittelverlust sollte ein Fachbetrieb mit elektronischem Lecksucher oder UV-Kontrastmittel die Leckstelle lokalisieren, bevor über Reparatur oder Komplett-Tausch entschieden wird.

Wie oft sollte der Verdampfer gereinigt werden?

Luft-Verdampfer sollten je nach Standort jährlich, in staubiger oder industrienaher Umgebung eher halbjährlich gereinigt werden. Sole- und Wasser-Verdampfer benötigen laut Herstellerunterlagen und Fachartikeln meist ähnlich häufige Kontrollen: Plattenwärmetauscher und Koaxial-Wärmetauscher in Grundwasseranlagen werden in der Praxis eher jährlich bis alle zwei Jahre geprüft beziehungsweise gespült.

Was kostet eine Reparatur im Vergleich zum Komplett-Tausch?

Ist die Leckagestelle gut zugänglich, lässt sich der Verdampfer oft für einige hundert Euro per Lötstellen-Reparatur instand setzen. Ist dagegen das Rohrnetz selbst korrodiert oder die Stelle unzugänglich, bleibt nur der Komplett-Tausch – mit Gesamtkosten von etwa 1.600 bis 3.500 Euro, wie im Abschnitt zu Verdampfer-Defekten beschrieben.

Für wen lohnt sich der genaue Blick auf den Verdampfer?

Der Verdampfer ist keine Komponente, die man einmalig einbaut und danach ignoriert – seine Sauberkeit und sein Temperaturniveau bestimmen über Jahre den Stromverbrauch. Wer eine neue Wärmepumpe plant oder eine bestehende Anlage betreibt, profitiert davon, Verdampfungstemperatur, Vereisungsverhalten und Wartungsintervalle bewusst im Blick zu behalten.

Neubau- und Sanierungsplaner

Wer zwischen Luft-, Sole- und Wasser-Wärmepumpe wählt, sollte die stabileren Quelltemperaturen von Erdreich und Grundwasser gegen die geringeren Erschließungskosten von Luft abwägen – und die aktuelle KfW-458- bzw. BEG-Förderung von 2026 in die Kalkulation einbeziehen.

Betreiber bestehender Luft-Wärmepumpen

Wer im Winter ungewöhnlich hohe Stromkosten oder häufige Abtauzyklen beobachtet, sollte den Verdampfer auf Verschmutzung prüfen lassen und kontrollieren, ob die Abtau-Regelung sinnvoll auf tatsächliche Vereisung reagiert statt nach starrem Zeitintervall zu takten. Oft lässt sich die Jahresarbeitszahl damit mit wenig Aufwand deutlich verbessern.

Betreiber von Sole- und Wasser-Wärmepumpen

Diese Anlagen benötigen keine Abtauung, aber Sole-Filter und regelmäßige Entkalkung des Wasser-Verdampfers sichern langfristig hohe COP-Werte und rechtfertigen die etwas höheren Wartungskosten von 200 bis 400 Euro pro Jahr.

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REDAKTION

Urik Muller

Senior Texter

Leidenschaftlich für Wärmepumpen