Wärmepumpe

Pelletheizung oder Wärmepumpe: Kosten, Eignung und Förderung

Von Urik Muller
Faktengeprüft28 Min. Lesezeit1 Aufrufe

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Vergleich auf einen Blick

Table

Kriterium

Pelletheizung

Wärmepumpe

Einheit

Wirkungsgrad

90

300-500

%

Investition brutto

30.000-40.000

25.000-35.000

EUR

Eigenanteil nach Förderung

21.000-24.500

14.400-16.000

EUR

Energiekosten pro Jahr

1.770

1.480

EUR

Wartung pro Jahr

450-700

100-300

EUR

Gesamtkosten 20 Jahre

50.400

40.500

EUR

Optimal bei Heizlast

>150

<100

kWh/m²a

Vorlauftemperatur

60-75

35-55

°C

CO₂ pro kWh Wärme

22-39

95-105

g

Feinstaub-Emission

10-15

0

mg/m³

Platzbedarf gesamt

15-25

5

Die Wärmepumpe spart über 20 Jahre 9.900 EUR gegenüber der Pelletheizung bei vergleichbarer Anfangsinvestition nach Förderung. Diese Ersparnis ergibt sich aus niedrigeren Energiekosten (290 EUR/Jahr) und reduzierten Wartungskosten (350 EUR/Jahr).

Wie berechnen sich die Gesamtkosten über 20 Jahre?

Der Total Cost of Ownership summiert Investition nach Förderung, 20-Jahres-Energiekosten und Wartungsaufwendungen: Pelletheizung 50.400 EUR vs. Wärmepumpe 40.500 EUR.
Die Berechnung folgt der Formel:
TCO = Investition × (1 - Förderquote) + (Energiekosten + Wartung) × 20 Jahre

Investitionskosten im Detail

Pelletheizung Kostenaufstellung:

Table

Komponente

Preisspanne

Spezifikation

Brennwertkessel

14.000-20.000 EUR

15-25 kW Nennleistung, Modulation 30-100%

Pelletlager

3.000-7.000 EUR

Gewebesilo 6-10 m³ oder Lagerraum mit Schrägboden

Fördersystem

1.500-4.500 EUR

Förderschnecke bis 5m oder Vakuumsaugsystem bis 20m

Pufferspeicher

2.000-3.500 EUR

800-1.500 Liter, erforderlich für Taktungsreduktion

Installation

6.000-10.000 EUR

Hydraulik, Abgassystem, Inbetriebnahme

Gesamtsumme

30.000-40.000 EUR

Durchschnitt: 35.000 EUR

Wärmepumpe Kostenaufstellung:

Table

Komponente

Preisspanne

Spezifikation

Monoblock-Außengerät

12.000-18.000 EUR

R290-Kältemittel, 8-15 kW, COP ≥4,5 bei A2/W35

Hydraulikmodul innen

3.000-6.000 EUR

Umwälzpumpen, Mischer, Regelung

Pufferspeicher

1.000-2.500 EUR

300-500 Liter, optional bei Fußbodenheizung

Fundament + Elektrik

2.000-5.000 EUR

Betonplatte, 400V-Anschluss, separater Zähler

Installation

5.000-8.000 EUR

Hydraulischer Abgleich, Inbetriebnahme

Gesamtsumme

25.000-35.000 EUR

Durchschnitt: 30.000 EUR

Die nominale Investitionsdifferenz von 5.000 EUR reduziert sich durch unterschiedliche Förderstrukturen erheblich.

Förderung 2025: Unterschiede bei den Zuschüssen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gewährt modulare Zuschüsse mit wichtigen Unterschieden zwischen beiden Systemen.

Table

Förderkomponente

Prozentsatz

Pelletheizung

Wärmepumpe

Voraussetzung

Grundförderung

30%

✓ Ja

✓ Ja

Erneuerbare-Energie-System

Klimageschwindigkeits-Bonus

20%

Nur mit Solar/WP

✓ Stand-alone

Austausch Fossil >20 Jahre

Einkommens-Bonus

30%

✓ Ja

✓ Ja

Einkommen <40.000 EUR

Effizienz-Bonus

5%

✗ Nein

✓ Ja

R290-Kältemittel oder Erdreich

Emissions-Bonus

2.500 EUR

✓ Ja

✗ Nein

Feinstaubemission <2,5 mg/m³

Maximale Förderquote

-

60%

70%

Obergrenze 21.000 EUR

Der entscheidende Unterschied: Pelletheizungen erhalten den 20%-Klimageschwindigkeits-Bonus nur bei Kombination mit Solarthermie, PV-Warmwasserbereitung oder einer zusätzlichen Wärmepumpe. Wärmepumpen qualifizieren als Stand-alone-System ohne Zusatzinvestition.
Förderbeispiele in der Praxis:
Pelletheizung solo (35.000 EUR):

List

  • Förderung 30% = 10.500 EUR

  • Eigenanteil: 24.500 EUR

Pelletheizung + Solarthermie (43.000 EUR):

List

  • Förderung 50% = 21.500 EUR

  • Eigenanteil: 21.500 EUR

Wärmepumpe solo (32.000 EUR):

List

  • Förderung 55% = 17.600 EUR

  • Eigenanteil: 14.400 EUR

Die Wärmepumpe erreicht trotz höherer nominaler Investition einen um 7.100 EUR niedrigeren Eigenanteil gegenüber der Pelletheizung ohne Solarkombination.

Jährliche Energiekosten

Die Energiekosten berechnen sich aus Wärmebedarf geteilt durch Wirkungsgrad multipliziert mit Energiepreis.
Für 23.000 kWh Jahreswärmebedarf (Heizung + Warmwasser):
Pelletheizung:

List

  • Pelletpreis November 2025: 392 EUR/Tonne

  • Heizwert: 4,9 kWh/kg = 4.900 kWh/Tonne

  • Preis pro kWh Primärenergie: 8,01 Cent

  • Kesselwirkungsgrad: 90%

  • Nutzwärmepreis: 8,90 Cent/kWh

  • Jahreskosten: (23.000 / 0,90) × 0,0801 = 2.038 EUR

Wärmepumpe:

List

  • Wärmepumpenstrompreis: 22 Cent/kWh (§14a-Tarif)

  • Jahresarbeitszahl (JAZ): 4,0

  • Nutzwärmepreis: 5,50 Cent/kWh

  • Jahreskosten: (23.000 / 4,0) × 0,22 = 1.265 EUR

Differenz: 773 EUR pro Jahr zugunsten Wärmepumpe
Diese Differenz gilt bei stabilen Preisen. Die Pelletpreise zeigen saisonale Schwankungen von 15-25% zwischen Sommer und Winter sowie langfristig steigende Tendenz durch erhöhte Nachfrage.

Wartungs- und Nebenkosten

Table

Kostenposition

Pelletheizung

Wärmepumpe

Schornsteinfeger (2× Kehren, 1× Messung/2a)

200-350 EUR

entfällt

Kesselwartung durch Fachbetrieb

150-250 EUR

100-200 EUR

Ascheentsorgung

50-100 EUR

entfällt

Stromkosten Förderung/Zündung

120-200 EUR

50-100 EUR

Summe pro Jahr

520-900 EUR

150-300 EUR

Durchschnitt

700 EUR

200 EUR

Jährliche Wartungsdifferenz: 500 EUR zugunsten Wärmepumpe
Über 20 Jahre summiert sich dieser Vorteil auf 10.000 EUR, was einen erheblichen Teil der TCO-Differenz ausmacht.

Gesamtkostenrechnung 20 Jahre

Table

Kostenart

Pelletheizung

Wärmepumpe

Investition nach Förderung

24.500 EUR

14.400 EUR

Energiekosten 20 Jahre

40.760 EUR

25.300 EUR

Wartung 20 Jahre

14.000 EUR

4.000 EUR

Total Cost of Ownership

79.260 EUR

43.700 EUR

Die Wärmepumpe spart über die Gesamtnutzungsdauer 35.560 EUR bei realistischer Preisentwicklung. Selbst bei konservativer Rechnung mit konstanten Preisen beträgt die Ersparnis 9.900 EUR.

Für welche Gebäude eignet sich welches System?

Die Systemwahl hängt primär von drei Faktoren ab: Heizlast, erforderlicher Vorlauftemperatur und Sanierungsstand.

Entscheidungsmatrix nach Gebäudetyp

Table

Gebäudekategorie

Heizlast

Vorlauftemperatur

Empfehlung

Begründung

Neubau KfW-55/40

30-50 W/m²

30-35°C

Wärmepumpe

JAZ 4,5-5,5, niedrigste Kosten

Sanierter Altbau

60-80 W/m²

45-50°C

Wärmepumpe

JAZ 3,5-4,2, wirtschaftlich optimal

Teilsanierter Bestand

80-120 W/m²

50-60°C

Wärmepumpe

JAZ 3,0-3,5, noch wirtschaftlich

Unsanierter Altbau

>120 W/m²

65-75°C

Pelletheizung

JAZ <2,5, Pellet günstiger

Wann lohnt sich die Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe ist wirtschaftlich optimal bei Jahresarbeitszahlen über 3,0, was Vorlauftemperaturen unter 55°C voraussetzt.
Physikalischer Hintergrund:
Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt direkt vom Temperaturhub ab. Je kleiner die Differenz zwischen Wärmequelle (z.B. Außenluft) und Heizungsvorlauf, desto weniger elektrische Energie benötigt der Verdichter.
Wirtschaftlichkeit nach JAZ:

Table

Jahresarbeitszahl

Stromkosten pro kWh Wärme

vs. Pellet (8,9 ct)

Vorteil WP

JAZ 4,5

4,89 ct

-45%

Sehr hoch

JAZ 4,0

5,50 ct

-38%

Hoch

JAZ 3,5

6,29 ct

-29%

Mittel

JAZ 3,0

7,33 ct

-18%

Noch vorhanden

JAZ 2,5

8,80 ct

-1%

Grenzbereich

JAZ 2,0

11,00 ct

+24%

Pellet günstiger

Die kritische Grenze liegt bei JAZ 2,5. Darunter wird die Pelletheizung wirtschaftlicher.
Typische Anwendungsfälle für Wärmepumpen:
Neubau mit Fußbodenheizung:

List

  • Vorlauftemperatur: 30-35°C

  • Erwartbare JAZ: 4,5-5,5

  • Energiekosten: 950-1.220 EUR/Jahr

  • Amortisation: 4-6 Jahre

Sanierter Altbau mit Niedertemperatur-Heizkörpern:

List

  • Vorlauftemperatur: 45-50°C

  • Erwartbare JAZ: 3,5-4,2

  • Energiekosten: 1.220-1.470 EUR/Jahr

  • Amortisation: 6-9 Jahre

Teilsanierter Bestand mit vergrößerten Heizkörpern:

List

  • Vorlauftemperatur: 50-55°C

  • Erwartbare JAZ: 3,0-3,5

  • Energiekosten: 1.470-1.720 EUR/Jahr

  • Amortisation: 9-12 Jahre

Wann lohnt sich die Pelletheizung?

Die Pelletheizung ist optimal bei Vorlauftemperaturen über 65°C, wo Wärmepumpen ineffizient werden.
Kernvorteil: Der Verbrennungswirkungsgrad bleibt unabhängig von der Vorlauftemperatur konstant bei 90-95%. Eine Pelletheizung kann problemlos 70-75°C liefern ohne Effizienzverlust.
Kritische Anwendungsfälle:
Unsanierter Altbau (1960er-1970er):

List

  • Heizlast: >120 W/m²

  • U-Wert Außenwand: 1,2-1,8 W/(m²K)

  • Erforderlicher Vorlauf: 70-75°C

  • Wärmepumpe JAZ: nur 2,0-2,5

  • Pellet wirtschaftlich überlegen

Denkmalgeschütztes Gebäude:

List

  • Dämmung nicht erlaubt

  • Heizkörper dürfen nicht vergrößert werden

  • Hohe Vorlauftemperaturen zwingend

  • Pelletheizung einzige Option

Budget-Restriktion:

List

  • Keine Mittel für Gebäudesanierung

  • Schneller Heizungsersatz erforderlich

  • Pellet als "Drop-in-Ersatz" für alte Ölheizung

Rechenbeispiel extremer Altbau:
Gebäude: 200 m², Baujahr 1970, unsaniert

List

  • Heizlast: 25 kW bei -15°C

  • Jahreswärmebedarf: 50.000 kWh

  • Erforderlich: 70°C Vorlauf

Wärmepumpe R290:

List

  • JAZ bei 70°C: 2,2

  • Stromverbrauch: 22.727 kWh

  • Kosten: 22.727 × 0,22 = 5.000 EUR/Jahr

Pelletheizung:

List

  • Wirkungsgrad: 90%

  • Pelletverbrauch: 11,4 Tonnen

  • Kosten: 11,4 × 392 = 4.469 EUR/Jahr

In diesem Extremfall spart die Pelletheizung 531 EUR jährlich gegenüber der Wärmepumpe.

Technologische Entwicklungen 2025

R290-Propan revolutioniert Wärmepumpen

Moderne Wärmepumpen nutzen R290 (Propan) als natürliches Kältemittel statt synthetischer F-Gase.
Vergleich der Kältemittel:

Table

Eigenschaft

R410A (alt)

R32 (Übergang)

R290 (modern)

Kritische Temperatur

72,1°C

78,1°C

96,7°C

Maximal erreichbarer Vorlauf

60°C

65°C

75°C

Global Warming Potential (GWP)

2.088

675

3

Füllmenge typisch

2-4 kg

1,5-3 kg

0,5-1,5 kg

Effizienz bei 70°C Vorlauf

COP 1,8

COP 2,1

COP 2,5-3,0

Regulatorischer Status

Auslaufend

Übergang

Zukunftssicher

Bedeutung für den Altbau:
R290 ermöglicht erstmals wirtschaftlichen Wärmepumpenbetrieb in teilsanierten Altbauten mit Vorlauftemperaturen bis 70°C. Die höhere kritische Temperatur erlaubt größere Temperaturhübe im Kältekreis ohne unzulässige Drucksteigerung.
Sicherheit: R290 ist brennbar (Sicherheitsklasse A3), weshalb Monoblock-Geräte außen aufgestellt werden. Die reduzierte Füllmenge von 0,5-1,5 kg minimiert das Risiko. Bei korrekter Installation nach VDI 4645 keine erhöhte Gefahr.

Pellet-Brennwerttechnik und Emissionsfilter

Moderne Pelletkessel nutzen Brennwerttechnik zur Wirkungsgradsteigerung und Elektroabscheider zur Feinstaubreduktion.
Brennwert-Prinzip:
Durch Abgaskondensation wird die latente Wärme des Wasserdampfs zurückgewonnen:

List

  • Fühlbare Verbrennungswärme: 4,2 kWh/kg (85%)

  • Latente Kondensationswärme: 0,7 kWh/kg (15%)

  • Gesamt: 4,9 kWh/kg → Wirkungsgrad 95-98%

Emissionsminderung durch Filter:

Table

Technologie

Feinstaubemission

Status

Standardkessel ohne Filter

15-20 mg/m³

BImSchV-Grenzwert: 20 mg/m³

Optimierte Verbrennung

8-12 mg/m³

Standard 2025

Elektroabscheider

1-3 mg/m³

BEG-Bonus bei <2,5 mg/m³

Elektroabscheider kosten 2.000-4.000 EUR zusätzlich, generieren aber den 2.500 EUR Emissionsminderungs-Zuschlag der BEG. Die Netto-Mehrkosten betragen somit nur 0-1.500 EUR.

Ökologischer Vergleich

CO₂-Bilanz über den Lebenszyklus

Pelletheizung:
CO₂-Emissionen setzen sich zusammen aus:

List

  • Verbrennung: 0 g/kWh (bilanziell neutral - gebundenes CO₂ wird freigesetzt)

  • Vorkette (Holzernte, Transport, Trocknung, Pelletierung): 22-39 g/kWh

  • Gesamt: 22-39 g CO₂ pro kWh Nutzwärme

Wärmepumpe:
CO₂-Emissionen abhängig vom Strommix:
2025 (deutscher Strommix 400 g/kWh):

List

  • Bei JAZ 4,0: 400 / 4,0 = 100 g CO₂/kWh Nutzwärme

2030 (Projektion 150 g/kWh Strom):

List

  • Bei JAZ 4,0: 150 / 4,0 = 37,5 g CO₂/kWh Nutzwärme

Entwicklung: Die Wärmepumpe erreicht 2029-2030 das Emissions-Niveau der Pelletheizung und unterschreitet es danach kontinuierlich durch die Dekarbonisierung des Stromnetzes.
Jahresemissionen für 23.000 kWh Wärmebedarf:

Table

System

2025

2030

2035

Pellet

0,5-0,9 t

0,5-0,9 t

0,5-0,9 t

Wärmepumpe

2,3 t

0,9 t

0,4 t

Luftqualität und Feinstaub

Pelletheizung Emissionen:
Bei 5 Tonnen Jahresverbrauch:

List

  • Ohne Filter: 120 g Feinstaub PM10/Jahr

  • Mit Elektrofilter: 25 g Feinstaub PM10/Jahr

Wärmepumpe:

List

  • Lokal: 0 g Feinstaub

  • Stromerzeugung: extern (nicht am Wohnort)

Gesundheitliche Bedeutung:
Die WHO klassifiziert Feinstaub PM2,5 als karzinogen. In urbanen Ballungsräumen tragen Holzfeuerungen 20-30% zur winterlichen Feinstaubbelastung bei. Die lokale Emissionsfreiheit der Wärmepumpe verbessert die Luftqualität direkt am Wohnort.

Platzbedarf und Installation

Pelletheizung Raumanforderungen

Lagerraum-Dimensionierung:
Für 5 Tonnen Jahresbedarf:

List

  • Volumen: (5.000 kg / 650 kg/m³) × 1,5 = 11,5 m³

  • Bei 3 m Raumhöhe: 3,8 m² Grundfläche

Zusätzlich erforderlich:

List

  • Kesselraum: 4-6 m²

  • Pufferspeicher: 2 m²

  • Gesamtbedarf: 10-15 m²

Lager-Optionen:

Table

Variante

Kosten

Vorteile

Nachteile

Gewebesilo

4.000-6.000 EUR

Flexibel aufstellbar

Wechsel alle 5-8 Jahre

Schrägboden-Lagerraum

8.000-15.000 EUR

Langlebig, automatisch

Bauaufwand hoch

Erdtank außen

7.000-12.000 EUR

Kein Innenraum nötig

Genehmigung, Zufahrt

Wärmepumpe Raumanforderungen

Außenaufstellung (Standard):

List

  • Monoblock-Gerät: 1,2 × 0,8 m = 1,0 m²

  • Fundament: 1,5 × 1,5 m Betonplatte

  • Mindestabstände: 0,5 m zur Wand, 3 m zur Grenze (Schallschutz)

Innenhydraulik:

List

  • Hydraulikmodul: 0,6 × 0,8 m = 0,5 m²

  • Pufferspeicher: 1,5 m² (optional bei Fußbodenheizung)

  • Gesamtbedarf innen: 2-3 m²

Der Platzbedarf-Vorteil der Wärmepumpe ist in Reihenhäusern und Stadtwohnungen mit begrenztem Kellerraum entscheidend.

Praktische Entscheidungshilfe

Schritt-für-Schritt-Analyse

Schritt 1: Vorlauftemperatur-Test
Begrenzen Sie an einem kalten Tag (ca. -5°C) die Vorlauftemperatur auf 55°C:

List

  • Alle Räume warm und behaglich? → Wärmepumpe geeignet (JAZ 3,5-4,5)

  • Einzelne Räume kühl? → Weiter zu Schritt 2

  • Viele Räume unbehaglic? → Weiter zu Schritt 3

Schritt 2: Heizkörper-Upgrade prüfen
Identifizieren Sie 3-5 kritische Räume mit Kälteproblemen:

List

  • Austausch auf Typ 33 Niedertemperatur-Heizkörper

  • Kosten: 500-1.000 EUR pro Heizkörper

  • Gesamtinvestition: 1.500-5.000 EUR

  • Test wiederholen bei 55°C

Vorlauf danach ausreichend? → Wärmepumpe mit Heizkörper-Upgrade
Schritt 3: Sanierung evaluieren
Prüfen Sie minimale Sanierungsmaßnahmen:

List

  • Dachbodendämmung: 25-40 EUR/m², Heizlastreduktion -12%

  • Kellerdeckendämmung: 35-50 EUR/m², Heizlastreduktion -10%

  • Kosten gesamt: 15.000-25.000 EUR

  • KfW-Förderung: 15-20%

Budget verfügbar + Langzeitperspektive? → Sanierung + Wärmepumpe Budget nicht verfügbar? → Pelletheizung
Schritt 4: Technische Restriktionen

List

  • Denkmalschutz verhindert Dämmung? → Pelletheizung

  • Kein Lagerraum verfügbar? → Wärmepumpe oder Fernwärme

  • Kein Außenaufstellplatz? → Pelletheizung oder Innen-WP

Entscheidungsmatrix mit TCO-Projektion

Table

Szenario

Empfehlung

Eigenanteil

20-J-Energie

20-J-Wartung

TCO gesamt

Neubau KfW-55

Wärmepumpe

13.000

18.000

3.000

34.000

Sanierter Altbau

Wärmepumpe

16.000

25.000

4.000

45.000

Teilsaniert

Wärmepumpe

16.000

32.000

4.000

52.000

Teilsaniert

Pellet

21.000

35.000

14.000

70.000

Unsaniert (JAZ 2,5)

Wärmepumpe

16.000

44.000

4.000

64.000

Unsaniert

Pellet

21.000

40.000

14.000

75.000

Fazit: Die Wärmepumpe erreicht in 5 von 6 Szenarien niedrigere Gesamtkosten. Nur im extremen unsanierten Altbau mit JAZ unter 2,5 wird die Pelletheizung konkurrenzfähig.

Häufige Fragen

Kann ich eine Wärmepumpe mit meinen alten Heizkörpern betreiben?
Ja, wenn die Vorlauftemperatur unter 55°C ausreicht. Moderne R290-Wärmepumpen erreichen auch 65-70°C, arbeiten dann aber mit reduzierter Effizienz (JAZ 2,5-3,0). Ein Vorlauftemperatur-Test an einem kalten Tag gibt Aufschluss.
Lohnt sich eine Pelletheizung noch mit den neuen Förderregeln?
Nur in Kombination mit Solarthermie für den Klimageschwindigkeits-Bonus oder in unsanierten Altbauten, wo Wärmepumpen ineffizient sind (JAZ <2,5). Die Solo-Pelletheizung verliert durch den Hybrid-Zwang an Attraktivität.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Moderne Geräte erreichen 35-45 dB(A) in 3 m Abstand. Im "Silent Mode" nachts oft nur 28-35 dB(A). Entscheidend ist der Abstand zur Grundstücksgrenze (mind. 3 m) und zu Nachbarfenstern.
Was passiert bei Stromausfall?
Wärmepumpen funktionieren nicht ohne Strom. Der Pufferspeicher überbrückt 6-12 Stunden. Bei häufigen Ausfällen kann ein Notstromaggregat oder Hybridlösung sinnvoll sein. Pelletheizungen benötigen ebenfalls Strom für Förderung und Zündung.
Welche Lebensdauer haben beide Systeme?
Wärmepumpen: 18-25 Jahre (Verdichter-Garantie oft 5-10 Jahre) Pelletheizungen: 15-20 Jahre (Brenner verschleißt schneller)
Kann ich die Pelletheizung später durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Ja, wenn zwischenzeitlich saniert wurde oder Heizkörper vergrößert wurden. Der Pufferspeicher kann oft weiterverwendet werden. Die Pelletheizung ist keine "Sackgasse".

Zusammenfassung und Empfehlung

Die Wärmepumpe ist 2025 für 70% deutscher Gebäude die wirtschaftlich und ökologisch optimale Lösung mit 9.900-35.000 EUR Kostenvorteil über 20 Jahre.
Wählen Sie die Wärmepumpe wenn:

List

  • Vorlauftemperatur <55°C ausreichend

  • Neubau oder sanierter Altbau (<100 kWh/m²a)

  • Langfristige Perspektive (>15 Jahre)

  • Maximale Förderung nutzen wollen

  • CO₂-neutral heizen möchten (mit Ökostrom)

Wählen Sie die Pelletheizung wenn:

List

  • Vorlauftemperatur >65°C erforderlich

  • Unsanierter Altbau ohne Sanierungsoption

  • Denkmalschutz Dämmung verhindert

  • Platz für Lager vorhanden, aber kein WP-Außenstandort

  • Unabhängigkeit vom Strompreis wichtig

Die Hybridlösung (Wärmepumpe für Grundlast + Pellet für Spitzenlast) kombiniert Vorteile beider Systeme, erhöht aber Investition und Komplexität. Sie eignet sich für teilsanierte Gebäude im Übergang.
Die Energiewende macht die elektrische Wärmepumpe zur Standardlösung. Die Pelletheizung behält ihre Berechtigung für spezielle Gebäudesituationen, wo Wärmepumpen technisch oder wirtschaftlich an Grenzen stoßen.
Eine monovalente Wärmepumpe deckt 100% des Wärmebedarfs ohne Zusatzheizung ab. Die Dimensionierung erfolgt auf die Norm-Außentemperatur -12 bis -16°C mit Jahresarbeitszahl 4,0-5,3 in Neubauten und sanierten Altbauten.

Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme

System

Wärmepumpen-Anteil

Backup-Heizung

JAZ typisch

Investition

Eignung

Monovalent

100%

Keine

4,0-5,3

25.000-35.000 EUR

Neubau, sanierter Altbau

Monoenergetisch

95-98%

Heizstab (elektrisch)

3,8-4,8

24.000-32.000 EUR

Teilsaniert, Luftwärme

Bivalent

60-85%

Gas/Öl/Pellet

3,5-4,5

28.000-45.000 EUR

Unsanierter Altbau

Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.

Methodologie und Quellen

Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.

Was bedeutet "monovalent" genau?

Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.

Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen

Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.

Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur

Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Für welche Gebäude eignet sich die monovalente Wärmepumpe?

Die Eignung hängt von drei Faktoren ab: Heizlast, Vorlauftemperatur und Wärmequelle.

Ideale Anwendungsfälle

Neubau nach EnEV 2016 oder GEG:
Der Neubau ist die Domäne der monovalenten Wärmepumpe. Mit Heizlasten von 30-50 W/m² durch optimale Dämmung (U-Werte Wand 0,15-0,24 W/(m²K)), Dreifachverglasung und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist die erforderliche Wärmepumpen-Leistung gering. Ein 150 m² Einfamilienhaus benötigt nur 4,5-7,5 kW Heizleistung.
Die Fußbodenheizung als Standard ermöglicht Vorlauftemperaturen von 30-35°C. Bei diesen niedrigen Temperaturen erreichen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5. Sole-Wasser-Systeme (Erdwärme) kommen auf 5,0-6,0.
Investition: 25.000-32.000 EUR komplett (Luft-Wasser Monoblock) Energiekosten: 800-1.200 EUR/Jahr Amortisation: gegenüber Gas nicht relevant, da Gas regulatorisch nicht zulässig
Sanierter Altbau (KfW 85 oder besser):
Gebäude, die auf KfW-Effizienzhaus-Standard saniert wurden, erreichen Heizlasten von 50-75 W/m². Ein 150 m² Haus benötigt 7,5-11 kW Heizleistung. Mit vergrößerten Heizkörpern (Typ 33 statt Typ 22) oder Niedertemperatur-Heizkörpern lassen sich Vorlauftemperaturen von 45-50°C realisieren.
Bei diesen Temperaturen sind Jahresarbeitszahlen von 3,8-4,5 erreichbar, was die monovalente Auslegung wirtschaftlich macht. Die Investition liegt bei 28.000-35.000 EUR, die Energiekosten bei 1.300-1.700 EUR/Jahr.
Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme):
Die Erdwärme-Wärmepumpe ist der "natürliche" Partner der monovalenten Betriebsweise. Die konstante Quelltemperatur von 9-12°C ganzjährig (ab 10 Meter Tiefe) bedeutet, dass die Leistung der Wärmepumpe auch im Winter stabil bleibt. Die inverse Korrelation zwischen Außentemperatur und Leistung entfällt.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei B0/W35 (0°C Sole, 35°C Vorlauf) liefert auch im Winter nahezu 10 kW. Die Dimensionierung kann daher enger an der tatsächlichen Heizlast erfolgen (Sicherheitsfaktor 1,1-1,2 statt 1,4-1,6 bei Luft).
Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5 sind Standard, in optimierten Systemen werden 5,5-6,0 erreicht. Die Mehrkosten der Erschließung (15.000-25.000 EUR für Bohrung) amortisieren über die Betriebskosten in 15-25 Jahren.

Kritische Anwendungsfälle

Teilsanierter Altbau mit Luft-Wasser:
Hier zeigt sich die Schwäche der monovalenten Luft-Wärmepumpe. Ein Gebäude mit 80-100 W/m² Heizlast (150 m² = 12-15 kW Bedarf) und 55-60°C Vorlauftemperatur erfordert eine massive Überdimensionierung.
Eine Wärmepumpe muss nominal 18-22 kW leisten (bei A2/W35), um bei -15°C und 60°C Vorlauf noch 12-15 kW zu liefern. Das Problem: An 340-350 Tagen im Jahr läuft diese Maschine bei 20-40% Teillast. Die meisten Wärmepumpen takten dann (schalten häufig ein/aus), was die Effizienz drastisch senkt.
Taktung-Problematik: Eine für -15°C ausgelegte 20 kW Maschine muss an einem Herbsttag bei +5°C Außentemperatur und 3 kW Heizlast nur 15% ihrer Leistung abgeben. Selbst bei guter Modulation (Verdichter-Drehzahlregelung 30-100%) ist dies außerhalb des optimalen Bereichs. Die Folge: 6-10 Start-Stopp-Zyklen pro Stunde statt idealer 2-3 pro Tag. Jeder Start kostet Energie (Anlaufstrom), jeder Stopp bedeutet Auskühlverluste.
Die reale Jahresarbeitszahl sinkt auf 3,2-3,7 statt theoretischer 4,0-4,5. Hier ist die monoenergetische Lösung (kleinere WP 10-12 kW + Heizstab 6 kW) wirtschaftlich überlegen:
Unsanierter Altbau:
Für Gebäude mit >120 W/m² Heizlast und 65-70°C Vorlauftemperatur ist monovalente Wärmepumpe technisch möglich (mit R290 Hochtemperatur-Geräten) aber wirtschaftlich fragwürdig.
Die Jahresarbeitszahl fällt auf 2,5-3,0, womit die Betriebskosten kaum besser sind als Gas oder Pellets. Hinzu kommt die extreme Überdimensionierung. Hier sind bivalente Systeme (WP für Grundlast 0 bis -5°C + Pellet/Gas für -5 bis -15°C) oder eine Sanierung vor Heizungstausch der sinnvollere Weg.

Wie berechnen sich die Kosten der monovalenten Wärmepumpe?

Die Gesamtkosten setzen sich aus Investition, Betriebskosten und Wartung über die Lebensdauer zusammen.

Investitionskosten nach Wärmequelle

Luft-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Die Investition für eine monovalente Luft-Wasser-Anlage liegt höher als für monoenergetische Systeme, da die Wärmepumpe größer dimensioniert werden muss:
Summe: 28.000-38.000 EUR
Im Vergleich: Monoenergetisch 24.000-32.000 EUR (kleinere WP + Heizstab)
Sole-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Hier addiert die Erderschließung erhebliche Kosten:
Summe: 40.000-60.000 EUR
Die hohe Anfangsinvestition wird durch langfristig niedrigste Betriebskosten kompensiert.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 45.000-70.000 EUR (inkl. Brunnenbohrung), höchste Effizienz aber genehmigungsintensiv und selten.

Förderung 2025

Die BEG EM fördert beide Systeme gleichberechtigt:
Maximale Förderung: 70% auf max. 30.000 EUR = 21.000 EUR Zuschuss
Beispiel Luft-Wasser monovalent (35.000 EUR):
Beispiel Sole-Wasser monovalent (50.000 EUR):

Betriebskosten: Der Effizienz-Vorteil

Die monovalente Wärmepumpe hat gegenüber monoenergetischen oder bivalenten Systemen einen Betriebs-Kostenvorteil, sofern gut dimensioniert:
Jahresarbeitszahl realistisch:
JAZ_monovalent = ∫₀⁸⁷⁶⁰ COP(T_außen, T_vorlauf) · h(T_außen) dt / 8760
Energiekosten für 20.000 kWh Heizwärmebedarf:

System

JAZ

Stromverbrauch

Kosten (22 ct/kWh)

Monovalent Luft (optimal)

4,5

4.444 kWh

978 EUR

Monovalent Luft (Standard)

4,0

5.000 kWh

1.100 EUR

Monovalent Luft (Taktung)

3,5

5.714 kWh

1.257 EUR

Monoenergetisch (WP+Heizstab)

4,2 gesamt

4.760 kWh

1.047 EUR

Monovalent Sole

5,0

4.000 kWh

880 EUR

Der Unterschied zwischen optimal ausgelegter monovalenter Luft-WP und suboptimaler (mit Taktung): 279 EUR/Jahr. Über 20 Jahre: 5.580 EUR Mehrkosten durch Fehldimensionierung!
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe spart gegenüber Luft-Wasser monovalent: 220 EUR/Jahr, über 20 Jahre 4.400 EUR. Die Erderschließungs-Mehrkosten von 18.000 EUR amortisieren damit in 82 Jahren - rechnet sich nur bei sehr langfristiger Perspektive oder bei gleichzeitiger Nutzung für passive Kühlung im Sommer.

Wartung

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

Monovalente Wärmepumpen haben niedrige Wartungskosten:
Durchschnitt: 200-300 EUR/Jahr
Kein Schornsteinfeger, keine Brenner-Wartung, kein Gasanschluss-Grundpreis.

Welche technischen Besonderheiten hat die monovalente Auslegung?

Modulation als Schlüsselfaktor

Die Qualität einer monovalenten Wärmepumpe zeigt sich in der Modulations-Bandbreite - also wie weit sie ihre Leistung herunterregeln kann.
Inverter-Technologie: Moderne Wärmepumpen nutzen drehzahlgeregelte Verdichter (Inverter). Die Kompressor-Drehzahl passt sich der Last an. Angegeben wird das Verhältnis:
Modulationsgrad = P_min / P_max
Beispiele aus der Praxis:
Eine große Modulationsbandbreite bedeutet:
Für monovalente Auslegung mit typischer Überdimensionierung 1,5:1 ist ein Modulationsgrad 1:4 oder besser essentiell. Eine 15 kW Maschine für 10 kW Heizlast sollte bis mindestens 3-4 kW modulieren können, um an milden Tagen (2-3 kW Last) nicht zu takten.

Pufferspeicher-Dimensionierung gegen Taktung

Der Pufferspeicher dient nicht primär der Energiespeicherung, sondern der Entkopplung von Wärmepumpen-Laufzeit und momentaner Heizlast.
Faustregel monovalent:
V_Puffer ≥ 15 L/kW bei Fußbodenheizung V_Puffer ≥ 25 L/kW bei Heizkörpern (schnellere Regelung)
Für 12 kW monovalente WP mit Heizkörpern: 300 Liter Minimum
Größere Speicher (500-800 L) erlauben längere Mindestlaufzeiten (z.B. 15 Minuten statt 5 Minuten), was Starts pro Tag reduziert von 8-12 auf 3-5. Jeder Start-Stopp-Zyklus kostet durch Anlaufströme und Auskühlverluste etwa 0,3-0,5 kWh.
Reduktion von 10 auf 4 Starts/Tag:

Regelung und Heizkurve

Die monovalente Wärmepumpe benötigt eine exakt angepasste Heizkurve, da kein Backup-System Fehler kompensiert.
Die Heizkurve definiert: T_Vorlauf = f(T_Außen)
Typisch: T_Vorlauf = T_Raum + k × (T_Raum - T_Außen)
wobei k = Neigung (0,3-0,7 für Fußbodenheizung, 1,0-1,5 für Heizkörper)
Kritisch: Die Kurve muss so eingestellt sein, dass:
Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B (raumweise Durchfluss-Berechnung) ist für monovalente Systeme Pflicht, nicht Optional. Ohne Abgleich laufen einzelne Räume heiß, andere kalt → Nutzer erhöht Vorlauftemperatur → JAZ sinkt von 4,2 auf 3,5.

Monovalent vs. Monoenergetisch: Welches System wählen?

Diese Entscheidung ist für Luft-Wasser-Wärmepumpen zentral.

Wirtschaftlicher Vergleich

Szenario: 150 m² Einfamilienhaus, 12 kW Heizlast, -14°C Norm-Außentemperatur
Option A: Monovalent
Option B: Monoenergetisch
TCO-Vergleich 20 Jahre:

Position

Monovalent

Monoenergetisch

Differenz

Eigenanteil

16.200 EUR

13.950 EUR

+2.250 EUR

20J Betrieb

23.780 EUR

22.760 EUR

+1.020 EUR

20J Wartung

5.000 EUR

5.000 EUR

±0 EUR

TCO gesamt

44.980 EUR

41.710 EUR

+3.270 EUR

Monoenergetisch ist 3.270 EUR günstiger über 20 Jahre bei Luft-Wasser!

Wann ist monovalent trotzdem die bessere Wahl?

Sole-Wasser / Erdwärme:
Bei Erdwärmepumpen entfällt das Taktungs-Problem, da keine Überdimensionierung nötig ist (konstante Quelltemperatur). Hier ist monovalent Standard und optimal.
Regulatorische Absicherung:
Manche Gemeinden/Stadtwerke gewähren zusätzliche Förderungen oder reduzierte Netzentgelte nur für "100% erneuerbare" Systeme. Ein Heizstab (auch wenn elektrisch) kann als "Backup" interpretiert werden und disqualifizieren. Hier Einzelfall prüfen.
Psychologische Sicherheit:
Manche Bauherren wollen absolute Autarkie und lehnen jede Form von "Notlösung" ab. Die monovalente WP gibt das gute Gefühl "Das System ist komplett, braucht nichts Zusätzliches". Wert: subjektiv, aber real.
Zukunftssicherheit Strompreis:
Wenn man davon ausgeht, dass Strompreise langfristig drastisch steigen (unwahrscheinlich, aber möglich), vermeidet monovalent den gezielten Heizstab-Hochpreiseinsatz an kalten Tagen. Risiko-Minimierung.

Praxisbeispiel: Monovalente Luft-Wasser im sanierten Altbau

Objekt: Reihenhaus Baujahr 1978, 180 m² Wohnfläche, München-Umland
Ausgangszustand:
Maßnahmen vor WP-Installation:
Installierte Wärmepumpe:
Investition:
Betrieb Jahr 1 (2023/24, milderWinter):
Betrieb Jahr 2 (2024/25, kalter Winter):
Fazit: Grenzfall-Installation knapp monovalent. Funktioniert, aber keine Reserve. Monoenergetisch (10 kW WP + 6 kW Heizstab) wäre sicherer gewesen für 3.000 EUR weniger Invest.

Häufige Fragen

Friert das Haus an sehr kalten Tagen ein bei monovalent?
Nein, wenn korrekt dimensioniert. Die WP ist auf die statistisch kälteste Temperatur ausgelegt. Diese wird nur 10 Tage in 20 Jahren erreicht. An diesen Tagen läuft die WP 20-24h durch, schafft aber die Solltemperatur. Bei Fehldimensionierung kann es 1-2°C kühler werden, was unbequem aber nicht "Einfrieren" ist. Wasser in Leitungen bleibt flüssig ab 5°C.
Ist monovalent lauter als monoenergetisch?
Tendenziell ja, da die größere Maschine bei Volllast auch mehr Schall produziert (proportional zur Verdichter-Leistung). Eine 18 kW WP ist bei 100% Last ~3-5 dB(A) lauter als 12 kW WP. Bei gleicher Modulation (z.B. 6 kW abgerufen) sind beide etwa gleich laut. Im Alltag (Teillast) kaum Unterschied.
Kann ich eine monoenergetische WP später auf monovalent umrüsten?
Technisch nein - die WP-Größe ist fix. Sie können aber den Heizstab deaktivieren, wenn Sie später sanieren und die WP dann ausreicht. Andersrum (monovalent → monoenergetisch durch Heizstab-Nachrüstung) ist problemlos möglich für 800-1.500 EUR.
Wie lange hält eine monovalente Wärmepumpe?
Lebenserwartung: 18-25 Jahre für das Gesamtsystem. Der Verdichter (Herzstück) hat oft 30.000-50.000 Betriebsstunden Garantie, was bei 2.000 h/Jahr = 15-25 Jahre entspricht. Durch weniger Taktung bei guter Auslegung eher länger. Erfahrungswerte aus den 2000er Jahren (erste Inverter-WPs) zeigen: 20+ Jahre sind realistisch.

Zusammenfassung und Empfehlung

Die monovalente Wärmepumpe ist die energetisch effizienteste und betrieblich einfachste Form der Wärmepumpenheizung. Sie vermeidet Systembrüche, doppelte Wartung und erreicht höchste Jahresarbeitszahlen.
Wählen Sie monovalent bei:
Wählen Sie monoenergetisch bei:
Wählen Sie bivalent/hybrid bei:
Die monovalente Auslegung ist kein Dogma, sondern eine technische Entscheidung. Für Erdwärme-Systeme ist sie Standard und optimal. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist die monoenergetische Variante mit Heizstab oft die wirtschaftlich cleverere Lösung, die Effizienz und Sicherheit optimal balanciert.
Entscheidend ist: Beide Systeme erfüllen die GEG-Anforderung "65% erneuerbar" zu 100%, beide sind förderfähig, beide sind zukunftssicher. Die Wahl sollte auf Basis einer professionellen Heizlastberechnung und unter Berücksichtigung der realen Gebäudeparameter erfolgen – nicht auf Basis ideologischer Präferenzen.

Schnellvergleich: Monovalent vs. Alternative Systeme

System

Wärmepumpen-Anteil

Backup-Heizung

JAZ typisch

Investition

Eignung

Monovalent

100%

Keine

4,0-5,3

25.000-35.000 EUR

Neubau, sanierter Altbau

Monoenergetisch

95-98%

Heizstab (elektrisch)

3,8-4,8

24.000-32.000 EUR

Teilsaniert, Luftwärme

Bivalent

60-85%

Gas/Öl/Pellet

3,5-4,5

28.000-45.000 EUR

Unsanierter Altbau

Die monovalente Betriebsweise erreicht höchste Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten, fordert jedoch präzise Dimensionierung und Gebäudeeignung.

Methodologie und Quellen

Normative Basis: VDI 4650 (Wärmepumpen-Auslegung), DIN EN 12831 (Heizlastberechnung), VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit), DIN 18599 (Energetische Gebäudebewertung).
Feldstudien: Fraunhofer ISE "WPsmart" (77 Bestandsgebäude, JAZ-Spanne 2,6-5,2), Lokale Agenda 21 Wärmepumpen-Monitoring Oberbayern (42 Anlagen über 5 Jahre), BWP-Branchenstudie 2024.
Technische Daten: Herstellerspezifikationen Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM, Wolf CHA, Stiebel Eltron WPL für Leistungskennlinien und Modulation.
Kostenerhebung: Durchschnitt aus 85 Fachbetrieb-Angeboten Q3/Q4 2024, regionale Streuung ±15%.

Was bedeutet "monovalent" genau?

Monovalent beschreibt eine Wärmepumpe als alleinigen Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ohne jede Form von Zusatzheizung. Der Begriff leitet sich ab von "mono" (einzig) und "valent" (wirksam). Die Wärmepumpe muss dimensioniert sein, um auch am kältesten Tag des Jahres bei Norm-Außentemperatur die volle Heizlast des Gebäudes zu decken.

Abgrenzung zu anderen Betriebsweisen

Die Unterscheidung zu verwandten Systemen ist entscheidend für Verständnis und Auslegung:
Monoenergetische Wärmepumpe: Verwendet ebenfalls nur Strom als Energieträger, aber mit elektrischem Heizstab als Backup. Die Wärmepumpe deckt 95-98% der Jahresarbeit, der Heizstab springt nur an 10-20 Tagen bei extremer Kälte ein. Dieser Ansatz ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich oft überlegen zur monovalenten Auslegung, da die Wärmepumpe kleiner dimensioniert werden kann und damit günstiger in Anschaffung und effizienter im Teillastbetrieb arbeitet.
Bivalente Wärmepumpe: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger aus anderer Energiequelle (Gas, Öl, Pellets, Holz). Die Wärmepumpe deckt typisch 60-85% der Jahresarbeit, der fossile oder biogene Kessel übernimmt bei tiefen Temperaturen oder hohen Spitzenlasten. Diese Lösung eignet sich für unsanierte Altbauten, ist aber betriebswirtschaftlich komplex (doppelte Wartung, doppelte Grundgebühren) und regulatorisch zunehmend problematisch (GEG 65%-Regel, CO₂-Bepreisung).
Hybride Wärmepumpe: Marketingbegriff für bivalente Systeme, oft mit intelligenter Regelung, die je nach Strompreis, Außentemperatur und Gebäudelast automatisch das wirtschaftlichste System aktiviert.
Die monovalente Auslegung stellt die technisch anspruchsvollste aber energetisch effizienteste Variante dar, da sie ohne Effizienzbrüche durch Zusatzsysteme auskommt.

Physikalische Grundlage: Auslegung auf Normaußentemperatur

Die Dimensionierung folgt der Norm-Außentemperatur nach DIN EN 12831. Diese definiert die tiefste Außentemperatur, die statistisch an 10 Tagen in 20 Jahren unterschritten wird:
  • Norddeutschland (Küste): -10 bis -12°C
  • Mitteldeutschland: -12 bis -14°C
  • Süddeutschland (Alpenvorland): -14 bis -16°C
  • Gebirgslagen: -16 bis -20°C
Für monovalenten Betrieb muss gelten:
P_WP(T_norm) ≥ Q_Heizlast(T_norm)
wobei:
  • P_WP = Heizleistung der Wärmepumpe bei Norm-Außentemperatur [kW]
  • Q_Heizlast = Gebäude-Heizlast bei Norm-Außentemperatur [kW]
Das Problem: Die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt mit fallender Außentemperatur, während die Gebäudelast steigt. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei A2/W35 (2°C Außen, 35°C Vorlauf) liefert bei -15°C oft nur noch 6-7 kW. Gleichzeitig steigt die Heizlast eines Gebäudes von 6 kW bei 0°C auf 10 kW bei -15°C.
Für monovalenten Betrieb muss die Wärmepumpe daher mit erheblicher Reserve dimensioniert werden: Eine 14-16 kW Nennleistungs-Maschine für ein Haus mit 10 kW Heizlast ist keine Seltenheit. Diese Überdimensionierung hat Konsequenzen für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Für welche Gebäude eignet sich die monovalente Wärmepumpe?

Die Eignung hängt von drei Faktoren ab: Heizlast, Vorlauftemperatur und Wärmequelle.

Ideale Anwendungsfälle

Neubau nach EnEV 2016 oder GEG:
Der Neubau ist die Domäne der monovalenten Wärmepumpe. Mit Heizlasten von 30-50 W/m² durch optimale Dämmung (U-Werte Wand 0,15-0,24 W/(m²K)), Dreifachverglasung und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist die erforderliche Wärmepumpen-Leistung gering. Ein 150 m² Einfamilienhaus benötigt nur 4,5-7,5 kW Heizleistung.
Die Fußbodenheizung als Standard ermöglicht Vorlauftemperaturen von 30-35°C. Bei diesen niedrigen Temperaturen erreichen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5. Sole-Wasser-Systeme (Erdwärme) kommen auf 5,0-6,0.
Investition: 25.000-32.000 EUR komplett (Luft-Wasser Monoblock) Energiekosten: 800-1.200 EUR/Jahr Amortisation: gegenüber Gas nicht relevant, da Gas regulatorisch nicht zulässig
Sanierter Altbau (KfW 85 oder besser):
Gebäude, die auf KfW-Effizienzhaus-Standard saniert wurden, erreichen Heizlasten von 50-75 W/m². Ein 150 m² Haus benötigt 7,5-11 kW Heizleistung. Mit vergrößerten Heizkörpern (Typ 33 statt Typ 22) oder Niedertemperatur-Heizkörpern lassen sich Vorlauftemperaturen von 45-50°C realisieren.
Bei diesen Temperaturen sind Jahresarbeitszahlen von 3,8-4,5 erreichbar, was die monovalente Auslegung wirtschaftlich macht. Die Investition liegt bei 28.000-35.000 EUR, die Energiekosten bei 1.300-1.700 EUR/Jahr.
Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme):
Die Erdwärme-Wärmepumpe ist der "natürliche" Partner der monovalenten Betriebsweise. Die konstante Quelltemperatur von 9-12°C ganzjährig (ab 10 Meter Tiefe) bedeutet, dass die Leistung der Wärmepumpe auch im Winter stabil bleibt. Die inverse Korrelation zwischen Außentemperatur und Leistung entfällt.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 10 kW Nennleistung bei B0/W35 (0°C Sole, 35°C Vorlauf) liefert auch im Winter nahezu 10 kW. Die Dimensionierung kann daher enger an der tatsächlichen Heizlast erfolgen (Sicherheitsfaktor 1,1-1,2 statt 1,4-1,6 bei Luft).
Jahresarbeitszahlen von 4,5-5,5 sind Standard, in optimierten Systemen werden 5,5-6,0 erreicht. Die Mehrkosten der Erschließung (15.000-25.000 EUR für Bohrung) amortisieren über die Betriebskosten in 15-25 Jahren.

Kritische Anwendungsfälle

Teilsanierter Altbau mit Luft-Wasser:
Hier zeigt sich die Schwäche der monovalenten Luft-Wärmepumpe. Ein Gebäude mit 80-100 W/m² Heizlast (150 m² = 12-15 kW Bedarf) und 55-60°C Vorlauftemperatur erfordert eine massive Überdimensionierung.
Eine Wärmepumpe muss nominal 18-22 kW leisten (bei A2/W35), um bei -15°C und 60°C Vorlauf noch 12-15 kW zu liefern. Das Problem: An 340-350 Tagen im Jahr läuft diese Maschine bei 20-40% Teillast. Die meisten Wärmepumpen takten dann (schalten häufig ein/aus), was die Effizienz drastisch senkt.
Taktung-Problematik: Eine für -15°C ausgelegte 20 kW Maschine muss an einem Herbsttag bei +5°C Außentemperatur und 3 kW Heizlast nur 15% ihrer Leistung abgeben. Selbst bei guter Modulation (Verdichter-Drehzahlregelung 30-100%) ist dies außerhalb des optimalen Bereichs. Die Folge: 6-10 Start-Stopp-Zyklen pro Stunde statt idealer 2-3 pro Tag. Jeder Start kostet Energie (Anlaufstrom), jeder Stopp bedeutet Auskühlverluste.
Die reale Jahresarbeitszahl sinkt auf 3,2-3,7 statt theoretischer 4,0-4,5. Hier ist die monoenergetische Lösung (kleinere WP 10-12 kW + Heizstab 6 kW) wirtschaftlich überlegen:
  • Kleinere WP: 3.000 EUR günstiger
  • Bessere Teillast-Effizienz: JAZ 4,0-4,2 (statt 3,4)
  • Heizstab nur 15-25 Tage aktiv: 150-300 EUR Mehrkosten/Jahr
  • Netto-Vorteil: 200-400 EUR/Jahr + niedrigere Anschaffung
Unsanierter Altbau:
Für Gebäude mit >120 W/m² Heizlast und 65-70°C Vorlauftemperatur ist monovalente Wärmepumpe technisch möglich (mit R290 Hochtemperatur-Geräten) aber wirtschaftlich fragwürdig.
Die Jahresarbeitszahl fällt auf 2,5-3,0, womit die Betriebskosten kaum besser sind als Gas oder Pellets. Hinzu kommt die extreme Überdimensionierung. Hier sind bivalente Systeme (WP für Grundlast 0 bis -5°C + Pellet/Gas für -5 bis -15°C) oder eine Sanierung vor Heizungstausch der sinnvollere Weg.

Wie berechnen sich die Kosten der monovalenten Wärmepumpe?

Die Gesamtkosten setzen sich aus Investition, Betriebskosten und Wartung über die Lebensdauer zusammen.

Investitionskosten nach Wärmequelle

Luft-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Die Investition für eine monovalente Luft-Wasser-Anlage liegt höher als für monoenergetische Systeme, da die Wärmepumpe größer dimensioniert werden muss:
  • Monoblock-Außengerät: 14.000-20.000 EUR (12-16 kW Nennleistung)
  • Hydraulikmodul innen: 3.000-6.000 EUR (Pufferspeicher 500-800 L größer für Taktungsreduktion)
  • Elektroinstallation: 2.500-5.000 EUR (400V, evtl. Zählerplatz-Erweiterung)
  • Montage + Abgleich: 5.000-8.000 EUR
Summe: 28.000-38.000 EUR
Im Vergleich: Monoenergetisch 24.000-32.000 EUR (kleinere WP + Heizstab)
Sole-Wasser-Wärmepumpe monovalent:
Hier addiert die Erderschließung erhebliche Kosten:
  • Wärmepumpe (Innenaufstellung): 16.000-24.000 EUR (10-14 kW)
  • Tiefenbohrung: 15.000-25.000 EUR (2 Sonden à 80-100m, 70-90 EUR/m)
  • Hydraulik + Pufferspeicher: 4.000-7.000 EUR
  • Montage: 4.000-7.000 EUR
Summe: 40.000-60.000 EUR
Die hohe Anfangsinvestition wird durch langfristig niedrigste Betriebskosten kompensiert.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 45.000-70.000 EUR (inkl. Brunnenbohrung), höchste Effizienz aber genehmigungsintensiv und selten.

Förderung 2025

Die BEG EM fördert beide Systeme gleichberechtigt:
  • Grundförderung: 30%
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20% (Austausch >20 Jahre Gasheizung bis Ende 2028)
  • Einkommens-Bonus: 30% (zu verst. Einkommen <40.000 EUR)
  • Effizienz-Bonus: 5% (natürliches Kältemittel R290/R744 ODER Erdreich/Wasser-Quelle)
Maximale Förderung: 70% auf max. 30.000 EUR = 21.000 EUR Zuschuss
Beispiel Luft-Wasser monovalent (35.000 EUR):
  • Förderung 55% (30 + 20 + 5): 16.500 EUR (begrenzt auf 30k förderfähig)
  • Eigenanteil: 18.500 EUR
Beispiel Sole-Wasser monovalent (50.000 EUR):
  • Förderung 55%: 27.500 EUR → gedeckelt auf 21.000 EUR
  • Eigenanteil: 29.000 EUR

Betriebskosten: Der Effizienz-Vorteil

Die monovalente Wärmepumpe hat gegenüber monoenergetischen oder bivalenten Systemen einen Betriebs-Kostenvorteil, sofern gut dimensioniert:
Jahresarbeitszahl realistisch:
JAZ_monovalent = ∫₀⁸⁷⁶⁰ COP(T_außen, T_vorlauf) · h(T_außen) dt / 8760
  • Neubau, Luft-Wasser: JAZ 4,2-4,8
  • Sanierter Altbau, Luft-Wasser: JAZ 3,8-4,3
  • Sole-Wasser: JAZ 4,5-5,5
Energiekosten für 20.000 kWh Heizwärmebedarf:

System

JAZ

Stromverbrauch

Kosten (22 ct/kWh)

Monovalent Luft (optimal)

4,5

4.444 kWh

978 EUR

Monovalent Luft (Standard)

4,0

5.000 kWh

1.100 EUR

Monovalent Luft (Taktung)

3,5

5.714 kWh

1.257 EUR

Monoenergetisch (WP+Heizstab)

4,2 gesamt

4.760 kWh

1.047 EUR

Monovalent Sole

5,0

4.000 kWh

880 EUR

Der Unterschied zwischen optimal ausgelegter monovalenter Luft-WP und suboptimaler (mit Taktung): 279 EUR/Jahr. Über 20 Jahre: 5.580 EUR Mehrkosten durch Fehldimensionierung!
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe spart gegenüber Luft-Wasser monovalent: 220 EUR/Jahr, über 20 Jahre 4.400 EUR. Die Erderschließungs-Mehrkosten von 18.000 EUR amortisieren damit in 82 Jahren - rechnet sich nur bei sehr langfristiger Perspektive oder bei gleichzeitiger Nutzung für passive Kühlung im Sommer.

Wartung

Monovalente Wärmepumpen haben niedrige Wartungskosten:
  • Jährliche Inspektion (empfohlen): 150-250 EUR
  • Kältekreis-Dichtheitsprüfung (alle 2-3 Jahre): 100-180 EUR
  • Filter-Wechsel Sole-Kreislauf: 50-100 EUR (nur Sole-Wasser)
Durchschnitt: 200-300 EUR/Jahr
Kein Schornsteinfeger, keine Brenner-Wartung, kein Gasanschluss-Grundpreis.

Welche technischen Besonderheiten hat die monovalente Auslegung?

Modulation als Schlüsselfaktor

Die Qualität einer monovalenten Wärmepumpe zeigt sich in der Modulations-Bandbreite - also wie weit sie ihre Leistung herunterregeln kann.
Inverter-Technologie: Moderne Wärmepumpen nutzen drehzahlgeregelte Verdichter (Inverter). Die Kompressor-Drehzahl passt sich der Last an. Angegeben wird das Verhältnis:
Modulationsgrad = P_min / P_max
Beispiele aus der Praxis:
  • Wolf CHA-10 Monoblock: 2,2-10,0 kW → 1:4,5 (exzellent)
  • Vaillant aroTHERM plus VWL 125/6: 5,4-12,5 kW → 1:2,3 (mittel)
  • Viessmann Vitocal 250-A: 3,5-11,7 kW → 1:3,3 (gut)
Eine große Modulationsbandbreite bedeutet:
  • Weniger Taktung bei Teillast
  • Höhere Effizienz (längere Laufzeiten im optimalen Drehzahlbereich)
  • Leiserer Betrieb (niedrige Drehzahl = weniger Schall)
Für monovalente Auslegung mit typischer Überdimensionierung 1,5:1 ist ein Modulationsgrad 1:4 oder besser essentiell. Eine 15 kW Maschine für 10 kW Heizlast sollte bis mindestens 3-4 kW modulieren können, um an milden Tagen (2-3 kW Last) nicht zu takten.

Pufferspeicher-Dimensionierung gegen Taktung

Der Pufferspeicher dient nicht primär der Energiespeicherung, sondern der Entkopplung von Wärmepumpen-Laufzeit und momentaner Heizlast.
Faustregel monovalent:
V_Puffer ≥ 15 L/kW bei Fußbodenheizung V_Puffer ≥ 25 L/kW bei Heizkörpern (schnellere Regelung)
Für 12 kW monovalente WP mit Heizkörpern: 300 Liter Minimum
Größere Speicher (500-800 L) erlauben längere Mindestlaufzeiten (z.B. 15 Minuten statt 5 Minuten), was Starts pro Tag reduziert von 8-12 auf 3-5. Jeder Start-Stopp-Zyklus kostet durch Anlaufströme und Auskühlverluste etwa 0,3-0,5 kWh.
Reduktion von 10 auf 4 Starts/Tag:
  • Einsparung: 6 × 0,4 kWh = 2,4 kWh/Tag
  • Jährlich: 2,4 × 180 Heiztage = 432 kWh
  • Wert: 432 × 0,22 EUR = 95 EUR/Jahr
  • Mehrkosten 500L vs. 300L Speicher: 800 EUR
  • Amortisation: 8,4 Jahre

Regelung und Heizkurve

Die monovalente Wärmepumpe benötigt eine exakt angepasste Heizkurve, da kein Backup-System Fehler kompensiert.
Die Heizkurve definiert: T_Vorlauf = f(T_Außen)
Typisch: T_Vorlauf = T_Raum + k × (T_Raum - T_Außen)
wobei k = Neigung (0,3-0,7 für Fußbodenheizung, 1,0-1,5 für Heizkörper)
Kritisch: Die Kurve muss so eingestellt sein, dass:
  • Bei -15°C die Räume warm werden (sonst dimensioniert die WP zu klein)
  • Bei +5°C die WP nicht permanent läuft (sonst Verschleiß)
Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B (raumweise Durchfluss-Berechnung) ist für monovalente Systeme Pflicht, nicht Optional. Ohne Abgleich laufen einzelne Räume heiß, andere kalt → Nutzer erhöht Vorlauftemperatur → JAZ sinkt von 4,2 auf 3,5.

Monovalent vs. Monoenergetisch: Welches System wählen?

Diese Entscheidung ist für Luft-Wasser-Wärmepumpen zentral.

Wirtschaftlicher Vergleich

Szenario: 150 m² Einfamilienhaus, 12 kW Heizlast, -14°C Norm-Außentemperatur
Option A: Monovalent
  • WP-Größe erforderlich: 18 kW Nennleistung (Überdimensionierung 1,5:1)
  • Investition: 36.000 EUR
  • Förderung 55%: 19.800 EUR
  • Eigenanteil: 16.200 EUR
  • JAZ real (mit Taktung): 3,7
  • Stromkosten 20.000 kWh: 1.189 EUR/Jahr
Option B: Monoenergetisch
  • WP-Größe: 12 kW Nennleistung + 6 kW Heizstab
  • Investition: 31.000 EUR (5.000 EUR günstiger!)
  • Förderung 55%: 17.050 EUR
  • Eigenanteil: 13.950 EUR
  • JAZ WP-Anteil: 4,1 (bessere Teillast)
  • Heizstab-Einsatz: 400 kWh/Jahr (20 Tage)
  • Stromkosten: (19.600/4,1) × 0,22 + 400 × 0,22 = 1.138 EUR/Jahr
TCO-Vergleich 20 Jahre:

Position

Monovalent

Monoenergetisch

Differenz

Eigenanteil

16.200 EUR

13.950 EUR

+2.250 EUR

20J Betrieb

23.780 EUR

22.760 EUR

+1.020 EUR

20J Wartung

5.000 EUR

5.000 EUR

±0 EUR

TCO gesamt

44.980 EUR

41.710 EUR

+3.270 EUR

Monoenergetisch ist 3.270 EUR günstiger über 20 Jahre bei Luft-Wasser!

Wann ist monovalent trotzdem die bessere Wahl?

Sole-Wasser / Erdwärme:
Bei Erdwärmepumpen entfällt das Taktungs-Problem, da keine Überdimensionierung nötig ist (konstante Quelltemperatur). Hier ist monovalent Standard und optimal.
Regulatorische Absicherung:
Manche Gemeinden/Stadtwerke gewähren zusätzliche Förderungen oder reduzierte Netzentgelte nur für "100% erneuerbare" Systeme. Ein Heizstab (auch wenn elektrisch) kann als "Backup" interpretiert werden und disqualifizieren. Hier Einzelfall prüfen.
Psychologische Sicherheit:
Manche Bauherren wollen absolute Autarkie und lehnen jede Form von "Notlösung" ab. Die monovalente WP gibt das gute Gefühl "Das System ist komplett, braucht nichts Zusätzliches". Wert: subjektiv, aber real.
Zukunftssicherheit Strompreis:
Wenn man davon ausgeht, dass Strompreise langfristig drastisch steigen (unwahrscheinlich, aber möglich), vermeidet monovalent den gezielten Heizstab-Hochpreiseinsatz an kalten Tagen. Risiko-Minimierung.

Praxisbeispiel: Monovalente Luft-Wasser im sanierten Altbau

Objekt: Reihenhaus Baujahr 1978, 180 m² Wohnfläche, München-Umland
Ausgangszustand:
  • Gas-Niedertemperaturkessel 24 kW (Bj. 1998)
  • Heizkörper Typ 22 (Standard-Plattenheizkörper)
  • Teilsanierung: Dach gedämmt 2015, Fenster getauscht 2012
  • Heizlastberechnung: 11,5 kW bei -16°C (64 W/m²)
Maßnahmen vor WP-Installation:
  • Heizkörpertausch in 4 kritischen Räumen auf Typ 33: 3.200 EUR
  • Hydraulischer Abgleich: 800 EUR
  • Vorlauftemperatur-Test: 50°C bei -5°C ausreichend
Installierte Wärmepumpe:
  • Wolf CHA-12 Monoblock R290
  • Nennleistung: 12,3 kW bei A7/W35
  • Leistung bei A-15/W50: ~9,8 kW (Überdimensionierung 0,85:1 → grenzwertig!)
  • Modulation: 2,4-12,3 kW (1:5,1)
  • Pufferspeicher: 500 L
Investition:
  • Wärmepumpe + Hydraulik: 32.500 EUR
  • Heizkörper + Abgleich: 4.000 EUR
  • Gesamt: 36.500 EUR
  • Förderung 55% auf 30.000 EUR: 16.500 EUR
  • Eigenanteil: 20.000 EUR
Betrieb Jahr 1 (2023/24, milderWinter):
  • Heizwärmebedarf: 18.200 kWh
  • Stromverbrauch WP: 4.400 kWh
  • JAZ gemessen: 4,14
  • Kosten: 968 EUR (Tarif 22 ct)
  • Vergleich alte Gasheizung: 2.100 EUR (11 ct Gas) → Ersparnis 1.132 EUR
Betrieb Jahr 2 (2024/25, kalter Winter):
  • 3 Tage -14 bis -16°C
  • WP erreichte knapp 10 kW, Haus blieb 19-20°C warm (Solltemperatur 21°C)
  • Bewohner akzeptierten 1-2°C kühler für 3 Tage
  • Heizwärmebedarf: 21.400 kWh
  • Stromverbrauch: 5.250 kWh
  • JAZ: 4,08
  • Kosten: 1.155 EUR
Fazit: Grenzfall-Installation knapp monovalent. Funktioniert, aber keine Reserve. Monoenergetisch (10 kW WP + 6 kW Heizstab) wäre sicherer gewesen für 3.000 EUR weniger Invest.

Häufige Fragen

Friert das Haus an sehr kalten Tagen ein bei monovalent?
Nein, wenn korrekt dimensioniert. Die WP ist auf die statistisch kälteste Temperatur ausgelegt. Diese wird nur 10 Tage in 20 Jahren erreicht. An diesen Tagen läuft die WP 20-24h durch, schafft aber die Solltemperatur. Bei Fehldimensionierung kann es 1-2°C kühler werden, was unbequem aber nicht "Einfrieren" ist. Wasser in Leitungen bleibt flüssig ab 5°C.
Ist monovalent lauter als monoenergetisch?
Tendenziell ja, da die größere Maschine bei Volllast auch mehr Schall produziert (proportional zur Verdichter-Leistung). Eine 18 kW WP ist bei 100% Last ~3-5 dB(A) lauter als 12 kW WP. Bei gleicher Modulation (z.B. 6 kW abgerufen) sind beide etwa gleich laut. Im Alltag (Teillast) kaum Unterschied.
Kann ich eine monoenergetische WP später auf monovalent umrüsten?
Technisch nein - die WP-Größe ist fix. Sie können aber den Heizstab deaktivieren, wenn Sie später sanieren und die WP dann ausreicht. Andersrum (monovalent → monoenergetisch durch Heizstab-Nachrüstung) ist problemlos möglich für 800-1.500 EUR.
Wie lange hält eine monovalente Wärmepumpe?
Lebenserwartung: 18-25 Jahre für das Gesamtsystem. Der Verdichter (Herzstück) hat oft 30.000-50.000 Betriebsstunden Garantie, was bei 2.000 h/Jahr = 15-25 Jahre entspricht. Durch weniger Taktung bei guter Auslegung eher länger. Erfahrungswerte aus den 2000er Jahren (erste Inverter-WPs) zeigen: 20+ Jahre sind realistisch.

Zusammenfassung und Empfehlung

Die monovalente Wärmepumpe ist die energetisch effizienteste und betrieblich einfachste Form der Wärmepumpenheizung. Sie vermeidet Systembrüche, doppelte Wartung und erreicht höchste Jahresarbeitszahlen.
Wählen Sie monovalent bei:
  • ✅ Neubauten (optimal, Standard)
  • ✅ KfW-sanierten Altbauten (<75 kWh/m²a)
  • ✅ Erdwärme-Wärmepumpen (immer erste Wahl)
  • ✅ Niedrigen Vorlauftemperaturen (<50°C gesichert)
Wählen Sie monoenergetisch bei:
  • ✅ Luft-Wasser im teilsanierten Altbau (JAZ-Vorteil durch kleinere WP)
  • ✅ Grenzfällen Heizlast/Vorlauftemperatur (Heizstab als Sicherheit)
  • ✅ Budget-Optimierung (2.000-5.000 EUR Ersparnis)
Wählen Sie bivalent/hybrid bei:
  • ✅ Unsanierten Altbauten >120 W/m² Heizlast
  • ✅ Bestehender funktionsfähiger Gas-/Pelletkessel <10 Jahre alt
  • ✅ Sehr hohen Vorlauftemperaturen (>65°C zwingend)
Die monovalente Auslegung ist kein Dogma, sondern eine technische Entscheidung. Für Erdwärme-Systeme ist sie Standard und optimal. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist die monoenergetische Variante mit Heizstab oft die wirtschaftlich cleverere Lösung, die Effizienz und Sicherheit optimal balanciert.
Entscheidend ist: Beide Systeme erfüllen die GEG-Anforderung "65% erneuerbar" zu 100%, beide sind förderfähig, beide sind zukunftssicher. Die Wahl sollte auf Basis einer professionellen Heizlastberechnung und unter Berücksichtigung der realen Gebäudeparameter erfolgen – nicht auf Basis ideologischer Präferenzen.

Kostenlose Beratung anfordern

Füllen Sie das Formular aus, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.

War dieser Artikel hilfreich?